Don’t mess around

…with the devil in yourself.

Ich muss wieder mal den wunderbaren, unvergleichlichen Mark verbloggen.

Hachz! ♥

Katja

(Morgen spielt er in der Nähe, ohne mich. *soifz* Gehst du hin Rüdiger?)

Nasse Füße

Erster Zwischenstopp: Castelldefels, ganz in der Nähe von Barcelona.

Als wir am Nachmittag ins Hotel einchecken liegen 1.300 km auf deutschen, französischen und spanischen Autobahnen hinter uns. Hinsetzen, durchatmen und ab ans Wasser. Ich kann es einfach nicht, so dicht am Wasser sein, in einem Küstenort, ohne wenigstens mal kurz hinzugehen, guten Tag zu sagen.

Ein erster Spaziergang am Strand, die ersten nassen Füße und selbstverständlich auch die ersten durchgeweichten Hosenbeine und ich frage mich, ob es tatsächlich Menschen gibt, die es schaffen, barfuß mit den Zehen in den Wellen am Strand langzuspazieren ohne dass irgendwann diese eine Welle kommt, die mächtiger ist, als man sie eingeschätzt hatte und die dafür sorgt, dass die sorgfältig hochgekrempelten Jeans, doch noch bis zum Oberschenkel durchweichen.

Am nächsten Morgen in Allerherrgottsfrühe geht es weiter, vor uns liegen die nächsten etwa 1.000 km.

HotelTautropfen auf dem Autodach

Hier gibt’s die Bilder in größerer Ansicht im Album.

Katja

Blitz und Donner

Ich weiss nicht, ob es in meiner Kindheit so viel häufiger Gewitter gab als heutzutage oder ob mir das nur so vorkommt und ich weiss auch nicht, ob die wirklich fast alle nachts waren oder ob mir das in der Erinnerung nur so vorkommt.

Das Ritual war auf jeden Fall bei jedem Gewitter das gleiche:

Unabhängig von der Uhrzeit und dem Wochentag wurden wir von meiner Mutter bei Gewittern nachts aus den Betten gescheucht. Wir mussten uns komplett anziehen, inclusive – und das war besonders wichtig – festen Schuhwerks, damit wir schnell genug laufen konnten.

Dann saßen wir im Erdgeschoss, in der Küche meiner Großeltern, die der der Haustür dicht gelegenste Raum war, in einer Reihe auf Stühlen vor dem Küchenschrank und warteten darauf, dass der Blitz ins Haus einschlägt. Wir durften nicht am Tisch sitzen, weil es bei einem Einschlag zu lange dauern würde, bis wir die Stühle abgerückt und aus dem Haus gelaufen wären.

Meine Eltern und Großeltern hatten die wichtigsten Papiere in solchen kleinen Metallkassetten. Die standen bei meiner Mutter und Oma auf dem Schoß, damit sie sie bei der Flucht aus dem brennenden Haus schon in der Hand hielten, beim Einschlag direkt loslaufen könnten.

Bei ganz schlimmen Gewittern saß meine Oma auf ihrem Stuhl direkt vor der Haustür, die Hand in der Luft in der Nähe der Klinke, damit sie direkt durchstarten konnte. Das führte oft zu Diskussionen, weil ihr Stuhl ja dann allen anderen den Fluchtweg versperren würde.

Irgendwann zu Grundschulzeiten, ich weiss nicht mal mehr wie, informierte ich mich über Gewitter und verlor meine Angst. Das hat aber weder jemanden interessiert noch gefreut, stattdessen bekam ich Ärger, weil ich mich beim nächsten Gewitter weigern wollte, das Theater weiterhin mitzumachen.

Heute liebe ich Gewitter, besonders in der Nacht.

Katja