Kurz zitiert #15

Und nochmal. Das ist einfach zu schön, um es einfach zuzublättern und ins Regal zu stellen:

„[…] Wo geht sie denn unter, die Sonne?“
„So weit bin ich nicht einmal gekommen“, antwortete Tiuri. „Ich habe aber gehört, dass sie im Meer untergeht.“
„Im Meer? Was ist das, das Meer?“
„Es besteht ganz aus Wasser.“
„Wie ein Bach oder eine Quelle?“
„Nein, viel größer.“
„Wie ein Fluss? Ein See?“
„Noch viel größer“, sagte Tiuri. „Das Meer erstreckt sich weiter, als das Auge sehen kann – so dass du dort nichts anderes siehst als Wasser. Wasser bis ans Ende der Welt.“
„Und darin geht sie unter, die Sonne?“
„Ja.“
Der Narr überlegte kurz. „Das ist gut“, sagte er schließlich. „Dann kann sie sich abkühlen, die Sonne, vom Strahlen, den ganzen Tag lang. […]“

 

(aus Tonke Dragt, Der Brief für den König, Seite 440)

Ich weiss gar nicht, welche Vorstellung ich lieber mag – jene, dass das Meer bis zum Ende der Welt geht oder die sich abkühlende Sonne nach einem langen heissen Tag. Hachz. ♥

Katja

4 Kommentare zu “Kurz zitiert #15

  1. Das ist ja klasse!! Also mir gefällt die Vorstellung dass sich die Sonne abkühlen kann besser! Das mit dem Meer ist einfach schon zu oft gesagt worden… Aber die Sonne hat immer so anstrangende Tage, da freut sie sich bestimmt über eine Abkülung. Ich war auch immer froh hier in Spanien abends noch ml in den Pool springen zu können 😉

  2. Sehr schön! Passt zu meinem Blog. Wenn du erlaubst, dann „mopse“ ich es mir.
    Ich weiß selbst nicht, wie ich das Buch jetzt lesen würde. Damals hatte ich nicht so viel Auswahl, hatte unsere kleine Bibliothek irgendwann ausgelesen. Und ich glaube, dass dieses Buch mein erster Fantasy- Roman überhaupt war. Geblieben ist die Erinnerung an die Schachpartie und der Kampf zwischen Böse&Gut.

    Die Sonne versinkt hier gerade in den Fenstern der nebenstehenden Wohnungen und das muss ihr reichen an Kühlung, denn mee(h)r bekommt sie nicht.

    Liebe Grüße Mary

    • Natürlich habe ich nichts dagegen. 🙂

      Ich habe gestern noch mehr über den Hintergrund von Tonke Dragt erfahren, was mich das Buch noch einmal mit ganz anderen Augen betrachten ließ. Sie war im zweiten Weltkrieg in einem japanischen Gefangenenlager interniert und begann dort, sich ihre Geschichten auszudenken.
      Ein Freund von mir (der mir das Buch auch empfohlen hatte) hat eine Hausarbeit über Resilienz angefertigt und dort u.a. dieses Buch Dragts betrachtet, sehr spannende Aspekte.

      Im Sommer stellst du ihr hoffentlich einen Pool zum Abkühlen auf den Balkon, nein? 🙂

      Liebe Grüße zurück. 🙂

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