Glück ist #20

Und gerade dann auf der Heimfahrt vom Spanisch Essen gehen mit den Leuten aus dem Spanischkurs ist mir wieder einmal aufgefallen wie herrlich der Wald riecht. Besonders an so heissen Tagen wie heute, wo die Luft schwül und drückend ist und man das Gefühl hat, kaum Luft zu bekommen, zumindest keine frische, da ist es eine Wohltat abends in den Wald zu kommen oder wenigstens hindurch, wo alles ein wenig feucht erdig riecht und wo man alleine an der Luft merkt, dass es dort den ganzen Tag kühler und frischer gewesen sein muss. Und irgendwelche Synapsen lösen bei mir bei diesem Geruch direkt aus, dass es sich unter den Fußsohlen anfühlt als würde ich barfuß über feuchten Waldboden, feuchtes Gras laufen.

Katja

Wer nicht hören will…

Der unangenehme Besucher, von dem ich letztens erzählte, hat so zeitnah schon wieder ‚zugeschlagen‘.

Die anscheinend zu höflich ausgefallene Absage auf seine Anfrage hin, ob er mit einem Freund hier übernachten und sein Auto für einige Tage abstellen kann, ignorierend, hat er sich, ohne weitere Nachfrage einen Tag vorher einfach für letzten Sonntag angekündigt. Zwar hatte er während seines Besuchs hier schon gefragt, ob er dann ‚irgendwann demnächst in diesem Sommer‘ sein Auto für ein paar Tage hier abstellen könnte, aber die ausdrückliche Bitte, das dann nochmal vorher zu besprechen, hat er mal einfach in ‚Bescheid sagen‘ umgemodelt.

Und bitte! Er kenne den Freund immerhin seit 1962 (ungelogen), da könne man ja wohl kaum von einem Fremden reden, war seine Reaktion auf die Absage, hier einen Wildfremden übernachten zu lassen.

Da die Ankündigung des Erscheinens am Sonntag noch dazu via Mobilbox des Telefons erfolgte, nutzten wir die wunderbare Gelegenheit der Tutanchamun-Ausstellung in Köln, die gerade noch ein paar Tage läuft und die ich seit Wochen gerne anschauen wollte, einen Besuch abzustatten. (Fotos von dort demnächst in diesem Theater)
Zum Glück gab’s Samstag nachmittags noch Karten für den Sonntag.

Bei soviel Ignoranz aller Absagen und bei soviel Aufdringlichkeit vergesse ich echt langsam meine Höflichkeit. Und ich konnte mir dann nachmittags in Köln ein Grinsen nicht verkneifen als ich daran dachte, dass er wohl gerade vor verschlossener Tür steht. Das leise Stimmchen in mir, das anmerkt, dass man das ja auch werten könne, als hätte ich mich aus der eigenen Wohnung vertreiben lassen, mag ich gerade mal ignorieren. In dem Moment des Pläneschmiedens und auch am Sonntag Nachmittag fühlte es sich nämlich tatsächlich ein Stück weit verwegen an, wenigstens überhaupt eine Art von Widerstand und Rebellion aufzubringen.

Womit ich natürlich nicht gerechnet hätte: Bei der Rückkehr stand das Auto auf dem Hof. Einfach abgestellt, ohne eine Nachricht zu hinterlassen, ausser einem Gruß beim Nachbarn. D.h. alle Flucht hat nur für den Moment geholfen und irgendwann in den nächsten Tagen – und verdammt, ich weiss nicht mal wann – wird es dann doch an der Tür klingeln. Grmpf.

Katja