einatmen, ausatmen

Er macht mich schier wahnsinnig, dieser Gefühlsmix aus Überforderung und Hilflosigkeit, dabei ist es gerade nicht mal die eigene Situation, die mich überfordert und hilflos macht, sondern nur dieses aus der Ferne zusehen müssen und nicht wirklich helfen zu können. Mitbekommen, wie es ihr geht ohne das richten zu können. Wieso muss ich mir diesen Schuh des Verantwortlichfühlens eigentlich immer direkt anziehen, wenn irgendwo einer auch nur halbwegs aus einer Ecke hervorlugt? Warum verwischt dieses Trennlinie immer so sehr und fremde Probleme werden durch die simple Tatsache, dass ich denjenigen mit dem Problem gerne habe, direkt zu meinen eigenen? Ich hasse dieses Gefühl von Ohnmacht, das sich rund um die Augenhöhlen und die Stirn herum ähnlich anfühlt wie Angst. Und je tiefer ich mit in diesem fremden Gefühlswust versacke, desto weniger hilfreich kann ich tatsächlich sein. Zuhören kann ich, ja. Aber immer habe ich das Gefühl, dass das viel zu wenig ist, dass ich eine Lösung herbeizaubern muss, dass das meine Verantwortung ist. Mist das. Chaos. Kreiseldenken. Die eigene Gelassenheit zurücksehnen, die ich in den letzten Jahren endlich entdeckt habe, aber die mir völlig abhanden kommt, wenn diese (fremde) Ohnmacht von mir Besitz ergreift. Kommt Ohnmacht von Ohnmacht? Der Schwindel fühlt sich zumindest so an.

Tief durchatmen. Raus an die Luft. Mist das.

Katja