Leck in der Energieversorgung

Irgendwann irgendwo ist mir unterwegs im Heute meine Energie und Tatkraft verloren gegangen. Was heute Morgen motiviert und gut gelaunt begann, fühlt sich gerade schwer und schleppend an und jeder Schritt wird zur Qual. Und ich ertappe mich dabei, wie ich sofort wieder anfange, darüber nachzugrübeln, ob das einen tieferen Sinn hat, ob wieder mal irgendetwas unter der Oberfläche rumbrodelt, was ich nicht zu greifen bekomme, aber was dafür sorgt, dass die Stimmung so gründlich umgeschlagen ist. Und ich will das nicht mehr – dieses ewige Grübeln, zumindest nicht jenes Unfruchtbare, das mich so panisch macht. Ich will, verdammt nochmal, gelassen bleiben, wenn ich merke, dass ich heute nichts Großartiges mehr zustande bekommen werde und ich will mir das zugestehen können, solche Tage an denen wenig geht, ohne mich selber dafür zu zerfleischen. Und wenn ich ein paar Jahre zurückblicke, dann ist mein heutiges ’nichts Großartiges‘ eine Welt mehr als damals. Aber komme ich denn überhaupt voran, wenn ich mir das immer wieder gestatte – diesen Rückblick auf die schlimmste Zeit? Manchmal denke ich, ich muss zurückgucken auf diese Zeit, weil ich sonst erst recht wieder in dem Gefühl versinke, wertlos zu sein. Wenn ich versuche, mich an ‚Normalität‘ wie ich sie mir vorstelle zu messen, dann endet das immerhin nur in Frust und Verzweiflung, weil da immer noch so vieles ist, was nicht geht, was ich nicht kann. Aber wenn ich mich dauernd an Kram hochziehe und stolz darauf bin, der nach objektivem Maßstab so unbedeutend ist, fühlt sich das irgendwie lächerlich an.

Ach Mist. Ich hoffe mal drauf, dass das Wundermittel Nase ins Buch den Kopf-aus-Knopf findet.

Katja

(Weia, liest sich das von ‚aussen‘ auch so nach Jammern und Selbstmitleid oder kommt mir das nur so vor, weil ich gerade so schräg drauf bin? Eigentlich ist es als weder noch gedacht und fühlt sich auch nicht danach an, aber trotzdem beschleicht mich beim Lesen der Eindruck, das könnte so nach aussen wirken. (Da war sie wieder die Sache mit der Selbstwahrnehmung – Fremdwahrnehmung…))