An Dingen hängen

In meinem Küchenschrank stehen die alten Emailschüsseln (das hat nix mit elektronischer Post zu tun ;)) meiner Oma, an denen ich heiss und innig hänge und die ich fast täglich in Gebrauch habe. Das ist ein schönes Stück Erinnerung, das ich jedesmal beim Benutzen in der Hand halte und es ist völlig in Ordnung sie aufzuheben, weil sie immer noch ihren Zweck erfüllen.

In meinem Geschirrschrank steht ein komplettes Gläserset, das nach dem Tod meines Vaters in meinen Besitz übergegangen ist. Das steht da seit 23 Jahren, so lange liegt sein Tod nämlich schon zurück. Also eigentlich hatte ich es schon, als ich noch nicht mal einen eigenen Geschirrschrank besessen habe. Das Gläserset ist ungewöhnlich hässlich (das waren einfach preisgünstige Gläser, die er sich damals kaufte als er zuhause auszog) und ich benutze es nie. Also wirklich nie. Zum einen, weil es so hässlich ist, aber viel mehr noch, weil ich Angst habe, eines der furchtbar hässlichen Gläser könnte zerbrechen. Im Regal hinter mir liegen auch ein paar ganz furchtbare Westerngroschenromane, die aus dem Nachlass meines Vaters stammen. Ich würde die nie lesen, aber ich kann sie einfach nicht hergeben.

Ich glaube, ich hab da wirklich eine Macke. Für mich hängt die Erinnerung an einen lieben verstorbenen Menschen so eng mit den Dingen zusammen, die er besessen hat. In meinem Küchenschrank steht auch die Lieblingskaffeetasse meines Opas, die ich nie benutzen würde, aber von der ich mich ebensowenig trennen könnte.

Meine Schränke sind so angefüllt mit solchen Erinnerungsdingen, die überhaupt keinen Zweck erfüllen ausser Platz wegzunehmen. Aber alleine der Gedanke, diese Kaffeetasse wegzuwerfen, fühlt sich wie Verrat an meinem Opa an. Oder zumindest an meiner Erinnerung. Dabei ist es nicht mal so, dass ich diese Dinge brauche, um an diese Menschen zu denken. Aber sie gehörten ihnen. Und den Kram wegzuwerfen, fühlt sich an als würde ich meine Verbundenheit aufgeben.

Dabei belastet mich das Zeug. Es steht rum, ich habe Angst, es könnte Schaden nehmen. Es füllt die Wohnung, es nervt bei Umzügen. Es hat keinen praktischen Zweck (bis auf die Schüsseln und wenige andere unzerbrechliche Dinge) und es ist nicht mal so, dass ich die Dinge an sich in einem verklärten Sinne als hübsch ansehen würde. Viele davon sind hässlich. Aber aus irgendwelchen Gründen gelingt es mir nicht, da mal auszumisten.

Katja

Tag des Kaffees

Auch wenn’s den Ohrwurm vor fast 2 Jahren schonmal hier gab – was könnte besser zum Tag des Kaffees passen?

Einen schönen ebensolchen, allen, die genauso süchtig nach dem leckeren Gebräu sind wie ich!

Katja

Little Confessions #14

Ich habe einen Labellotick. 🙄

Einer davon liegt auf meinem Nachttisch, einer neben der Tastatur, einer auf dem Couchtisch, einen habe ich in der Umhängetasche, einen in der Jackentasche und fast immer einen in der Hosentasche. Ohne Labello das Haus zu verlassen fühlt sich extrem merkwürdig an, dann fehlt mir einfach etwas. Benutzen tue ich ihn zum Glück  nicht mehr so oft wie früher, aber dabeihaben muss ich ihn.

Katja

Wenn einer eine Reise tut (6) – Sonnenuntergangsspezial

(Was bisher geschah: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5)

Sonntag, 25.10. Sonnenuntergangsspezial!

Strand, Strand, Strand und ohne Kamera, weil die nicht mit in die Atlantikwellen gekonnt hätte. Abends dann Sonnenuntergang von der Dachterasse aus. Aber sowas von. Der bisher beeindruckendste meines Lebens und ihr dürft jetzt dran teilhaben!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich weiss, ich weiss, die Bilder zeigen alle das selbe. Aber ehrlich – auf diesem sieht das Wölkchen doch ein bisschen goldener aus, welches auf jenem eher rosa ist. Jaaa, oder? 😉

Dieser hohe Balken, den man gelegentlich im Bild sieht, ist übrigens ein Flutlicht, mit dem abends und die halbe Nacht über der Strand und die Wellen beleuchtet werden. Bekloppt das! :mrgreen:

Katja

Kurz zitiert (5)

Sie verstummte und blickte die Orgel an. Auch Thomasson sagte nichts. Und der Junge war ebenfalls still. Das war ein Zug an ihm, den Thomasson schätzte. Er hatte das Gefühl, wenn der Junge etwas sagen wollte, würde er es auch sagen. Dass er still war, kam daher, dass er in diesem Moment still sein wollte. Das war eine ungewöhnliche Eigenschaft, auch bei Erwachsenen. Und sie schien immer ungewöhnlicher zu werden.

(aus Robert Asbacka, Das zerbrechliche Leben, Seite 199)

Dieses leise Gefühl, das aus den wenigen Zeilen spricht, trifft am ehesten das Gefühl, das sich bei mir beim Lesen des Buches einstellte. Berührend, ohne schnulzig zu sein. Fesselnd, ohne dafür eine aktionsreiche Handlung zu brauchen. Und jetzt habe ich es ausgelesen und sitze hier mit einem ‚alles ist gut‘-Gefühl und das, obwohl es nicht mal ein besonders glückliches Ende hat – zumindest kein äusseres.

An vielen Stellen kommt er mir vertraut vor, der von seiner Umwelt zurückgezogene Thomasson, der nach Jahren der Eigenbrötlerei langsam wieder Kontakt zu seiner Umwelt aufnimmt und dabei so unsicher, zögernd und ungelenk wirkt.

Unbedingte Leseempfehlung für die kalte Jahreszeit. Am besten in eine kuschlige Decke gewickelt und mit einem heissen Tee vor der Nase.

Katja

Glück ist #17

…einen guten Freund zu haben, der einem hilft, Gedanken gerade zu rücken und die Dinge im richtigen Zusammenhang wahrzunehmen, wenn der eigene Blick vom Tränenschleier vernebelt ist.

Katja

Music was my first love

Ich höre häufiger mal ‚Stichwortmusik‘, d.h. ich öffne meinen Player, gebe ein Stichwort (häufiger mal Moon oder Holiday oder so) ein und bastele mir aus den Treffern eine Playliste. Bei Magritli gibt es etwas ähnliches als Stöckchen. Bestimmte Stichworte (leider nur englischsprachige) sind vorgegeben und man muss den ersten Song, der im Player / in der Library erscheint aufschreiben.

HappyHappy von den Rolling Stones. (Ich hätte ja vorher auf Bobby Mc Ferrin gewettet.)

LoveYou give love a bad name von Bon Jovi. (Nie werde ich die Silvesternacht vergessen, in der wir uns (3 Mädels) zu vorgerückter Stunde mitten im Fetengetümmel vor den TV verzogen, das Bon Jovi Video einlegten und alle ein, zwei Tränchen verdrückten, weil dieser Traum von Mann (also der Jon :mrgreen: ) einfach mit ’ner anderen verheiratet war. Okeee, der Alkoholpegel war zugegebenermaßen ebenso fortgeschritten wie die Stunde. :mrgreen: )

HateWhatever that means von Mark Gillespie. (Wer Mark nicht kennt: Reinhören! Marsch, Marsch! 🙂 Bis zu diesem Song muss man ein bisschen scrollen oder noch besser: einfach von oben her alle anhören, die sind nämlich alle hörenswert!)

LightLost in the Twilight Hall von Blind Guardian. (Oh cool. Ich höre die ja gerade alle an und der Kontrast zu Mark ist schon deutlich. Mein Favorit von Blind Guardian jetzt und in Ewigkeit ist der großartige Bard’s Song – in der Liveversion einer meiner großen Traurigkeitskiller. Das kann ich auch 20 Mal nacheinander hören ohne dass es mir langweilig wird.)

DarkIt’s getting dark von den Bates. (*Memo an mich: wieder mal die Bates-CDs durchhören*)

GoodGoodbye and Good Riddance to Bad Luck von ACDC. (*headbang* Wenn ich mich so gar nicht aufraffen und selber motivieren kann, ist ACDC meist eine gute Wahl. Das kracht, macht wach und bringt mich dazu mit wasauchimmer loszulegen.)

BadWhen I see you smile von Bad English. (Hachz! ‚Sometimes I wanna give up, I wanna give in, I wanna quit the fight. And then I see you Baby and everything’s alright, everything’s alright. When I see you smile, I can face the world…‘)

SmileSaccharine Smile von den Donots. (Das ist zugegebenermaßen erst das zweite Lied gewesen, an erster Stelle tauchte nämlich nochmal Bad English auf und ich wollte das nicht doppelt nennen (und anhören während ich vom nächsten ein Video suche.)

CryCryin‘ von Aerosmith. (Die Get a Grip, auf der das – ich musste gerade nachschlagen – 1993 schon erschienen ist, war ab dem ersten Hören mein Lieblingsalbum von Aerosmith. Das ging sowas von direkt ins Ohr und da ist es immer noch. Hachz.)

BoyJapanese Boy von Aneka. (Ich bin ein wenig stolz auf mich, dass mir erst das 10. Lied peinlich ist. Ich hätte bevor ich anfing spätestens auf’s dritte getippt. :mrgreen: Schaut euch unbedingt das Video an. Ich weiss gar nicht, was phantastischer ist: Die Essstäbchen im Haar, die Gestik die stellenweise eher an den vulkanischen Gruß erinnert als zum Lied zu passen oder die hüpfenden Backgroundtänzerinnen in Highheels mit Reispapierschirmen und knappen Kimonos. Insgesamt eine wahre Augenweide!)

GirlJessie’s Girl von Rick Springfield. (Erstaunlich, dass der aus dem gleichen Jahr stammt wie der Japanese Boy – beide aus 1981. Im Gegensatz zum vorherigen kann man diesen nämlich immer noch ganz wunderbar anhören. :))

SadSad Lisa von Cat Stevens. (Ich kann mich einfach nicht an den neuen Namen gewöhnen – Yusuf Islam. Die Musik ist – egal unter welchem Namen man sie in der Library und im Herzen abgelegt hat – aber einfach großartig. Bei Sad Lisa muss ich immer an einen Strandspaziergang auf Wangerooge denken. Mir ging’s übel, ich war von allem und jedem genervt nach 1,5 Wochen Zeltlager mit 80 Kids, viel zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol und fast nur Regenwetter. Dann bin ich mit Walkman (jaja, damals™) mit Cat Stevens Cassette drin an den Strand und da zwei Stunden lang im strömenden Regen spazieren gegangen. Hinterher war ich komplett durchgeweicht, aber der Kopf war frei.)

LostI’m lost without you von Blink 182. (Beim Lesen des Titels schoss mir als erstes durch den Kopf, dass das gut als letzter Song des Musikstöckchens passt – ohne Musik wäre ich nämlich verloren.)

Es hat irre Spaß gemacht sich gerade die Zeit zu nehmen sich durch all diese Songs durchzuhören.

Hat noch wer Lust, seinem Player mit Stichworten einige Schätze zu entlocken?

Katja