Neulich beim Einkaufen

  • In der hinteren Ecke des Discounterparkplatzes ein Mann, breitbeinig und mit dem Rücken zum Parkplatz, Gesicht in Richtung Büsche, völlig klar, was er da macht. Ein zweiter (älterer) Mann mit Hund geht auf ihn zu, schimpft lautstark los. Der erste ist fertig, steigt in seinen Wagen und fährt weg. Der Hund des zweiten erledigt sein Geschäft mitten auf dem Parkplatz. Der eben noch lautstark den Buschpinkler Beschimpfende geht weiter als wäre nichts passiert, würdigt die Hinterlassenschaft seines Hundes keines Blickes und sammelt sie selbstverständlich auch nicht ein.
    Als ich ob der absurden Situation laut loslache guckt er mich nur verständnislos an.
  • Der Mann am Backautomaten, der für jedes Brötchen einzeln die Anforderungstaste drückt, wartet bis das Brötchen ins Entnahmefach fällt, es rausholt, in seine Tüte sammelt und nach jedem 2. oder 3. sämtliche Brötchen in zwei Tüten nachzählt und mich fast vorwurfsvoll anguckt als ich für 4 Brötchen die Taste viermal schnell hintereinander drücke, alle Brötchen auf einmal entnehme und samt Tüte schon in meinem Wagen verstaue während er, der vor mir dran war, noch nicht mal seine Tüten verschlossen hat und mit seinem Einkaufswagen immer noch den halben Gang versperrt.
  • Dann an der Kasse als ich schon in der Schlange stehe, aber noch schnell ein Netz Kartoffeln auswähle, die Frau, die eine Lücke, die durch das Vorrücken meines Vordermannes an der Kasse entsteht, nutzt und sich mitsamt ihrem Wagen und ihrer Tochter in diese Lücke quetscht und damit vor mich drängelt. Mein Wagen, vielleicht zu einem Viertel gefüllt mit weniger als 15 Artikeln, ihrer überrandvoll und hochgestapelt. Die Tochter bleibt mit dem Wagen stehen, die Mutter rennt noch 5, 6 Mal los um diverse Dinge in Nähe der Kasse einzusammeln.
    Und als ich mich gerade über die Dreistigkeit, mit der sie sich vor mich gedrängelt hat, aufregen will, muss ich einfach nur wieder loslachen über die Armseligkeit, die aus der Handlung eigentlich spricht.
  • Lichtblick: Der Mann hinter mir an der Rewe-Kasse, klug und freundlich, mit dem gemeinsam es sich, während der Wartezeit, über die Fehlkonstruktion der Kasse fachsimpeln und lästern ließ.

Und dann noch obendrauf die Erkenntnis, das jedes Mal, wenn ich denke, schon die absolut ungünstigste Zeit zum Einkaufen (weil da alle gehen) entdeckt zu haben, wird’s beim nächsten Mal garantiert noch schlimmer. Ich könnte wetten, dass samstags gegen Mittag die kleine Stadt einer Geisterstadt gleicht, weil jeder einzelne Einwohner sich in einem der wenigen Läden tummelt.

Katja