Die Geschichte des Kürbis

…, ist eine Geschichte voller Missverständnisse!

Anders kann ich mir überhaupt nicht erklären, weswegen so viele davon aus Keramik im Herbst irgendwo als Deko rumstehen und wie wenig damit gekocht, gebacken und gebrutzelt wird. Bei mir war mein erster Kürbistest im letzten Jahr – als ich mich endlich rantraute – Liebe auf den ersten Blick Biss und seitdem habe ich eine ganze Menge damit rumexperimentiert und seit ich vor einigen Wochen den ersten für dieses Jahr ergatterte, bin ich wieder im Kürbisglück. Das ist definitiv eine der guten Sachen am Herbst!

Und um den Geschmack auch für den Rest der Jahreszeit zu konservieren, habe ich eine ganze Menge davon in diversen Formen eingekocht. Und so ganz sicher bin ich noch nicht, dass ich damit für dieses Jahr fertig bin – so schnell wie die Gläser leer sind, wenn sie erst mal geöffnet sind. 😀

Ich nehme für die Rezepte immer Hokaido-Kürbisse, die bekommt man zu der Jahreszeit quasi überall. Die Schale kann man problemlos mitessen. Der Kürbis wird vorm Zerteilen nur gründlich abgeschrubbt und dann halbiert, die Kerne entfernt und das Fruchtfleisch wird mitsamt der Schale gewürfelt. Nur den Stil- und Blütenansatz schneide ich raus. Das Kürbisfleisch ist in rohem Zustand ziemlich fest, wird aber beim Kochen ganz weich.

Kürbis-Marmelade

1,5 kg Kürbisfleisch in Würfeln
600 – 800 ml Orangensaft (frisch gepresst oder Direktsaft)
500 Gramm Gelierzucker 1:3
Zitronensaft aus ein bis zwei Zitronen
frischer Ingwer, gerieben, ein Stück ca. so groß wie’s erste Daumenglied
Zimt
Muskatnuss (am besten frisch gerieben)

Das Kürbisfleisch zusammen mit 600 ml Orangensaft in einen großen Topf geben und den Kürbis mit geschlossenem Deckel sehr weich kochen lassen, immer mal umrühren. Wenn alles weich ist (das kann schon eine Dreiviertelstunde oder auch länger dauern), das Kürbisfleisch pürieren. Falls die Masse jetzt mehr breiig als dickflüssig ist, kommt noch mehr Orangensaft rein. Zitronensaft, Ingwer, Gewürze (bei mir waren das schätzungsweise je 1/2 bis 1 TL) und den Gelierzucker dazugeben und alles gründlich verrühren.  Unter Rühren aufkochen und dann je nach Anweisung auf der Gelierzuckerpackung 3-5 Minuten unter Rühren sprudelnd weiterkochen.
In saubere, heiss ausgespülte Gläser füllen, die auf einem feuchten Geschirrtuch stehen, sofort verschließen und die Gläser für einige Minuten auf die Deckel stellen, damit sich ein Vakuum bildet.

Durch Zimt und Muskat schmeckt das winterlich, weihnachtlich – ich mag’s aber auch im Sommer sehr gerne.

Kürbis-Tomaten-Chutney

Das Rezept hatte ich vom Chefkoch, hab’s aber ein bisschen abgewandelt, daher schreib ich’s hier nochmal komplett auf.

1,5 kg Kürbisfleisch, gewürfelt
4 Dosen (à 400 g) gehackte Tomaten (natürlich gehen auch frische, gehäutete)
3 kleingewürfelte Zwiebeln
4 oder mehr Zehen Knoblauch, kleingeschnippelt
300 g brauner Zucker
300 ml heller Balsamico
2 frische Peperoni
10 Körner Piment (im Teefilter, um sie hinterher wieder rauszufischen)
1-2 TL Harissa (das macht viel der Schärfe aus, wer die nicht mag, lässt’s raus)
2 EL Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken

Alle Zutaten in einem großen Topf miteinander vermischen, unter Rühren aufkochen und dann bei mittlerer Hitze für 1,5 Stunden vor sich hinkochen lassen. Dabei häufiger mal umrühren. Das Kürbisfleisch sollte nach der Kochzeit schön weich sein.
Die Peperonischoten und den Teefilter mit den Pimentkörnern rausnehmen und mit einem Kartoffelbreistampfer (äh, heissen die so?) gründlich im Topf rumstampfen. Die Kürbiswürfel sollten etwas zerkleinert sein, aber das ganze sollte eben nicht so breiig werden wie mit dem Pürierstab. Mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken und die heisse Masse wie bei der Marmelade in saubere Gläser füllen.

Kürbis-Apfel-Orangen-Chutney

Das Rezept stammte wieder vom Chefkoch. Hier die Variante mit meinen Abwandlungen:

1 kg Hokaidokürbis, gewürfelt
300 – 400 g Apfel, klein geschnitten
2 Orangen, nur das Fruchtfleisch ohne die Häute dazwischen
2 Zwiebeln, gewürfelt
2 – 3 Zehen Knoblauch, klein geschnitten
300 g brauner Zucker
250 ml heller Balsamico
300 ml Weisswein
1 Vanilleschote, der Länge nach aufgeritzt
2 EL Salz
1 EL grüne Pfefferkörner
100 g getrocknete Cranberries
ein Stück geriebener Ingwer, ca. so groß wie das vordere Daumenglied
10 Körner Piment (am besten in einem Teefilter reingeben, damit man sie wieder rausfischen kann)
2 Peperoni, ganz
evtl. noch etwa 100 ml Orangensaft
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer zum Abschmecken

Alle Zutaten bis zur Peperoni in einen großen Topf geben und 1,5 bis 2 Stunden bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Falls die Masse trocken kocht, Orangensaft dazugeben. Das Kürbisfleisch sollte richtig weich sein, wenn man mit einer Gabel reinpiekt. Dann die Peperoni, den Teefilter mit den Pimentkörnern und die Vanilleschote rausfischen und alles mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken. Mit etwas Pfeffer abschmecken und in die sterilen Gläser füllen.

Dieses Chutney ist wesentlich süßer als das mit Tomaten, passt dadurch auch gut zu hellerem Fleisch. Ich hab’s letztens statt Tomatensoße auf ’nem Pizzateig verwendet und den noch mit gebratenen Hühnerbrustwürfeln, frischen Tomatenscheiben und Ziegenkäse belegt – tolle Kombination.

Katja

13 Kommentare zu “Die Geschichte des Kürbis

  1. Kürbis gibt es bei uns nur als Suppe (weil der nur gegessen wird, wenn man ihn nicht sieht *grins*). Finde ich besonders lecker, wenn man durchgefroren von draußen kommt. Wenn du mal probieren magst:
    Kürbis, Kartoffeln und Möhren zu gleichen Teilen,
    gar kochen und pürieren,
    soviel Butter dazugeben, wie man kalorienmäßig möchte,
    soviel Gemüsebrühe, bis man die Konsistenz hat, die man bei Suppen gern hat,
    würzen mit Salz, Pfeffer, Muskat.

  2. Also dieses Kürbis-Tomaten-Chutney ist echt zum Niederknien 😀 (Ist da eigentlich in meinem Glas auch dieses Harissa drin gewesen? – weil ich Lusche find’s gar nicht so scharf..) Das hält definitv nicht mehr lang und werde ich dann wohl auch mal basteln müssen!

  3. @Guinan: Cool! Dankesehr für’s Rezept! Ich hatte letztes Jahr mal ’ne Kürbissuppe gemacht, da war aber iirc kein anderes Gemüse mit drin. Dafür hatte ich es mit dem frischen Ingwer ziemlich übertrieben und die war in erster Linie höllenscharf. Da war vom tollen Kürbisgeschmack nicht mehr so viel übrig.

    @Corina: Japp. Das war mit Harissa. Deswegen dachte ich ja, es sei zu scharf für dich, was mich überhaupt drauf gebracht hat noch ein zweites Rezept zu probieren. 😀
    (So für die Mengenverhältnisse: Ich hab jetzt nochmal ’nen Schwung mit Tomate gekocht. Der Kürbis hatte 1,7 oder 1,8 kg und ich hab die restlichen Zutaten hochgerechnet. Das ergab 9 recht große Gläser.)

  4. hm. hm-hm. ich hab‘ mich ja auch noch nie selbst an’nen kürbis getraut, mag aber eigentlich alles damit total gern … dann sollte ich diesen herbst wohl mal dringend! [ist eh das koch- und backjahr schlechthin ;)!]

    • Mach mal! Wirst du nicht bereuen, speziell wenn du dich gar nicht mehr verlieben musst. 🙂

      [Übrigens auch extrem lecker: Kürbispüree. Einfach den Kürbis würfeln und für 45 – 60 Minuten in einer eingeölten Auflaufform (oder auf dem geölten Blech) bei 180° in den Ofen und danach mit dem Pürierstab fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Wird in der Konsistenz wie ein flauschiges Kartoffelpü. Gab’s hier letzte Woche zu Vollkornbratlingen. Sehr yummi.]

  5. Hm, da liest man mal eine Woche hier nicht mit und dann hat man a) eine Menge nach zu holen und b) wieder tolle neue Rezepte.
    Kürbis geht immer und in fast jeder Form.
    Dieses Jahr bin noch auf der Suche nach einem Rezept um Kürbis süß-scharf (als Würfel) einzulegen. Meine Oma hatte da mal ein Rezept …. das war herrlich zu gegrilltem oder gebratenem Fleisch.
    Aber auch deine Rezepte klingen nachkochens(bastelns)wert.

    • Die Chutneys passen ziemlich gut zu Gegrilltem/Gebratenem, wobei das natürlich keine Oma-Rezepte ersetzen kann. 🙂

      Ich kannte früher nur diese (süß-sauer?) eingelegten Kürbiswürfel, die man kaufen konnte – die mochte ich gar nicht, deswegen war ich so lange Kürbis gegenüber so skeptisch. Dabei konnte der gar nix für und es lag an der Marinade. 😀

  6. @Guinan: Falls du zufällig die Antworten abonniert hast: Vielen Dank nochmal für’s Rezept! 🙂
    Die Suppe gab’s vor ein paar Tagen und ich mag die Kombination sehr gerne. Butter brauchte sie in meinen Augen gar nicht, weil der Kürbis ja schon sehr buttrig flauschig schmeckt, dafür hatte ich ’ne Cabanossi klein geschnippelt und mit reingeworfen. Sehr yummi.

  7. Freut mich, dass es dir geschmeckt hat – und noch mehr, dass du es mir erzählst.
    Ich halte mich mit der Butter auch zurück, das Originalrezept ist von meiner Schwiegermutter, die kocht gern sehr _gehaltvoll_ 😉

  8. Pingback: Nochmal Pflaumen | Gedankensprünge

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