So schmeckt der Sommer

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Es ist eine verdammt klebrige Angelegenheit diese Sirupzubereitung, aber das liegt wohl in der Natur des Sirups, dessen Hauptbestandteil Zucker ist. Pur ist die Chose vermutlich so süß, dass man auf der Stelle Zahnweh davon bekommt, etwa 1:10 mit Mineralwasser verdünnt ist der Holunderblütensirup herrlich erfrischend.

Die meisten Rezepte, die ich gefunden hatte, verwenden 20 Holunderblütendolden und 3 Zitronen auf 1 Liter Wasser und 2 kg Zucker, lassen den Kram 3 Tage lang stehen, filtern ab und füllen einfach in Gläser oder Flaschen. Durch den hohen Zuckergehalt hält sich der Sirup dann wohl etwa 1 Jahr lang. Da ich noch nie welchen benutzt habe und keine Ahnung hatte, in welchem Tempo wir den hier aufbrauchen werden, wollte ich ihn lieber einkochen, damit die Gläser vakuumverschlossen sind. Und weil mir 20 Dolden so wenig vorkamen, hab ich 35 reingeworfen.

Genau hab ich also folgendes gemacht:

35 Holunderblütendolden
3 unbehandelte Zitronen
2 kg Zucker
1 Liter Wasser

Die Zitronen in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden und abwechselnd mit Zucker und Blüten in eine große Schüssel schichten. Dann mit dem Wasser aufgießen und durchrühren. 2 Tage lang an einem kühlen Ort stehen lassen. Bei mir stand die (abgedeckte) Schüssel im Flur und ich habe ein paar Mal am Tag, wenn ich vorbeigekommen bin, umgerührt, damit sich der Zucker komplett löst.

Das Filtern durch ein Mulltuch habe ich mir gespart, stattdessen habe ich die Masse durch ein feines Sieb abgegossen und die Blüten und die Zitronenscheiben dann noch gründlich mit den Fingern ausgedrückt. Das ist eine fies klebrige Angelegenheit.

Die Flüssigkeit in einen Topf gießen, aufkochen und ein paar Minuten sprudelnd kochen lassen. Dann in sehr saubere Gläser oder Saftflaschen mit Twist Off Deckeln füllen (die Gläser sollten beim Befüllen auf einem feuchten Tuch stehen), die Deckel sofort verschließen und die Gläser für ein paar Minuten auf den Kopf stellen.

Ausprobiert habe ich’s noch nicht, aber ich vermute mal, so hält sich das dann locker 2, 3 Jahre.

Aus dieser Menge oben sind bei mir 6 große Marmeladengläser voll Sirup geworden.

Und jetzt ziehe ich los und gucke, ob ich nochmal Blüten für ’nen Schwung Marmelade bekomme. Von der, die ich bisher gekocht hatte, kann die Lieblingssschwester leider keine abbekommen. 😀

Katja

20 Kommentare zu “So schmeckt der Sommer

  1. holunder ist etwas geniales, daraus haben schon meine eltern früher limonade, gelee und sekt hergestellt 🙂

    mit den beeren haben wir vor einigen jahre einen genialen essig fabriziert 🙂

    • Wie habt ihr denn den Essig gemacht?

      Die Beeren kenne ich nur in Schnapsform. 😀

      Meine Oma hat früher immer ‚Hollerwasser‘ gemacht. Das war auch eine Art Limonade, im Gegensatz zum Sirup nicht so konzentriert, sondern man hat das direkt so getrunken wie es angesetzt wurde. Auch mit Zitrone, Zucker und ich glaube, da kam sogar ein Schuss Essig rein.

  2. oh, mist, da hab ich ja was wichtiges verpasst.. marmeladenverlosung..
    aber letztes jahr, als du die maltelade gemacht hast, waren wir auch schon alle so scharf auf das zeug und was hats uns gebracht? einen tropfenden zahn, so wie es sich eben gehört :mrgreen: selber probieren macht manchmal ja auch viel alberner – äh, ich meinte, viel mehr spaß 😉

    allerdings bin ich ernsthaft der meinung, du könntest hier eine goldgrube gefunden haben, so in bezug aufs lecker-zeuch-verschicken. onlinekatalog :mrgreen:

    die sache mit dem holunderblütensirup sollte ich unbedingt probieren, obwohl es bei uns hier nicht so viele sträuchernse gibt, die keine straßen neben sich haben.. mal sehen, was sich so findet – danke für die idee 😉

    • Nej, eben gerade keine Marmeladenverlosung, weil ich im Sommer besseres zu tun habe als ausschließlich in der Küche zu stehen. 😀

      Und die Maltelade, die konnte ich unmöglich hergeben – also anderweitig. Der Empfänger derselben stand doch schon auf dem Etikett. Die war extra für ihn gekocht, weil der olle Purist mein ‚Gepansche‘ mit Rhabarbär und Vanille oder dergleichen ablehnt. :mrgreen:

      Ich vermute übrigens, dass man Lebensmittel gar nicht einfach so verhökern dürfte via Onlinekatalog. Gibt ja ’nen Haufen lebensmittelrechtlicher und -hygienischer Vorschriften für den Verkauf von Speisen, vermutlich gilt das auch bei Fernverkäufen. Ganz abgesehen davon, dass ich das auch gar nicht will. 🙂

      Viel Erfolg bei der Blütenjagd! Vermutlich kann man die ja auch vom Straßenrand pflücken. Die aus der Seitenstraße bei mir, würde ich nicht nehmen wollen, weil hier ja so viel Lasterverkehr ist und chemische Industrie am Ende der Straße, aber an ’ner ’normalen‘ Landstraße… *Schultern zuck*
      Ansonsten würde ich mal an Rändern von Laubwäldern Ausschau halten. Da gibt’s auch häufig Holunderbüsche, zumindest in der Gegend, wo ich aufgewachsen bin war das so. 🙂

  3. ich hab das falsch ausgedrückt, tut mir leid.
    ich meinte das mit der marmeladenverlosung ganz schrecklich albern (mich hat gestern irgendwie die sonne gestochen) und ich hab das ja so aufgefasst, dass du uns nur deshalb den mund so wässrig bebilderst mit leckereien, damit wir selber starten und los legen.

    außerdem, den ganzen sommer über in der küche stehen und marmelade einkochen wäre ja schon ein gaudi, wenns wirklich die eigenen früchte wären. bei mir jedenfalls sind sie es nicht, aber dafür muss ich auch nicht den ganzen sommer an den herd *gacker*

    tut mir leid, dass ich dich so verwirrt hab, hoffentlich hab ich s jetzt richtig erklärt.. *hüstel*

    • Ah, das hatte ich echt so verstanden als hättest du verstanden, dass ich… äh na du weisst schon. 😀

      Und ja: immer selber machen! Selber machen ist toll! Alle sollten immer viel mehr selber machen. Selber machen macht glücklich. Einen selber. Und manchmal auch andere. Oder so. :mrgreen:

      Ich glaube aber auch bei eigenen Früchten hört die Gaudi irgendwann auf. Iiieks. Im Sommer, wenn’s eh so warm ist und man nur frisches um sich haben möchte, die ganze Zeit mit Zuckergeruch in der Nase… neeeeej. 😀

  4. ich muss immer noch lachen über das verstehen, das wir beide so gut drauf haben :mrgreen:

    das selber machen einen selber glücklich macht, stimmt irgendwie.
    wenn ich zurück blicke und darüber nachdenke, was ich heute alles selber machen kann und will, bin ich ganz schön weit gekommen. so im gegensatz zu den letzten jahren musste ich ja allein für die vegane ernährung schon sehr viel selber puzzeln, aber ich muss gestehen, dass ich hier bei dir auch viele anregungen bekommen habe.

    und dann ist selber machen doch auch echt nicht nur was glücklich machendes, sondern auch was, was – mich jedenfalls – auch ein bisschen stolz macht :mrgreen:

    und mit dem zuckergeruch – naja, also den gaaaaanzen sommer vielleicht nicht, aber ich würde gern meine eigenen sachen einkochen, verkochen und verarbeiten. natürlich wäre das im garten dann auch nicht nur das süße zeuchs 😉
    aber wenn ich an konserven denke, dann denke ich auch immer ein bisschen an diese kleine maus frederick, von der du auch schon geschrieben hast.
    denn irgendwie ist es im winter dann ja auch schön, sich an die plackerei im sommer zu erinnern. an das gefühl von den früchten und gemüsen, die durch die hände gegangen sind. die gewürze und so, weißt du.

    aber irgendwie ist einkochen auch lange nicht mehr so familiär, wie ich es noch kenne. so mit oma und mama und so. gemeinschaftlich halt..
    ich glaube, auch das macht für mich das gefühl von einkochen aus..

    albern, ich weiß 😉

    • Wenn ich das lese, musst du unbedingt mal den Rotkohl angehen. Das ist wirklich ein wahnsinnstolles Gefühl, wenn du dann später eine Dose davon aus dem Gefrierschrank holst. 🙂

      Ich kenne auch noch das ‚Familieneinkochen‘ von allen möglichen Gemüse- und Obstdingen, hab das aber immer als ziemlich stressig und gar nicht gemütlich empfunden, weil meine Oma und Mutter da immer sehr gestresst waren. Wenn ich jetzt sowas alleine mache, kann ich mir das einteilen wie’s mir gefällt und mit Gewürzen rumexperimentieren wie’s mir gefällt – das mag ich lieber.
      Die beiden hätten zB die Hände überm Kopf zusammengeschlagen, wenn sie gesehen hätten, womit ich meine Kürbismarmelade alles gewürzt hab. 😀

      Und ja: Mich macht das auch stolz, so irgendwie. 🙂

      • womit würzt du denn kürbismarmelade? kommt die wirklich aufs brot? *zweifel*

        aber dein rotkohl sollte ich mal auf meine tomatenliste schreiben. das kann man doch bestimmt jetzt auch machen. für den winter. oder gibts sommerlich angehauchtes rotkohl?

      • Unter anderem hatte ich relativ viel frisch geriebene Muskatnuss dran und eine Prise Cayennepfeffer – sowas wäre für meine Oma zu was Süßem gar nicht gegangen. (Ausserdem war auch noch Zimt drin, Koriander und Ingwer.)

        Ich mag diese Kombination sehr gerne, die Marmelade schmeckt dadurch ein bisschen weihnachtlich – geht aber auch im Sommer echt gut. Und ja: Klar auf’s Brot! 🙂 Wohin denn sonst?

        Ich weiss nicht, ob’s jetzt noch regionalen Rotkohl gibt. Hab länger nicht drauf geachtet, welche Herkunft der hat – im Laden gibt es noch welchen. Aber ich kaufe den nur im Herbst und Winter über, wo es deutschen gibt. Wir haben vorletztes Wochenende feierlich die letzte Dose verspeist – neuen gibt’s bei mir dann erst wieder im Herbst. Im Sommer gibt’s ja genügend andere Gemüse- und Salatauswahl. 🙂

        Sommerlich angehaucht zubereiten würde ich übrigens dann eher als marinierten Salat statt lange und weichgekocht. Hmm, vielleicht eher in Orangensaft als in Wein mariniert (keine Ahnung, ob das zusammenpasst, aber das kommt mir spontan in den Sinn) und mit viel Knobi und frischen Kräutern. Evtl. noch in der Pfanne angeschwitzt….
        Hmm, vielleicht gucke ich doch mal, ob’s noch deutschen zu kaufen gibt. 😀

  5. witzig, jetzt lese ich mir (weil ich ja nicht angemeldet war), in meinem blog deine antwort durch und komme wieder zur gleichen antwort:

    ich bin einfach so so so so viel unkreativer als du 🙄
    ich werde nächste woche mal losziehen und nach rotkohl suchen. und dann werd ich orangensaft kaufen, jawollja. und dann werd ich es einfach probieren.
    vielleicht sogar in der pfanne angeschwitzt mit ein wenig räuchertofu oder so..
    aber zwiebel kommt da dann keine mehr rein – oder was meinst du? lauchzwiebel?
    oh und knobi muss ich neuen kaufen, meiner ging für die letzte knobibutter drauf..

    ich muss das probieren :mrgreen:
    pass auf und jetzt hab ich so viel spontanität im kopf und dann gibts keinen rotkohl 😉

    • Ach Jule, mach dir da mal keinen Kopp, das kommt alles mit der Zeit. 🙂
      Ich hab schon immer gerne gekocht und auch viel rumprobiert, aber früher war das letztendlich doch oft so, dass ich immer wieder mit den gleichen Dingen – eben in unterschiedlicher Zusammensetzung – rumprobiert habe. Auch, weil ich früher nie nach Rezepten kochen mochte.

      Mit dem Nichtrauchen, konnte ich auf einmal feine Geschmacksnuacen schmecken, die ich vorher gar nicht wahrgenommen habe und damit kam bei mir nochmal ein großer Schub dahin, Dinge (aus-)probieren zu wollen. Ich wusste zB auf einmal nicht mehr, wieso ich überhaupt nie strengeren Käse als jungen Gouda mochte/probieren wollte und habe einfach angefangen, so Dinge zu testen (und zu mögen *g*). Und auch beim Kochen: früher hat mich ein Rezept abgeschreckt, wenn da 2 Gewürzen reinkamen, die ich nicht kannte und vorrätig hatte. Heute ist das eine Herausforderung und ich freue mich, was Neues kennenzulernen und bin gespannt drauf, was ich dann noch damit anfangen kann.
      Und ich probiere zB neue Gewürze immer ganz vorsichtig auch mal pur, also eine Prise davon. Die Übung im Umgang mit dem Kram bringt dann mit, dass ich mittlerweile Geschmäcker in meiner Vorstellung kombinieren kann. Ich weiss dann zwar nicht, ob’s tatsächlich passt, aber heutzutage probiere ich’s dann einfach aus. Früher hätte ich’s aus Furcht, es könnte nichts werden, sein gelassen.
      Aber durch’s Sein-Lassen kommt keine Übung und Erfahrung. *Schultern zuck*

      Äh lange Rede wieder mal, in Kürze heisst das ganze vermutlich nur: Trau dich und mach einfach! Du hast nichts zu verlieren. 🙂

  6. Pingback: An alle Holunderliebhabär… « Gedankensprünge

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