Chaotisches Gedankensammelsurium zum Selbst-/Zeitmanagement

Ich merke, wie ich mich wieder einmal verheddere im ‚das will ich machen. und dies muss ich machen. und jenes. und am besten sollte alles schon fertig sein.‘ und wie mich dieses Gefühl wieder lähmt, mich hier anfangen lässt, dorthin gehen, wieder vergessen, woran ich gerade war, etwas anderes beginnen und am Ende ist der Tag fast vorbei und ich habe nichts zu Ende gebracht. Immer wieder passiert mir das, dieses Verheddern und ratlos den zu bewältigenden Berg anstarren. Und ich weiss, dass es meist daran liegt, dass ich mir zu viel auf einmal vornehme, keine sinnvolle Ordnung reinbringe, nicht priorisiere. Alles scheint gleichwichtig, am wichtigsten zu sein. Und das lähmt mich so lange bis sich zeigt, dass nichts davon so wichtig war, dass es nicht noch einen Tag warten konnte.

Und diese Unfähigkeit überhaupt sinnvoll anzufangen macht alles noch schlimmer, sorgt dafür, dass ich mich selber niedermache, weil ich nichts auf die Reihe bekomme. Und dann geht natürlich erst recht nichts.

Den Mechanismus kenne ich und trotzdem rutsche ich immer wieder in diese blöde Falle. Immerhin vermeide ich gerade die Selbstzerfleischung und hab mir lieber ’nen Kaffee gemacht und versuche, meine Gedanken zu sortieren.

Manchmal denke ich, so albern sich das anfühlen mag, ich sollte mir vielleicht wirklich eine Art ‚Stundenplan‘ erstellen. Struktur. Ohne das wirklich zu planen bekomme ich die scheinbar nicht in mein Leben. Und ohne das aufzuschreiben, nützen mir die besten Vorsätze scheinbar nichts.

Selbst mit todo-Listen komme ich nicht immer klar – auch wenn ohne gar nichts geht.

Komme ich bei der todo-Liste gut voran und habe eigentlich fast alles erledigt, was akut anstand, komme ich auf die blöde Idee die ganzen größeren Baustellen mit aufzuschreiben, was dazu führt, dass ich dann tagelang durchschufte ohne mal sinnvoll zu verschnaufen, in der Zeit nie das Gefühl habe, mal fertig zu sein oder zumindest etwas geschafft zu haben, weil mir ständig noch mehr Kram einfällt, den ich darauf notieren könnte und das ganze geht so lange, bis wieder tagelang gar nichts geht. Sinnvolle Ressourceneinteilung geht anders.

‚Das klingt ja goldig[*], wenn du sagst, du kommst nicht dazu xy zu tun.‘ sagt die berufstätige Freundin letztens bei einem Kaffee zu mir und ich grinse verlegen, weil ich weiss, dass sich das aus ihrer Sicht merkwürdig anhört und dass es in vielen Dingen wirklich nicht die Frage des dazu kommens sondern des Zeit dafür nehmens ist. Auf den Unterschied weise ich ja selber (vor allem mich selber) immer wieder hin. Im Grunde könnte ich alles tun, wonach mir der Sinn steht, ich müsste mir nur die Zeit dafür nehmen.
Und eigentlich sind es doch auch gar nicht so sehr viele Dinge nach denen mir der Sinn steht (neben jenen, die ich machen muss). Glaube ich. Und trotzdem hänge ich oft in dieser reglosen Starre und bekomm’s einfach nicht auf die Reihe.
Und es fühlt sich für mich auch nicht so an als wäre das eine Entscheidung, die ich selber treffen könnte, als müsse ich mir nur die Zeit dafür nehmen. Das Gefühl, nicht zu Dingen zu kommen, ist ein sehr reales, genauso wie das Gefühl, nie fertig zu sein, nichts geschafft zu haben. Und das ist murks und liegt nur an meiner schlechten Selbstorganisation.

[*Ich vermute, das war der Versuch ein freundliches Wort dafür zu finden, dass sie’s schräg fand, was ja durchaus nachvollziehbar ist.]

*Ideen aus dem Kopf kipp* (Bitte gehen Sie weiter, es gibt hier nicht wirklich was zu sehen. Ich muss das nur endlich mal aufschreiben, um’s zu fassen zu bekommen.)

  • Unterscheidung zwischen Kram, den ich tun muss und Dingen, die ich tun will. Wenn das alles zusammen auf irgendwelchen todos landet, fühlt es sich irgendwann alles nach Pflicht und Druck an.
  • Zeitlimits? Wenn ich nicht mal anfange, sinnvoll Pausen einzuplanen, schadet das mehr als dass es nutzt. Bis zum Umkippen und dann tagelang aus ist keine Lösung. [Herrje war das einfach als ich noch geraucht habe!]
  • Dinge an bestimmte Zeiten knüpfen? Wochentage / Uhrzeiten?
  • Reihenfolge für täglichen Kram?
  • Klammern mit Einzelzettelchen statt langer Liste? (Wohin?) Ordnung nach Prio oder zeitlich?
  • Oder doch richtiges Zeitraster?
  • Limits! Wie einhalten? (Läuft doch gerade so gut. Bin doch fast fertig…)
  • Liste machen (täglich, wöchentlich, 14-tägig….) für’n Überblick, dann verteilen, damit ich nicht allen wöchentlichen Kram an 1, 2 Wochentagen erledige – wenigstens alle Werktage einplanen.
  • vorausplanen, auch um mal ’nen Tag freischaufeln zu können ohne in Panik zu verfallen
  • Woher das Gefühl nehmen, auch mal fertig zu sein?

 

Hmm, zumindest war das Kaffee schlürfen gerade produktiver als der Rest des Tages. Ich erledige jetzt 2 der Dinge, die ich für heute auf der Liste hatte und mache mir dann lieber noch ein paar Gedanken dazu, wie ich mich da sinnvoller organisieren kann. Dass der Rest durchaus auch noch einen oder auch zwei Tage warten kann, hat er ja in der Vergangenheit oft genug bewiesen. (Und ich sollte auch mal drüber nachdenken, wieso mir das Aufraffen so unterschiedlich schwer fällt. In manchen Phasen geht das ja wirklich ganz hervorragend und wenn ich dann nicht so übertreiben würde, wäre das vermutlich vielleicht auch häufiger der Fall. 🙄 )

Katja (Prokrastinationsfee)

 

 

10 Kommentare zu “Chaotisches Gedankensammelsurium zum Selbst-/Zeitmanagement

  1. *gelesen* und doch nicht. Ich bin zu müde für etwas möglicherweise sinnvolles zu hinterlassen wollte aber zumindest gesagt haben, ich war da.

    Oder zumindest ein Gedanke:

    Ist Priorisierung das gesuchte Ding?

    • Danke für’s Lesen und die Gedanken. 🙂

      Priorisierung ist eines der gesuchten Dinge, womit ich mich schwer tue, aber nicht nur.

      Ich glaube, mein größeres Problem ist Kontinuität.

      Läuft’s gerade gut, kenne ich kein Maß und kein Ende und mache so lange weiter, bis ich das Gefühl habe, zusammenbrechen zu können. Dann geht für eine Zeit x erst mal gar nichts mehr und ich muss mich jedes Mal auf’s neue wieder aufraffen, einen Anfang zu finden.

      • msc: Die Einschätzung wann und was zu welcher Zeit getan werden muss oder kann ist das Problem, und das ist am Ende die „Priorisierung“. So sieht es zumindest von hier aus.

      • Ja. Aber da muss man auch erst mal hinkommen. 🙂

        Ich probier’s jetzt wirklich mal mit festerer und langfristigerer Planung – mal gucken, wie sich das anfühlt.

  2. Hier Prokrastinationsfee No. 2, die heute die schöne Äußerung gelesen hat, Prokrastination sei ein Zeichen für überdurchschnittliche Intelligenz.

    🙂

    (was natürlich nicht heißt, dass du dich nicht trotzdem um ein für dich sinnvolleres System bemühen solltest. Denn was ist schon Intelligenz gegen ein rundum-Wohlfühl-Gefühl?)

    😉

    • Hmpf. Irgendwas stimmt heute mit den Kommentaren nicht, die kommen nicht an. *dritten Anlauf nehm*

      Rundum-Wohlfühl-Gefühl – ja das wäre in der Tat was. Für’n Anfang wäre ich wohl schon glücklich damit, mich nicht dauernd so zu fühlen als hätte ich keine Zeit, dieses permanente Gefühl von ‚müsste‘ ’sollte‘ Druck loszuwerden. 🙄

  3. Oh ja, das kommt mir irgendwie alles sehr vertraut vor. Auch ich versank zuweilen in meinen Listen – hatte mich auch schon mal darüber ausgelassen.

    Seit kurzem versuche ich, nur noch Dinge aufzuschreiben, die meine Selbständigkeit betreffen, also auftragsbezogenen Kram usw. Alles andere, sprich alles was privater Natur ist, wird rigoros NICHT mehr aufgeschrieben. Und ich übe mich in Gelassenheit. Am Schluss meines Listenschreibens hatte ich nämlich zuweilen das dumme Gefühl, Sklave meiner selbst zu sein. Und es war ganz und gar deprimierend, wenn ich mal wieder feststellen musste, dass ich all das was auf den Listen steht, nie und nimmer in der nächsten Zeit werde abarbeiten können. Da ist Frust ja schon vorprogrammiert.

    Die Listen waren immer so eine Art erhobener Zeigefinger. Zum einen für den Kram, den ich meinte tun zu müssen und zum anderen für den Kram, den ich mal wieder nicht geschafft hatte. Die Listen zerrten und zuzelten an meinem Selbstwert. Nee, das wollte ich nicht mehr.

    Nun, da ich nichts mehr aufschreibe, außer vielleicht die Dinge, die es im Supermarkt einzukaufen gilt, bin ich viel gelassener und zufriedener. Ich freue mich, wenn ich mal was erledigt habe – doch ich schaue nicht sofort, was als nächstes ansteht. Das hat was von Leichtigkeit, die ich zu Zeiten des Auflistens sehr vermisst hatte. Und ein bisschen wie Freiheit fühlt es sich auch an. 🙂

    • Mhhm, da finde ich mich wirklich wieder, was Frust und Zerren angeht.

      Ich hab für mich aber gemerkt, dass ich ganz ohne auch nicht kann.
      Dann verzettele ich mich total und weiss nicht, wo ich überhaupt anfangen soll. Und etwas auf der Liste auszustreichen gibt ja schon auch ein gutes Gefühl.
      Nur den Druck, den ich mir damit selber mache und der dieses Gefühl hervorruft, nie den Feierabend verdient zu haben, weil noch so viel übrig ist, hätte ich gerne weg.

      *rumgrübel*

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