Kurz zitiert #17

Es ist kaum möglich zu beschreiben, was alles durch Theofines Kopf ging, als sie hörte, dass Dr. Aphrodite Pickfloh einen Bruder hatte. Vielleicht kann man es am ehesten mit dem Gefühl vergleichen, wenn dir klar wird, dass deine Lehrerin einen Vornamen hat. Bis dahin war sie einfach Frau Pudelmeier oder Frau Knopfloch gewesen, und ihre einzige Funktion im Leben war es, dir lesen oder rechnen beizubringen. Aber wenn du plötzlich hörst, dass sie, zum Beispiel von einem anderen Lehrer, „Desdemona“ oder „Walburga“ genannt wird, ist alles anders. Plötzlich wird dir klar, dass deine Lehrerin eine komplette Person ist, eine Person mit einem Vornamen, die noch ein ganz anderes Leben hat, das nichts mit dir zu tun hat. Danach wirst du deine Lehrerin nie mehr so sehen wie früher.

(David Elliott, Fine – ein Mädchen in den Bäumen, Seite 127)

 

Und beim Lesen war dann die Erinnerung da an damals, als meine Lieblingskindergartentante im Brautkleid aus der Kirche kam und wir Pimpfe alle mit Rosen in der Hand Spalier standen, die wir ihr überreichten so dass sie am Ende einen ganzen Arm voll Blumen hatte. Vorher hatte ich wirklich immer angenommen, sie gehöre fest zum Kindergarten, war mir nie bewusst, dass es ausser uns Kindern noch was anderes für sie geben könnte.

Hachz, ich mag Kinderbücher. Und dieses hat so wunderbare Ideen, dass ich mich am liebsten jetzt schwinghangelnderweise auf den Weg in den Dschungel von Ikkinasti machen würde.

Katja