Leck in der Energieversorgung

Irgendwann irgendwo ist mir unterwegs im Heute meine Energie und Tatkraft verloren gegangen. Was heute Morgen motiviert und gut gelaunt begann, fühlt sich gerade schwer und schleppend an und jeder Schritt wird zur Qual. Und ich ertappe mich dabei, wie ich sofort wieder anfange, darüber nachzugrübeln, ob das einen tieferen Sinn hat, ob wieder mal irgendetwas unter der Oberfläche rumbrodelt, was ich nicht zu greifen bekomme, aber was dafür sorgt, dass die Stimmung so gründlich umgeschlagen ist. Und ich will das nicht mehr – dieses ewige Grübeln, zumindest nicht jenes Unfruchtbare, das mich so panisch macht. Ich will, verdammt nochmal, gelassen bleiben, wenn ich merke, dass ich heute nichts Großartiges mehr zustande bekommen werde und ich will mir das zugestehen können, solche Tage an denen wenig geht, ohne mich selber dafür zu zerfleischen. Und wenn ich ein paar Jahre zurückblicke, dann ist mein heutiges ’nichts Großartiges‘ eine Welt mehr als damals. Aber komme ich denn überhaupt voran, wenn ich mir das immer wieder gestatte – diesen Rückblick auf die schlimmste Zeit? Manchmal denke ich, ich muss zurückgucken auf diese Zeit, weil ich sonst erst recht wieder in dem Gefühl versinke, wertlos zu sein. Wenn ich versuche, mich an ‚Normalität‘ wie ich sie mir vorstelle zu messen, dann endet das immerhin nur in Frust und Verzweiflung, weil da immer noch so vieles ist, was nicht geht, was ich nicht kann. Aber wenn ich mich dauernd an Kram hochziehe und stolz darauf bin, der nach objektivem Maßstab so unbedeutend ist, fühlt sich das irgendwie lächerlich an.

Ach Mist. Ich hoffe mal drauf, dass das Wundermittel Nase ins Buch den Kopf-aus-Knopf findet.

Katja

(Weia, liest sich das von ‚aussen‘ auch so nach Jammern und Selbstmitleid oder kommt mir das nur so vor, weil ich gerade so schräg drauf bin? Eigentlich ist es als weder noch gedacht und fühlt sich auch nicht danach an, aber trotzdem beschleicht mich beim Lesen der Eindruck, das könnte so nach aussen wirken. (Da war sie wieder die Sache mit der Selbstwahrnehmung – Fremdwahrnehmung…))

11 Kommentare zu “Leck in der Energieversorgung

  1. Tu‘ Dir heute einfach noch selbst etwas Gutes, etwas was Du magst, wobei Du Dich wohlfühlst. Mir hilft das in vielen Fällen, wieder etwas zur Ruhe zu kommen… Vielleicht hat Dir ja auch Dein eigenes Rezept „Nase ins Buch“ schon geholfen. Ich drück‘ die Daumen! 🙂

  2. Dann hoffe ebenfalls auf das Mittel der Wahl.

    Frage: Kennst Du das Prinzip der Verlangsamung? Sprich wenn alles langsam geht und man eigentlich eine Zeit hat anstelle von schnell machen, alles dann zusätzlich zu verlangsamen? Das übertragen auf die Erkenntnis, dass Du an dem Tag nichts mehr beschickt bekommst, anstelle zu grübeln noch mehr absichtlich liegen zu lassen? Ob das funktionieren würde?

  3. @ruediger: Das mit dem Prinzip der Verlangsamung klingt interessant. Hast du dazu mehr Infos?

    @Katja: Jammern, nein. Selbstmitleid – nein, auch nicht. Unzufriedenheit, ja. Und das sehe ich als nicht schlimm, denn Unzufriedenheit sorgt für Veränderung.

  4. @roland
    leider nein. Ich habe davon (wenn der Name überhaupt stimmt) irgendwo m Netz davon gelesen und es einfach mal versucht. Das war irre wie ruhig ich plötzlich wurde, gerade wenn es zeitlich sehr eng zuging. Sicher kam ich spät zum Termin, aber völlig ausgeruht und entspannt. Kontrolle ist wichtig und hier lernt man etwas davon. Ich fand es gut.

  5. Ach Du,

    Manchmal hat man eben so Tage [oder leider auch Phasen] und suhlt sich darin und irgendwie ist es blöde, muss aber anscheinend sein. Das wirklich wichtige ist, dass man am nächsten Tag aufwacht und sich fragt, wie man nur auf so einen Kopfkreisel gekommen ist, selbigen schüttelt und neu durch startet.

    *drücks*

  6. @alle: Danke! Für’s Lesen, Hiersein, Launen aushalten, Aufmuntern und überhaupt! Also vor allem überhaupt. 🙂

    @nightshade: Das Buch musste noch was warten. Ein Freund rief, als hätte er’s geahnt, genau passend an und das hat mich vom Kopfkino abgelenkt. (Aber ja ‚Nase im Buch‘ ist für mich sinngleich mit mir was gutes tun. :))

    @Rüdiger: Das klingt tatsächlich sehr interessant – also in beiden Bereichen, sowohl dem langsam machen, wenn es hektisch ist als auch im bewussten absichtlichen Liegen lassen, wenn wenig geht. Ich werde das auf jeden Fall ausprobieren, ob ich’s aushalten kann. Danke für die Idee! 🙂

    @Roland: *nick* Unzufrieden trifft es vermutlich gut. Mich nervt das so oft, dass mein Kopf so wenig Macht über die Gefühle hat, dieses ewige ‚obwohl ich weiss, dass… komm ich aus dem Gefühl nicht raus.‘ *soifz*

    @Tanya: Danke! ♥ *rückdrücks*

  7. ich hoffe, du hast den stöpsel fürs leck vielleicht in der zwischenzeit finden können. mir geht es heute auch irgendwie so. diese ballongefühl ist nicht schön. aber es gibt so tage. manchmal denke ich auch, man hat sich einfach zu viel vorgenommen und jetzt ist von der morgendlichen energie nix mehr über..

    ich drück dich ganz lieb und hoffe, du hast dir was gutes getan und ein wenig mehr als sonst auf dich geachtet.
    alles liebe für dich

  8. @Jule: Ja, mehr oder weniger hab ich den Stöpsel und (was besser ist) vermutlich auch langsam die Ursache. Wenn ich weiss, es ist da ein realer Grund für solch einen Stimmungsumschwung, dann macht mir das nicht mehr soviel Angst – speziell nicht so ’ne Angst, wieder hilflos in ein zu tiefes Loch zu fallen.
    *rückdrücks* 🙂

    @m²: Aber sowas von!

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