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Die Fahrt zur Hochzeit meiner Schwester vor einigen Wochen war auch eine Art Reise in meine Vergangenheit, denn nachdem sie vor Jahren im Norden und in Berlin wohnte, lebt meine Schwester jetzt schon seit vielen Jahren wieder im Landkreis, in dem wir aufgewachsen sind und ist gerade in die Stadt gezogen, in die uns früher fast alle Einkaufs-, Arztbesuch-, Stadtfahrten führten. Jene Stadt, in der der Lieblingsbuchladen aus meiner Kindheit und Jugend lag, von dem ich letztens erzählte.

Wer noch nie in Alsfeld war, hat eindeutig etwas verpasst. Der Marktplatz und die Altstadt mit den vielen historischen Fachwerkhäusern, deren Alter man – sofern ich mich richtig an eine Stadtführung vor vielen vielen Jahren erinnere – wohl recht genau daran erkennen kann, wie groß dieser Überstand der oberen Etagen über die unteren ist, und natürlich nicht zuletzt das historische Rathaus, alleine dadurch weitbekannt, dass es das schon in meiner Kindheit als Modellbaudingens für Modelleisenbahnen gab.

Und dann musste meine Schwester dort hinziehen und nochmal heiraten, damit ich das Rathaus endlich mal von innen sehen konnte. Ausser einem Sitzungssaal (ich glaube es war der Magistrat, der den nutzt – die Standesbeamtin erzählte es, doch ich bin nicht sicher, ob ich das richtig in Erinnerung habe), befindet sich dort nämlich in einem der Turmzimmer das Trauzimmer des Standesamtes. Dort kann man auch gewandet mittelalterliche Trauungen durchführen, aber auch ‚ganz normal‘ ist das eine wirklich feierliche Kulisse für einen solchen Anlass.

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Die Alsfelder kann man übrigens furchtbar ärgern, wenn man den Ortsnamen mit langem ‚a‘ ausspricht und zumindest früher wurden sie nicht müde, Auswärtige mit der Wendung ‚als fällt mir der Hut vom Kopf‘ die korrekte Aussprache üben zu lassen. 😀

Ich freue mich schon auf weitere Besuche in der Vergangenheit.

Katja

Still

Immer wieder merke ich, wie Sachen, die diese ganz frühen Dinge bei mir anrühren, mir immer noch solche Angst einjagen, immer noch solche unberechenbare Macht über mich haben. Mein Kopf scheint dann so voll von chaotischem Gedankengeschwurbel wie er das früher fast immer war, bevor ich geübt(er) darin war, das Chaos zu entwirren. Aber bei diesen Dingen, Themen da merke ich, wie ich keinen Anfang finde, nicht weiss, wo ich mit dem Entwirren beginnen kann. Und statt einfach irgendwo anzufangen, werde ich stiller und stiller, dränge weg, überdecke, anstatt mich dem zu stellen. Angst hinzugucken. Angst mich zu erinnern. Angst, dass dadurch das einigermaßen stabile Fundament wegbröckeln könnte.

Angst. Immer wieder Angst. Aber nicht in dieser Form, in der sie mir mittlerweile oft als vertraute Begleiterin begegnet sondern jene blinde Panik, die gar nicht mal weiss, wovor genau sie überhaupt wegläuft. Weggucken, nur nicht hingucken. Nicht gegen den eigenen Schatten ankommen. Nicht jetzt zumindest.

Und vielleicht ist genau dieses nicht jetzt der Schlüssel zu dem ganzen. Das zu akzeptieren sollte ich lernen. Vielleicht ist diese Sache einfach noch nicht dran. Nicht jetzt bedeutet ja nicht nie.

Katja