How to slow your fastfood down

Oder: Einmal Döner mit Alles und schürf!

Hier hatte ich erzählt, dass ich einen Döner selber gemacht habe – vom Fladenbrot bis zur Knoblauchsoße – was aber insofern noch nicht die ganze Wahrheit war, dass es kein Einzelfall war, weil ich seit schätzungsweise über 2 Jahren keinen fertigen Döner mehr gekauft habe, sondern seitdem alle ganz oder zumindest in Teilen (anfangs habe ich das Fladenbrot noch gekauft) selber gemacht habe.

Und wenn man den komplett selber macht ist das zugegebenermaßen auch echt viel Arbeit und der Gedanke, dass man das normalerweise innerhalb weniger Minuten lässig über eine Ladentheke geschoben bekommt erscheint in so Momenten absurd. Und eigentlich kam es da zum Selbermachen gar nicht mal aus meiner Lust raus, solche Dinge auszuprobieren, sondern aus dem Ärger raus, dass ich von den damals letzten gekauften jedesmal so überaus enttäuscht war. So lieb- und geschmacklos zubereitet zu werden hat mein Lieblingsfastfood einfach nicht verdient! Leider, leider gibt es das seitdem, des Aufwandes wegen, nur noch echt selten und so manches Mal bin ich echt versucht, der örtlichen Bude doch mal wieder eine Chance zu geben.

Wenn man nun aber doch mal alles selber machen möchte, dann geht das so (oder ähnlich):

Fleisch marinieren (am Vorabend oder morgens)

Drehspieß hab ich leider keinen. Klar, ne? Also muss die Pfanne herhalten und natürlich ist das was anderes. Aber dafür weiss ich, was für ein Fleisch reinwandert und muss mich nicht darüber ärgern, dass das Dönerfleisch zu gefühlten 90% aus Hackfleisch in schlechter Qualität besteht.
Im Grunde kann man das Fleisch nehmen, welches einem beliebt: Lamm, Schwein, Pute…

Pro Döner braucht man etwa 100 – 130 Gramm, die in mundgerechte Stücke geschnitten werden. Ausserdem nach Belieben Zwiebel kleinschneiden. Für 2 Döner nehme ich eine viertel bis eine halbe Gemüsezwiebel – die muss nicht ganz klein geschnitten werden, Streifchen reichen.

Aus den Zwiebeln, Olivenöl, Salz, schwarzem Pfeffer, gemahlenem Kreuzkümmel (Cumin), gemahlenem Koriander und einem Schluck hellem Balsamico eine Marinade zusammenrühren und das Fleisch über Nacht (oder ab morgens) im Kühlschrank darin marinieren.

Knobisoße (am Vorabend oder morgens)

250 Gramm Quark
2 EL Olivenöl
2-x Knoblauchzehen, kleingeschnippelt
Salz
schwarzer Pfeffer
gemahlener Kreuzkümmel
getrockneter Basilikum

Zusammenrühren, im Kühlschrank durchziehen lassen, gut.

Noch besser: Pfeffer und Kreuzkümmel durch geröstete Gewürze ersetzen. Das geht so:
Einen kleinen Topf auf einer Herdplatte erwärmen, wenn er heiss ist, nimmt man ihn von der Platte und gibt 10 – 12 Pfefferkörner und einen halben bis einen TL gemahlenen Kreuzkümmel in den Topf. Beides unter rühren etwa eine Minute lang rösten. Dann die Pfefferkörner im Mörser (oder mit einer anderen kreativen Lösung) zerstoßen.

Fladenbrot

Wenn man mit der Zubereitung ca. 2 Stunden bevor der Döner in den Magen wandern soll, beginnt, ist das Brot noch warm und muss nicht nochmal extra aufgeknuspert werden.

Einen Brotteig zusammenkneten aus:

ca. 250 g Wasser
2 TL Salz
2 TL flüssiger Honig (oder ersatzweise Zucker)
1 Würfel Hefe
500 Gramm Mehl
1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 Prise gemahlener Koriander
1 EL Olivenöl

und wer mag knetet schon ’ne Handvoll Sesam und ’ne Handvoll Schwarzkümmel mit in den Teig.
Wie man Brotteig kneten kann, falls man gar keine Erfahrungen damit hat oder generell mit Hefeteigen auf Kriegsfuß steht, wie es mir früher erging, habe ich hier ziemlich (*hust*) ausführlich beschrieben.

Der fertige Teig sollte sich in etwa so weich anfühlen wie ein Ohrläppchen.

Etwa 45 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen bis der Teig deutlich aufgegangen ist, nochmal durchkneten und ein oder mehrere Fladenbrote daraus formen. Die Menge ergibt in etwa ein so großes, wie man sie üblicherweise auch im Laden bekommt. Ich mache für Döner immer 2 halb so große und eher längliche als runde Brote daraus, weil man da ‚Taschen‘ raus schneiden kann, die beim Essen nicht so kleckerträchtig sind wie die üblichen Viertelkreise, die sehr weit geöffnet sind und sich – zumindest für Menschen mit kleinen Händen – nur schwierig unfallfrei halten lassen.

Das Brot rautenförmig einritzen und mit einer Mischung aus einem Eigelb, 1 TL Honig (oder Zucker) und einem EL Olivenöl auf der Oberseite bestreichen (das ist wichtig für die typische Fladenbrotfarbe und den Glanz) und nach Belieben mit Sesam und Schwarzkümmel bestreuen. Nochmal 10 bis 15 Minuten auf dem Blech gehen lassen.

Ca. 20 Minuten bei 180°C (Ober-/Unterhitze) im unteren Ofendrittel backen. Wenn das Brot nach 15 bis 17 Minuten noch sehr blass aussieht, die Temperatur nochmal für ein paar Minuten auf 200 Grad hochdrehen. Ich hab früher immer mit 200 Grad angefangen, aber dann wird die Oberseite zu dunkel bevor das Brot richtig aufgegangen ist. Das hängt sicherlich auch ein bisschen vom eigenen Ofen ab, man sollte da einfach gelegentlich nach gucken und ein bisschen rumprobieren. 🙂

Fleisch brutzeln

Wenn das Brot aus dem Ofen raus ist, man sich drüber gefreut hat, noch ’ne kurze Mail geschrieben hat und man die Arbeitsfläche in der Küche halbwegs freigeräumt hat (also so 10 bis 15 Minuten nachdem das Brot aus dem Ofen ist), kommt die Pfanne auf den Herd und wenn sie heiss ist, das Fleisch rein. Zusätzliches Fett braucht es dafür nicht, das Fleisch mariniert ja in Öl. Falls man sehr viel Marinade gemacht hatte, sollte man die nicht komplett reinkippen, dann muss man das Fett hinterher nicht so gründlich abtupfen, wie ich das dieses Mal leider musste.

mit Alles

Was ausser Fleisch und Soße in den Döner reinkommt, ist bei der do-it-yourself-Version tollerweise eine Frage des persönlchen Geschmacks. Bei mir gehört immer rein: Tomate, Gurke, Schafskäse, Pepperoni, Paprika. Niemals Zwiebel! Manchmal noch Krautsalat, Mais oder Oliven (gestern Krautsalat und das war auch das einzige, was ich fertig gekauft habe für den Döner).

Kram so kleinschnippeln, wie man ihn selber gerne mag. 🙂

und schürf!

 

Schürf-Bild muss unschürf sein, sonst wäre die Schürfe zu gefährlich! (*und weitere kreative Ausreden für die schlampige Fotografin demnächst in diesem Blog)

Alles bereit? Dann nochmal Platz schaffen, Teller anschleppen, Brot aufschnippeln und füllen!

Den Döner hat man sich nach getaner Arbeit eindeutig verdient! Aber sowas von!

Katja