Pummel

Pummel, an dessen richtigen Namen ich mich gar nicht mehr erinnern kann, war alles andere als ein Pummel. Lang, schlaksig und mit wildem Afrolook, den er oft mittels eines gehäkelten ‚Mützchens‘ bändigte, das eigentlich mal ein Klopapierrollenhäkelhütchen war, das er der Mutter einer Freundin bei einem Besuch dort abgequatscht hatte.

Pummel war ein paar Jahre älter als wir und durfte schon Auto fahren. Eine alter Klapperkiste hatte er – ich hab keine Ahnung mehr, was das war. Ich glaube, ein kleiner Fiat. Das Auto verfügte zwar über ein Radio, das war aber kaputt. Und Cassetten konnte man damit eh nicht abspielen. Pummel hatte also stets sein kleines Kofferradio mit Cassettenteil zwischen Fahrer- und Beifahrersitz stehen und hörte Musik von Cassette, wenn er mit der kleinen Klapperkiste unterwegs war.

Meist liefen da Cassetten, die er von irgendwelchen Schallplatten aufgenommen hatte und an eine davon kann ich mich gut erinnern. Also nicht an den Inhalt, ich hab keine Ahnung mehr, welche Lieder darauf waren. Aber ich weiss noch, dass seine entsprechende Schallplatte an einer Stelle im Lied immer festhing, bis man den Arm mit der Nadel gewaltsam weiterstupste und ich weiss noch, dass er diesen ‚Hänger‘ mit aufgenommen hatte. Und zwar in der langen Variante, weil er gerade nicht in seinem Zimmer war als die Aufnahme lief. Störte ihn aber nicht. Es hatte ja trotzdem alles auf die Cassette gepasst.

Irgendwann waren wir wieder einmal mit seinem Auto unterwegs und unter anderem auch einer der Jungs, die nicht so oft mit dabei waren. Als besagte Stelle auf der Cassette kam, wussten ausser ihm alle was los war, nur er war sichtlich irritiert, weil Cassetten ja eigentlich zu Bandsalat neigten, nicht aber zu solchen Hängern wie Schallplatten. Pummel meinte, bei seinen Cassetten würde das dauernd passieren, der andere (der praktischerweise auf dem Beifahrersitz saß, weil er die längsten Beine hatte) solle doch bitte mal das Radio schütteln. Besagter Junge tat’s und natürlich passierte nichts. Pummel maulte ihn an, dass er das ja auch nicht richtig machen würde. Er versuchte es erneut und es ging wieder nicht. Genau zur passenden Stelle nahm Pummel das Gerät dann selber in die Hand, redete drauf ein, schüttelte kräftig, haute mit der flachen Hand drauf und die Musik lief weiter.

Der Gesichtsausdruck – unbezahlbar und unvergesslich!

Katja

(Musste ich gerade seit langem wieder mal dran denken als das Fellmonsterchen von alten Cassetten erzählte.)

 

Little Britain

Nachdem ich gestern in Dänemarkurlaubserinnerungen geschwelgt bin, fiel es leicht, heute wieder einmal ein paar Fotos des letzten Spanienurlaubs zu sortieren und dabei ein ums andere mal zu soifzen. Verflucht, wird wieder mal Zeit ans Meer zu fahren.

Aber halt, eigentlich sind das dieses Mal gar keine echten Spanienfotos, die ich heute zeigen will, sondern britische. Die Ferienwohnung lag ja nur einen Steinwurf von Gibraltar entfernt und wir waren zwei Nachmittage auf ‚The Rock‘ unterwegs.

Nachdem wir im Jahr vorher oben auf dem Berg das ganze Sightseeing Programm gesehen hatten (was sich hinter diesem Link verbirgt), waren wir dieses Mal am Fuß des Felsens in der Stadt unterwegs. Gucken, staunen, in der Sonne sitzen und Kaffee schlürfen, sich wie im Urlaub fühlen (was durchaus leicht fällt, wenn man im Urlaub ist :D), die Seitenstraßen entlanglaufen, wo sich selten die Touristenmassen hinverirren und ein bisschen zollfrei shoppen.

Die Stadt und vor allem ihre Bewohner fand ich immer noch genauso skurril wie im Jahr vorher. Alles sehr britisch, alles wirkt sehr darauf bedacht, auch unbedingt deutlich zu machen, dass es britisch ist. Dass man dort zB überhaupt gar keine einzige Postkarte von den herrlichen Stränden der Gegend kaufen kann, sondern ausschließlich welche, auf denen der dicke Felsen zu sehen ist, hatte ich ja während des Urlaubs schon beklagt.

Und ansonsten gleicht die Stadt einem riesigen Duty-Free-Shop.

(Falls irgendwann mal jemand von euch dorthin kommt und sich von den vielen Parfumläden angezogen fühlt: Ein Einkauf dort lohnt sich nur extrem selten, weil man meist beim Onlineshopping einen besseren Preis erzielen kann als dort zollfrei. Falls ihr natürlich ansonsten nur bei Doug.las und Co. kauft, lohnt es sich sehr! Was sich allerdings nicht lohnt ist, die Mainstreet langzulaufen und Preise der einzelnen Parfumläden zu vergleichen. Die gehören (bis auf sehr (!) wenige Ausnahmen, bei denen es kein Markenparfum gibt) alle zur gleichen Kette und haben identische Preise.)

Und jetzt: Bilder! Ein paar Stadtansichten.

 

Katja