Neulich im Wohnzimmer

Ich so: *tiefseufzend* Ich muss unbedingt wieder mal ans Meer.
Er so: Wollen wir fahren? Nächstes Wochenende oder übernächstes?
Ich so: *strahlstrahlstrahl*

Ich bin dann ab morgen Früh mal weg. Auf’s Meer gucken, Wind im Gesicht spüren, nasse Füße holen, Sand zwischen den Zehen haben.

Falls das angekündigte WiFi in der Hotellobby tatsächlich funktioniert vielleicht die Tage ein, zwei Worte oder Bilder, ansonsten lasst’s euch gut gehen. Ich werd‘ das nämlich auch machen. 🙂

Katja

Und immer wieder dieses Lesen…

funny pictures - You realize it's just the same 26 letters being rearranged, don't you?
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Aber eigentlich wollte ich ja endlich mal – vermutlich kennt ihr das eh schon alle längst – auf meine großartigste Entdeckung der letzten Wochen, über die ich wohl auch am allermeisten in dieser Zeit geflucht habe, hinweisen, nämlich die 5 Bücher. Dort stellen verschiedene Menschen ihre jeweiligen fünf Bücher vor, die ihnen aus den unterschiedlichsten Gründen unersetzlich sind.

Und das ist wunderbar und großartig, weil ich ja ohnehin ungeheuer gerne auf Empfehlungen hin lese und das ist so furchtbar und zum darüber fluchen, weil ich fast keinen neuen Artikel dort lesen kann, ohne nicht wenigstens eines der fünf Bücher auch unbedingt lesen zu wollen. Manchmal sogar alle 5. Und so wächst und wächst und wächst meine Liste der Bücher, die ich irgendwann mal lesen will, die auch vor den fünf Büchern schon so lang war, dass ich mich fragte, ob ich die je leer(er) bekomme. Aber entabonnieren geht echt gar nicht. Dafür ist es viel zu schön, wenn Menschen über ihre Lieblingsbücher schreiben. 🙂

Katja

Hamburg 8° Regen

Seit Tagen im Kopf, vielleicht durch den Dauerregen, der hier herrscht und hinter dem sich der Sommer gut versteckt hält.

Es hätte ein schlimmerer Song mit Regentitel werden können, was Melancholisches hätte ich ja gerade gar nicht ab gekonnt. Dann doch lieber so!

Regen.

Katja

 

Kurz zitiert #20

„Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern vielmehr die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als Angst. Die Tapferen leben vielleicht nicht ewig, aber die Vorsichtigen leben überhaupt nicht.“

(Anne Hathaway als Amelia „Mia“ Thermopolis in ‚Plötzlich Prinzessin [@Maryam: Na wenn das nicht passt, Prinzessin Wuschelkopf! :)])

 

Von Maryam angeregt habe ich wieder mal über Angst nachgedacht und da fiel mir ein Bruchteil dieses Zitats ein, von dem ich bis eben nicht mal wusste, woher es stammt. Ich hatte nur diesen ersten Halbsatz im Sinn ‚Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst‘.

Früher dachte ich immer, man sei entweder ängstlich oder mutig und die beiden lägen an den gegenüberliegenden Enden einer Skala. Dass das gerade nicht so ist, ist mir erst in den letzten Jahren klar geworden.

Wer keine Angst kennt, braucht ja gar keinen Mut.

Katja

(no title)

Wieso kenne ich 20 Jahre (echt wahr, gerade nachgeguckt!) nach Umbenennung noch den genauen Slogan, mit dem damals Raider in Twix umbenannt wurde, kann mich aber kein bisschen daran erinnern, wann ich zuletzt ein Banjo im Laden gesehen habe? Kauft noch irgendjemand Reinigungsmittel, die nicht konzentriert sind und wer schleppt die 10 kg Trommeln mit Waschpulver dann nach Hause? Ach und gibt es die überhaupt noch? Warum gibt es den Geruch von Sommerregen und den von frisch gemähtem Gras nicht als Parfum? Sind in Mamba immer noch Fruppies enthalten und hat mittlerweile jemand rausgefunden, was das überhaupt ist? Gibt es nachts tatsächlich so viel häufiger Gewitter als tagsüber oder fallen die mir nur stärker auf? Hat dieser spezielle Wind, dem man anmerkt, dass es gleich regnen wird auch einen speziellen Namen? Kann man noch Monchichis kaufen? Und erinnert sich überhaupt noch jemand an die? Seit wann gibt es Bier in so vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen? Und hat mal jemand ausgerechnet, wieviel zusätzlichen Lagerplatz das landesweit benötigt? Warum verlege ich meine Schuhe viel häufiger als meinen Schlüsselbund? Wann hörte der Schlussverkauf auf, Schlussverkauf zu sein und wurde zum SALE? Und wissen die, die ihn so nennen, dass das eher beknackt als modern anmutet? Wieso benutze ich viel häufiger die Worte ‚geil‘ oder ‚cool‘ als die Worte ‚fesch‘ oder ‚charmant‘ obwohl ich die letzten beiden viel geiler charmanter finde? Und erinnert sich noch jemand an die Zeit, als man beim Hören oder Lesen von ‚geil‘ noch verlegen kicherte, weil die Bedeutung noch eine ganz andere Note hatte? Kichern die Mädchen von heute überhaupt noch oder ist das sowieso völlig uncool? Und falls nicht, wie heisst das denn jetzt? Sind meine Füße in den letzten Jahren wirklich eine Nummer größer geworden oder sind die Schuhe einfach kleiner als vor 20 Jahren? Gibt es Studien darüber, am wievielten eines neuen Monats die meisten Leute das alte Kalenderblatt abreissen? Und gibt es bei dem Datum Unterschiede zwischen Männern und Frauen oder regionale Unterschiede? Denkt wirklich immer jemand an einen, wenn man Schluckauf hat? Wer ist eigentlich Paul? Und wann bist du zum letzten Mal barfuß im Sand gelaufen und hast auf’s Meer geschaut?

Katja

Angst vor nichts

Denn eigentlich ist die Null ja nichts, immerhin heisst es ja auch null und nichtig.

Meinen 20. Geburtstag verbrachte ich als Betreuerin im Zeltlager und ich erinnere mich noch gut an das Geschenk, das das restliche Betreuerteam mir machte: Sandspielzeug. Damit wollten sie mir die Gewissheit geben, immer noch jung genug dafür zu sein. Und das taten sie nicht grundlos, sondern weil ich vorher völlig kopflos und panisch war, urplötzlich furchtbar alt zu werden. ZIG. ZIG. ZIG. Da kommt man nie wieder raus, wenn man erst mal drin ist. Das ist endgültig, denn wer wird schon hunDERT? Da gehört man direkt zum alten Eisen.

Natürlich war es so, wie es sein musste und ich fühlte mich nicht schlagartig nach diesem Geburtstag uralt und hinterher kam ich mir wirklich albern vor, dafür, dass ich solche Panik geschoben hatte.

Im Laufe der Zwanziger fragte ich mich, wann es losgeht, dieses Erwachsen sein, dieses Altfühlen. Als meine Mutter in dem Alter war, in dem ich dann war, kam sie mir immer so unfassbar alt vor. So spießig. Und je mehr Jahre vergingen, desto eher war ich geneigt daran zu glauben, dass das gar keine Frage des Alters sein muss. ‚Man ist so alt wie man sich fühlt.‘ Da schien was dran zu sein.

Und doch. Und trotzdem. Diese Zahlen, die machten mich immer noch nervös. Irgendwann – ich glaube, das war so mit sechs- oder siebenundzwanzig, fing ich an, mein Alter nicht mehr zu nennen, sondern stattdessen mit 21 und einem Buchstaben anzugeben. Also 21a (=22), 21b (=23).

Als ich 21i wurde, hatte mich die Depression und die Angst voll im Griff. Das war die Zeit als ich gerade zusammengebrochen war. Und ab da wurde meine Angst vor der rasenden echten Zahl, die mein Alter angab noch schlimmer, war sie doch ein Hinweis darauf, wieviel Zeit meines Lebens ich ‚verpasste‘, wieviele Jahre ich nur in der Wohnung saß, die ich nie wieder würde nachholen können. Ich wollte das nicht wahrhaben, betrog mich selber. Immerhin fühlte ich mich ja auch immer noch nicht erwachsen, also konnte ich doch gar nicht so alt sein.

Und auch jetzt, wo mir seit ein paar Jahren mein Leben wieder immer mehr zu meinem Leben wird, ist sie immer noch da, diese Angst vor dieser blöden Zahl, die gnadenlos höher wird. Und manchmal ertappe ich mich dabei, wenn ich darüber nachdenke, wie sich mein Denken und Fühlen in den letzten Jahren verändert hat, dass ich mich selber frage, ob es das vielleicht ist, dieses Erwachsensein. Ob es sich so anfühlt. Und wenn es so ist, dann ist es vielleicht ja gar nicht so schlimm und das Leben ist dann gar nicht direkt vorbei.

Und ich merke, wie oft ich ‚damals‘ sage. Wie oft mir, wenn ich etwas erzähle auffällt, dass das Erzählte ja schon 20 oder mehr Jahre in der Vergangenheit liegt. Aber ich mag’s nicht sagen, nicht mal denken, dieses ‚verflucht, ich werde alt.‘.

Aber ich mag mich auch nicht mehr selber betrügen, mag diesen Hau loswerden, diese Empfindlichkeit, wenn es um mein Alter geht. Immerhin ist diese Katja jetzt in genau diesem Alter diejenige, die ich besser leiden kann als ich es wohl jemals zuvor konnte – nicht weil sie irgendwie besser wäre, sondern weil ich endlich (endlich!) auf dem Weg dahin bin, mich anzunehmen, mich annehmen zu können.

Und dazu gehört vermutlich auch, mit anzunehmen, wie alt ich bin. Ohne 21irgendwas. Damit wollte ich ohnehin nie jemanden anderen betrügen (und ich habe auch immer die Erklärung mitgeliefert, sodass jeder in der Lage war, nachzuvollziehen wie alt ich tatsächlich bin) als mich selber. Weil ich es nicht fertig brachte, mein tatsächliches Alter auszusprechen, aufzuschreiben. Auch und schon gar nicht hier in meinem Blog und ich weiss nicht mal weswegen. Vielleicht, weil sich das nicht mehr zurücknehmen lässt, wenn’s erst mal raus ist. (Wobei ich ja jenen, die gefragt haben, ohnehin immer geantwortet habe.)

Ich will keine Angst mehr vor meinen Geburtstagen haben! Ich will keine Angst mehr vor dieser blöden Zahl haben, die sich Alter nennt und die doch überhaupt gar nichts aussagt. Ich will keine Angst mehr davor haben, dass mich jemand nach meinem Alter fragen könnte und ich will keine Angst mehr davor haben, mein Alter zu verraten. Und vor allem will ich keine Angst vor der blöden Null haben, die mich in ein paar Tagen erwartet und  die ja nur bedeutet, dass ich wieder einen einzigen Tag älter geworden bin und nicht, dass mein Leben schlagartig vorbei ist.

Mit aller Überwindung: Ich bin ich. Und ich werde bald 40.

Uffff.

Katja, schwankend, ob der Mut reicht, jetzt auf Publizieren zu klicken oder ob das doch lieber in den Papierkorb sollte

 

 

Rauschen

Eigentlich wollte ich vorhin, beim Spaziergang am Rhein, das Rascheln des Windes in den Blättern der Bäume einfangen, das fast wie Meeresrauschen klang und mich gedanklich an viel größeres Wasser katapultierte. Stattdessen ist bei der kurzen Videoaufnahme jede Menge Rauschen des Windes am Mikrophon meines Fotoapparates zu hören und wenig dessen in den Bäumen.

Aber weil es trotzdem ganz hübsch anzusehen ist, hier heute mal kurze bewegte Bilder anstelle von Spaziergangfotos:

Ach na gut. Wenigstens eines muss doch noch sein, weil ich mich nicht entscheiden kann, welches der beiden ich ins Dailyfotoblog bammeln soll.

Katja