einatmen, ausatmen

Er macht mich schier wahnsinnig, dieser Gefühlsmix aus Überforderung und Hilflosigkeit, dabei ist es gerade nicht mal die eigene Situation, die mich überfordert und hilflos macht, sondern nur dieses aus der Ferne zusehen müssen und nicht wirklich helfen zu können. Mitbekommen, wie es ihr geht ohne das richten zu können. Wieso muss ich mir diesen Schuh des Verantwortlichfühlens eigentlich immer direkt anziehen, wenn irgendwo einer auch nur halbwegs aus einer Ecke hervorlugt? Warum verwischt dieses Trennlinie immer so sehr und fremde Probleme werden durch die simple Tatsache, dass ich denjenigen mit dem Problem gerne habe, direkt zu meinen eigenen? Ich hasse dieses Gefühl von Ohnmacht, das sich rund um die Augenhöhlen und die Stirn herum ähnlich anfühlt wie Angst. Und je tiefer ich mit in diesem fremden Gefühlswust versacke, desto weniger hilfreich kann ich tatsächlich sein. Zuhören kann ich, ja. Aber immer habe ich das Gefühl, dass das viel zu wenig ist, dass ich eine Lösung herbeizaubern muss, dass das meine Verantwortung ist. Mist das. Chaos. Kreiseldenken. Die eigene Gelassenheit zurücksehnen, die ich in den letzten Jahren endlich entdeckt habe, aber die mir völlig abhanden kommt, wenn diese (fremde) Ohnmacht von mir Besitz ergreift. Kommt Ohnmacht von Ohnmacht? Der Schwindel fühlt sich zumindest so an.

Tief durchatmen. Raus an die Luft. Mist das.

Katja

Chön Charf

 

Chön Charf ging’s hier gestern zu. Seit langem gab es wieder mal Cevapcici. Die lassen sich sehr einfach selber machen und gehören für mich eindeutig zu den Dingen, die ich nie wieder fertig kaufen mag.

Cevapcici

500 Gramm Rinderhackfleisch
3-4 Zehen Knobi
2 TL scharfes Paprikapulver
1/2 TL Salz
1 TL schwarzer Pfeffer
1 Tütchen Backpulver
2 gekochte Kartoffeln vom Vortag (die braucht’s nicht zwingend, aber wenn sie eh rumliegen, kann man sie gut einarbeiten – macht die Cevapcici lockerer)

Knobi fein schneiden, die Kartoffeln – sofern vorhanden – mit der Gabel fein zerdrücken und alle Zutaten gründlich (!) verkneten. Ich mache das immer mit den Knethaken vom Mixer, dann wird es eine sehr homogene Masse.
Wer’s nicht so scharf mag oder verträgt sollte unbedingt die Gewürzmenge (wenigstens bei Pfeffer und Paprika, evtl. auch beim Knobi) reduzieren.
Aus je etwa tischtennisballgroßen Portionen längliche Cevapcici rollen und diese mindestens für ’ne Stunde in den Kühlschrank stellen. Dann am besten ohne Fett in einer Grillpfanne oder aber direkt auf dem Grill grillen.

Die Masse ergibt um und bei 20 Cevapcici.

 

Und dazu natürlich Djuvec-Reis:

1 Tasse Reis
2,5 Tassen Hühnerbrühe
1 Zwiebel, kleingeschnippelt
1 Knobizehe, kleingeschnippelt
1 rote Paprikaschote, kleingeschnippelt
2-3 Handvoll tiefgekühlte oder frische Erbsen
2-3 EL Ajvar
1 Dose stückige Tomaten
1/2- 1 TL scharfes Paprikapulver
1 TL Salz
schwarzer Pfeffer
(1/2 Dose Mais nach Lust und Laune)

Die Zwiebel in etwas Öl glasig dünsten, Knobi und den Reis dazugeben und anschwitzen. Mit den Tomaten aus der Dose ablöschen und alle weiteren Zutaten dazugeben. Je nachdem, wie scharf man’s mag, kann man das gut über den Schärfegrad des (der?) Ajvar steuern. Ich hab meistens scharfes im Kühlschrank, da wird der Reis mit den 2-3 EL auch wirklich (!) wirklich scharf. Mit mildem Ajvar wird der Reis eher fruchtig frisch. Zugedeckt auf kleiner Flamme ca. 20 Minuten köcheln lassen und zwischendrin immer wieder rühren. Das setzt sehr leicht am Topfboden an, auch wenn der Herd nur auf schwacher Stufe steht.

Den Reis liebe ich auch zu anderen Dingen sehr, zB zu zitronierten und mehlierten in der Pfanne gebratenen Fischfilets passt er ebenfalls toll.

Katja