Und weiter im Text (das Thema ist gerade ziemlich allumfassend bei mir)

„wie stehst du zum begriff  ‚hausfrau‘?“ [sic! (Kleinschreibung)]

Des rebhuhns Frage hat da ordentlich was getriggert und ich muss jetzt erst mal versuchen, das sortiert zu bekommen.

* Ich hab mir das nie so für mich vorgestellt. Ich lebe nicht das Leben, das ich gerne leben würde/immer leben wollte. Früher hab ich mich immer arbeitend berufstätig (und irgendwie auch erfolgreich, in dem was ich tue) gesehen, wenn auch das Bild des Berufs, der es letztendlich auf Dauer sein würde, immer eher diffus war. Vielleicht sträubt sich in mir deswegen so viel, weil es eine Art Anerkenntnis dieses ‚Hausfrauenberufes‘, also dieses Status und damit irgendwie zementiert wäre, wenn ich mich selber als solche sähe/bezeichnete?

Dazu kommt, dass mich der Kram nur teilweise erfüllt. Ich liebe es zu kochen. Das ist, glaube ich, auch das einzige, von dem ich denke, dass ich es ziemlich gut kann. Also nicht unbedingt Rezepte nachkochen, das ist relativ einfach, aber das meiste, was ich mache, mache ich eher intuitiv und das kann ich recht gut. Ich liebe meinen Garten, aber da fängt es schon an, dass ich nur leidlich mit dem, was ich da zustande bringe, zufrieden bin.

In all diesen anderen Dingen, die zu den Hausfrauentätigkeiten dazu gehören, fühle ich mich völlig unzulänglich. Ich hasse dieses Rumgeputze und drücke mich davor, wo ich’s nur kann. Ich finde es schon nervig nach dem ausgiebigen und tollen Kochen die Küche wieder in Ordnung bringen zu müssen bevor ich sie wieder verwüsten kann. D.h. für eine ’nur‘-Hausfrau hab ich noch dazu ein ziemliches Chaos hier. Nicht unbedingt ideal, um sich wenigstens irgendwie ‚erfolgreich‘ zu fühlen.

Der Kram erfüllt mich nicht und ich kann’s nicht besonders gut. Gleich zwei Gründe, mich auch gar nicht so sehen zu wollen.

* Alles, was mich in eine ‚Schublade‘ mit meiner Mutter steckt, was mir das Gefühl gibt, ihr irgendwie zu gleichen/ähnlich zu sein, fühlt sich schlecht an. Diese Abgrenzung ist mir ungeheuer wichtig, weniger dem Verstand als dem Bauch. Ein lieber Freund, mit dem ich oft telefoniere, könnte ein Lied darüber singen, wie sehr es mich aus der Bahn wirft, wenn ich wieder mal in irgendeinem Punkt anfange zu zweifeln, ob ich da nicht vielleicht doch wie meine Mutter sein könnte. 🙄

Und immer noch meine Mutter: Hausfrauendinge sind das einzige, das sie versteht. Als ich mitten in den Abiklausuren steckte, war sie zu Besuch und das einzige, was sie an dem Tag mit mir redete waren Vorwürfe, weil die Wohnung nicht frisch geputzt war und ihr üblicher Zermon, der sinngemäß davon handelte, dass ich weltschlechteste Hausfrau sei. Ich glaube, auch das trägt zur inneren Sperre bei, da Erfüllung finden zu wollen. Wenn sie mich heutzutage vermeintlich ‚lobt‘, indem sie zB eine Bemerkung darüber macht, dass ich ja so toll backen könnte, dann bereitet mir das Bauchweh statt Freude. Heute will ich von ihr gar nicht mehr verstanden werden – zumindest nicht auf diesem Boden, der nie der meine sondern ihrer war. Ich will nicht, dass sie irgendwelche Gemeinsamkeiten an uns findet.

Und ganz vielleicht steckt dahinter auch immer noch der verschissene Wunsch von ihr mal als Mensch, als ihre Tochter wahrgenommen zu werden (auch wenn ich mittlerweile rational weiss, wie dringend ich mich davon komplett verabschieden sollte) und nicht nur als das, was ich tue. Und weil ich weiss, dass mir das nicht gut tut, im Umkehrschluss dann auch, dass ich mir selber verbiete, darin ‚gut zu sein‘ wo sie es wahrnehmen könnte. Um nicht wieder in diese Rolle oder besser in diese Sehnsucht reinzurutschen, doch wieder bei ihr nach Nähe (und und und) zu suchen, was nur wieder nach hinten losgeht und wehtun wird.

Zu viel eigenes Gepäck zu dem Thema, um mir den Begriff wirklich nur bei anderen von aussen anschauen zu können fürchte ich. Wobei mir da der Begriff gar kein Unbehagen bereitet, ich kann’s nur nicht sinnvoll trennen, weil es in mir zu viel anrührt. Aussen finde ich Hausfrauen ganz ’normal‘. Aber mich sehe ich als keine, will mich als keine sehen und will auch nicht von anderen so wahrgenommen werden, nicht weil ich es für schlecht oder gar minderwertig hielte, sondern einfach weil ich mich nicht so sehe, mich nicht da reinfinden kann. Und vielleicht fühle ich mich deswegen so oft als gar nichts. *soifz*

Vorstehendes habe ich vorgestern direkt runtergetippt, nachdem ich rebhuhns Kommentar gelesen hatte und es in meinem Kopf anfing zu rattern, was mich da gerade so aufwühlt. Jetzt lag es zwei Tage unangetastet in den Entwürfen und auch in ruhigerer Verfassung passt wohl das meiste davon noch. Eigentlich hatte ich gerade überlegt, es zu löschen, weil es mir eigentlich wieder mal nur darum ging, das für mich sortiert zu bekommen und das klappt mittlerweile eben ziemlich gut dadurch, dass ich Dinge aufschreibe, aber ich klicke jetzt trotzdem mal auf den Publizieren Knopf. Vielleicht, weil ich so ungerne Antworten ’schuldig‘ bleibe, auch wenn ich weiss, dass sich das nicht so anfühlen müsste.

Katja

2 Kommentare zu “Und weiter im Text (das Thema ist gerade ziemlich allumfassend bei mir)

  1. oh man, ich hoffe, es geht dir trotzdem einigermaßen? *hug!

    ich hatte auf keine antwort gewartet, aber danke, daß du’s gemacht hast – also, das antworten!

    und ich wünsche dir wirklich viel erfolg beim sortieren; viel helfen kann ich da nicht, glaube ich….

    • Ja, keine Bange, ich komme damit schon klar. 🙂
      Vielleicht ist es ja ganz gut, wenn der Kram mal so geballt in Erscheinung tritt und sich auch nicht nach ’nem Tag wieder verdrängen lässt, sondern mich dazu zwingt, mich mal ausgiebiger damit auseinanderzusetzen, was da überhaupt los ist.
      Getippt hatte ich die Antwort ja eh schon. Irgendwie bekomme ich das Aufdröseln tatsächlich besser hin, wenn ich’s in die Tasten mache. Ich war lediglich nicht sicher, ob ich es auch veröffentlichen mag.

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