¡Mierda!

Wenn man sich verändert, fällt einem selber das kaum auf, weil die meisten Veränderungen eher schleichend passieren.

Gerade sitze ich hier, mir laufen die Tränen über’s Gesicht und ich fühle mich komplett hilflos, weil mir aufgefallen ist, wie sehr die Veränderungen, die bei mir in den letzten 1,5 Jahren passiert sind damit zusammenhängen, dass ich wieder ein eigenes Auto habe. Diese Freiheit, mein Leben wieder mehr selber in die Hand zu nehmen, die Unabhängigkeit, viele Dinge einfach anzupacken, hängen zu einem großen Teil daran, dass ich die Mobilität besitze, sie unabhängig anzupacken. Mein Leben fühlt sich soviel ’normaler‘ an, wenn ich beim Friseur oder Zahnarzt anrufen und ’nen Termin ausmachen kann – ohne dass das größte Problem die Koordination ist, wie ich dann hinkomme. Ohne Auto kein Spanischkurs. Ja nicht mal das, was ich in der letzten Zeit in der Küche veranstaltet habe, wäre ohne Auto machbar, weil ich jederzeit besorgen könnte, was noch fehlt für ein bestimmtes Gericht. Und so merkwürdig sich das anhören mag – tatsächlich nötig ist dieses spontane Besorgen fast nie, weil ich alleine dadurch, dass ich diese Möglichkeit hätte, viel gelassener in meiner Planung bin und das viel besser auf die Reihe bekomme.

Irgendwer grinste darüber, dass ich ja kaum fahren würde, aber das ist es gar nicht. Das Gefühl, es jederzeit zu können, jederzeit rausgehen zu können macht die Freiheit in meinem Kopf aus.

Gerade steht mein Golfi in der nahen Werkstatt, wo er sich morgen dem Dekramitarbeiter beweisen muss. Das erste Urteil der Werkstatt war, dass es sich nicht lohnt, irgendetwas im voraus zu reparieren, weil nicht mal klar ist, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt, ihm die Plakette zu verschaffen. Mir bricht gerade der Boden unter den Füßen weg, nicht nur, weil ich natürlich an meinem Auto hänge, sondern auch und speziell, weil ich fürchte all diese Freiheit wieder zu verlieren, zurückzufallen in allem, was ich an Leben dazugewonnen habe in den letzten Monaten.

Die äussere Möglichkeit, Dinge zu tun hilft mir so sehr, mich aus meinen inneren Fesseln zu befreien, schafft auch innere Möglichkeiten. Ich will das nicht wieder verlieren.

Ich hasse diese Ungewissheit, in der ich hier gerade hänge und die mich wehrlos in meiner Angst erstarren lässt. 😦

Katja

How to make your Nudeln selber

Ich weiss, kein Mensch nennt das mehr Nudeln, weil Pasta viel hipper moderner klingt. Ich mag das Wort aber nach wie vor viel lieber. Und ich mag Nudeln. Und besonders mag ich selbstgemachte Nudeln.
Weil das aber echt viel Aufwand ist, fallen die nicht unter die Kategorie ‚Fluch des Selbermachens‚, dann würde ich nämlich gar nix anderes mehr machen als die Kurbel der Nudelmaschine zu drehen. Selbstgemachte Nudeln sind für mich immer wieder/noch etwas Besonderes. Und ich wollte zwischen einigen Versuchen auch schon wieder aufgeben, weil der Teig immer zu klebrig war oder zu rissig. Aber jetzt hab ich endlich das perfekte Rezept, mit dem sie zuletzt immer gelungen sind.

Simpelste Zusammensetzung:

Pro Person 100 Gramm Mehl, 1 frisches (!) Ei. Und insgesamt (also nur einmal) 1 TL Öl (ich nehme da immer ein neutrales Pflanzenöl, kein Olivenöl, weil mir das zu intensiv schmeckt im Nudelteig).

Das Mehl auf Tisch oder Arbeitsplatte sieben, in die Mitte eine Mulde machen, da kommen die Eier und das Öl rein. Mit den Fingern vermischen und dann kneten. Kneten. Kneten. Am besten, indem man den Teig irgendwie zusammenfaltet und mit dem Handballen plattdrückt und dann wieder zusammenfaltet und plattdrückt. Das muss man so lange machen, bis der Teig sich geschmeidig anfühlt. Das dauert schon so an die 15 Minuten und wer Teig kneten nicht gewohnt ist (oder auch nicht, Dinge mit den Händen zu tun), hat garantiert nach dem ersten Mal, am nächsten Tag einen schmerzenden Handballen. 😀

Aus dem Teig eine Kugel formen und diese in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten ruhen lassen. Danach sollte der Teig noch weicher geworden sein als er am Ende des Knetens war. Den Teig aufteilen und immer nur kleine Mengen auf einmal aus der Folie wickeln, den Rest eingewickelt lassen. Ausrollen (möglichst dünn! Das geht zugegebenermaßen mit der Nudelmaschine extrem viel leichter.) und nach belieben Nudeln schneiden oder auch mit den Plätzchenausstechern ausstechen.

Die Nudeln auf (sauberen) Geschirrtüchern ausbreiten und etwas trocknen lassen, Bandnudeln kann man auch gut über Kochlöffel- oder (saubere!) Besenstiele aufhängen. Sollen sie gefüllt werden, muss man das so zügig wie möglich erledigen (ohne vorheriges Trocknen).
Getrocknet habe ich die selbstgemachten Nudeln schon bis zu 1,5 Wochen aufbewahrt – angeblich soll man das mehrere Wochen lang können, aber ich trau’s mich des Eis wegen nicht.

Die Kochzeit richtet sich ein wenig nach der Dicke der Nudeln, ist aber auf jeden Fall kürzer als bei fertig gekauften. Das muss man einfach ein bisschen im Auge behalten. 🙂

Ich schreib mal meine Anfängerfehler dazu und was sich als wichtig rausgestellt hat, damit der Teig die richtige Konsistenz hat:
Die Zutaten sollten möglichst die gleiche Temperatur haben. Kommen die Eier direkt aus dem Kühlschrank, wird der Teig bei mir immer brüchig.
Kein Salz! Auch wenn das in den meisten Nudelteigrezepten mit drin steht. Salz bekommen die Nudeln durch’s Kochen in Salzwasser ab. Bei mir wurde der Teig, wenn ich vorm Ausrollen Salz reingegeben habe, immer klebrig. Mit diesem Rezept brauche ich bei der Nudelmaschine noch nicht mal Mehl zum Ausrollen, der klebt nicht. (Wobei ich noch nicht probiert habe, den per Hand auszurollen – da wird man vermutlich ein wenig brauchen.)

Katja