Don’t call it Marmelade

‚Lecker‘ befindet der Mitesser, aber damit, dass ich’s Marmelade nenne, hat er ein Problem. Etwas, dessen Hauptbestandteil Zwiebel ist, kann nämlich unmöglich Marmelade heissen.

Ich nenn’s aber trotzdem so, weil mir kein anderes fluffiges Wort dafür einfällt:

Rotwein-Balsamico-Zwiebel-Marmelade

Inspirationen dazu habe ich mir bei Steph und beim Chefkoch geholt, weil ich etwas suchte, wie man Zwiebeln in Rotwein zum Aufbewahren (und Verschicken) einkochen kann.

Gemacht hab ich’s so:

1 kg Zwiebeln (ich hatte rote und weisse, je ca. zur Hälfte)
ca. 50 Gramm Butter
4 große Zweige Thymian
3 EL (das sind so etwa 50-60 Gramm) brauner Zucker
1 EL normaler Zucker
1,5 EL Preisselbären
Salz, schwarzer Pfeffer, Muskatnuss – alles frisch gemahlen
200 ml Rotwein
200 ml Balsamico-Essig (dunkler)

Die Zwiebeln schälen und kleinschnippeln. Die Butter in einer großen Pfanne bei niedriger Temperatur schmelzen. Die Zwiebeln in die Pfanne geben, mit Salz und Pfeffer würzen, die Thymianzweige dazugeben und ca. 45 Minuten bei niedriger bis mittlerer Hitze mit geschlossenem Deckel glasig dünsten und gelegentlich umrühren.

Den Zucker unterrühren und Rotwein und Balsamico dazugeben. Den Herd hochdrehen und den Pfannendeckel runternehmen und die Masse etwa eine Stunde lang köcheln lassen, bis es sämig eingekocht ist. Jetzt häufiger rühren, damit nix anbrennt.

Preisselbären dazugeben, mit etwas Muskat und bei Bedarf auch nochmal Pfeffer und Salz abschmecken, Thymian entfernen (also zumindest die Stiele) und kochen bis eine etwa marmeladenähnliche Konsistenz erreicht ist.

In ausgekochte Schraubgläser füllen (die Menge ergibt bei mir etwas mehr als zwei dieser niedrigen typischen Marmelade-Einkochgläser) und für einige Minuten die Gläser auf den Deckel stellen, damit sich ein Vakuum bildet.

Beim Chefkochrezept steht dabei, dass es etwa ein halbes Jahr haltbar sein sollte – ich vermute, so lange wird’s nicht überleben. Auf Käsebrot schmeckt’s schonmal grandios. Demnächst probiere ich’s zu was Kurzgebratenem und ich glaube, ich muss das auch mal auf Baguette oder Toast mit Käse überbacken.

Katja

18 Kommentare zu “Don’t call it Marmelade

  1. @rebhuhn: Und ich erst! (Also gespannt und so.)

    @Frau Leo: *nick* Das warnse. Und ich hab sooo geheult. :mrgreen:

    @Jule: Aye, das war auch bei mir der Grund, das überhaupt zu kochen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich’s selber überhaupt mögen würde. 🙂

      • Puh, jetzt bin ich erleichtert. 😀
        Dass du selber schonmal ähnliches gekocht hast, hatte ich gar nicht mehr auf’m Schirm – vermutlich weil so viele Zwiebeln drin waren, dass es für mich eigentlich eh indiskutabel gewesen wäre. :mrgreen:
        Aber zumindest stimmte dann die Erinnerung, dass du sowas Zwiebliges magst. 🙂

  2. Und das schmeckt?? Ich weiß ja noch nicht so genau… Wie isst man sowas denn? Also womit oder so…
    Ich bin da ja immer eher skeptisch!!

    Aber ich überlege dein „how to slow your fastfood down“ zu meinem Geburstag zu machen 😀
    Kann man sich da einfach so ranwagen oder sollte man da vorher mal etwas von Probekochen? Das Brot vielleicht??

  3. @Corina: Hast du diese Liste eigentlich irgendwie strukturiert/geordnet und Tipps für ein Ordnungssystem? Ich müsste das mal anpacken, es zu ordnen. Die meisten Dinge habe ich entweder in den Bookmarks oder im google-Reader markiert, aber das ist schon bissl nervig, wenn man was sucht und nicht mal weiss, wo man suchen sollte. 🙄 (Und in meinen zahlreichen Kochbüchern kleben Heftmarker.)

    @Julia: Ich hab mir, nachdem ich irgendwann mal festgestellt hatte, dass ich Käse, der strenger als Gouda schmeckt und den ich vorher immer gemieden hatte, mag, vorgenommen, den Dingen wenigstens eine Chance zu geben und das mache ich auch mit den meisten seitdem (deswegen gestern auch der Labskaus). Das ist echt überraschend, was ich seitdem alles für lecker befunden habe, wo ich mich früher nie rangetraut hätte.
    Die Zwiebelmarmelade habe ich bisher nur auf Käsebrot probiert mit dem Rest, der nicht in die beiden Gläser passte. Mein anderes Glas ist noch verschlossen, aber sobald ich wieder mal Rinderfilet oder ähnliches mache, wird das geöffnet.

    Zum Selbstmachdöner: Das hängt davon ab, wie erfahren du im Kochen bist. Wenn du Übung mit Hefeteigen hast und/oder schon gelegentlich Brot gebacken, kannste das einfach so wuppen. Wenn du’s noch nie gemacht hast, würde ich auf jeden Fall vorher mal in irgendeiner Weise selber Brot oder Brötchen aus Hefeteig backen.

    Für wieviele Leute willst das denn zubereiten? Das kann schon recht hektisch werden, weil das Zusammenbauen ohne Übung eine Weile dauert. Wenn alle gleichzeitig essen sollen, würde ich mir bei mehr als 4-6 Personen eher was anderes überlegen, weil das schneller abkühlt als du’s gebastelt bekommst. (Oder natürlich alles in Schalen vorbereiten und die Gäste am Tisch selber zusammentüdeln lassen, damit das gleichzeitig von statten geht.)

    Ansonsten, falls du was wirklich Stressfreies suchst, was du am Tag vorher schon vorbereiten kannst und was sich dann, wenn die Gäste da sind, quasi alleine fertig kocht, würde ich zu Coq au vin raten. Das empfinde ich als optimales ‚Besuchsessen‘, weil ich dann nicht die ganze Zeit in der Küche stehen muss. Und es ist auch nicht kompliziert und wirklich lecker. Mein Neffe will überhaupt nichts anderes mehr, wenn er mich besuchen kommt, seit er’s zum ersten Mal probiert hat. Und wehe ich koche nicht ausreichend viel, damit er sich noch Reste für’n nächsten Tag mitnehmen kann. 😀

    • Oh ja, das mit dem Gouda kenne ich!!
      Aber du hast rest. Ich probiere und esse auch schon viel viel mehr als noch vor ein paar Jahren (was auch an der Zeit in Spanien liegen kann)!

      Also wir wollten eh so eine Art Fajita/Burrito machen. Das hatten wir schon mal und das hat super geklappt. Man schnipselt alles klein, brät das Fleisch, stellt es warm und wenn der Besuch kommt stellt man alles auf den Tisch und jeder macht sich sein essen so wie er es am liebsten mag 😀

      Das mit dem Brot werde ich dann aber vorher vielleicht wirklich besser noch mal üben. Hab die letzten Jahre ja nur mit der Brotbackmaschine gebacken…
      Coq au vin probiere ich dann vielleicht ein anderes Mal!

      Wie hat denn der Labskaus geschmeckt?

    • Die Nachkochliste existiert eigentlich nur in meinem Kopf. Da kann’s dann auch schon mal passieren, dass ein paar Monate / Jahre (??) vergehen, bis ich durch irgend’ne Kleinigkeit angeregt werde, den ein oder anderen Punkt abzuarbeiten… Hm… die meisten Rezepte find ich dann auch irgendwie wieder, hab da aber kein wirkliches System. Ab und an landen’se in den Lesezeichen… hier bei dir find ich die eh immer wieder… und wenn ich’s mal nicht wiederfinde, dann finde ich beim Suchen danach ein völlig neues Rezept und mach das dann halt… 🙂

      Hm… da konnt‘ ich dir jetzt leider nicht weiterhelfen. 😦

  4. @Julia: Oh, so ein ‚jeder bastelt selber‘-Essen finde ich auch toll und sehr gemütlich in der Runde am Tisch! 🙂 Machen wir gelegentlich mit Wraps, was ja glaube ich, so ähnlich wie Burritos sein müsste.

    Den Labskaus fand ich überraschend gut. OK, rote Bete und ich werden nie die besten Freunde werden, aber ein bisschen dazu ging schon. Den Rollmops hätte ich allerdings weglassen können. Der war für mich so gar nicht stimmig zum Rest.

    Wie macht deine Mama den denn? Mischt sie Gurke und Rote Bete mit drunter oder gibt es das als Beilagen? Und welchen Fisch esst ihr dazu?

    @Corina: Ach du ahnst ja gar nicht, wie sehr es hilft zu wissen, dass man nicht die einzige ist, die dahingehend unstrukturiert ist. 😉 😀

  5. Pingback: Nochmal Pflaumen | Gedankensprünge

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