Zwiebelkuchen

Wenn mir jemand vor ’nem guten Jahr gesagt hätte, dass ich mal Zwiebelkuchen zubereiten würde, dem hätte ich ’nen Vogel gezeigt. Wenn überhaupt fanden Zwiebeln nur recht selten und in homöopathischen Dosen Verwendung in meiner Küche. Das Nichtmehrrauchen und dadurch mehr Schmecken hat auch da eine Änderung bewirkt. Manche Dinge machen sie einfach runder im Geschmack. Einen ganzen Kuchen, der ihren Namen trägt, zuzubereiten war trotzdem nochmal ein ganz eigenes Kaliber. Aber ich hatte beim Einkauf Federweissen ergattert und mir wurde glaubhaft versichert, der ginge gar nicht ohne Zwiebelkuchen.

Und das stimmt schon, die beiden vertragen sich wirklich vorzüglich! (Und das Zeug schmeckt viel besser als ich vermutet hätte.)

Zum Nachbasteln – die Menge reicht für eine Quiche-Form mit ca. 30 cm Durchmesser:

Aus 250 Gramm Mehl, 1 TL Salz, 1/2 TL Zucker, ca. 100 – 120 ml Wasser, einem halben Würfel Hefe und einem guten Schuss (etwa 1,5 EL) Olivenöl einen Hefeteig kneten und diesen für ca. 45 Minuten gehen lassen.

In der Zwischenzeit etwa 400 Gramm Zwiebeln (Ich hab Gemüsezwiebeln genommen, die sind mir lieber, weil sie nicht so scharf schmecken) in Ringe schneiden, in einem Topf in wenig Öl kurz anschwitzen, mit Wasser bedecken und bei schwacher Hitze ein bisschen vor sich hinköcheln lassen, damit sie bekömmlicher werden.

200 Gramm Schinkenwürfel in einer Pfanne auslassen.

100 ml Sahne mit einem Eigelb und einem knappen EL Mehl verrühren und mit Salz, etwas Pfeffer und gemahlenem Kümmel (wer den Geschmack gerne mag, kann natürlich auch ungemahlenen in beliebiger Menge verwenden) würzen.

Den Teig ausrollen und in die gefettete Form geben, sodass Boden und Rand bedeckt sind, mit einer Gabel mehrfach einpieksen. Eine Springform tut’s sicherlich auch, dann wird im Zweifel der Teig etwas dicker oder man verwendet den nicht komplett. Auf einem Blech würde ich den Zwiebelkuchen nicht backen, weil ich das mit dem etwas höheren und extrem fluffigen Rand sehr toll fand.

In einer ausreichend großen Schüssel die abgegossenen und ausgetropften Zwiebeln, die Schinkenwürfel, die Eigelb-Sahne-Masse und um und bei 100 Gramm geriebenen Käse (das darf ruhig etwas kräftigeres als Mozzarella oder Gouda sein, ich hatte Emmentaler drin) vermischen. Die Zwiebelpampe auf den Teig geben (wer geduldig ist, lässt’s nochmal ’ne viertel bis ’ne halbe Stunde gehen, muss aber nicht) und im vorgeheizten Ofen bei 200°C etwa 30 Minuten backen.

In der Zwischenzeit schon mal den Federweissen testen. 😉

Katja

31 Kommentare zu “Zwiebelkuchen

  1. kann man ohne probleme jede quiche-förmige keramik mit zeug gefüllt in den ofen tun? ich habe nämlich sowas, weiß aber nicht, inwiefern das ofenfest ist und traue mich nicht… :(.

  2. .. sieht sehr lecker aus und wenn es Zwiebelkuchen und Federweißen gibt dann fängt der Herbst an. Irgendwie brauche ich denn noch nicht. 🙂

  3. @noemi: Den gab es hier letzte (oder schon vorletzte?) Woche im Rewe. Ist allerdings noch kein deutscher, sondern italienischer. Lecker war er aber, sehr sogar. 🙂

    @rebhuhn: Wofür nutzt du denn die Form aktuell? Wenn’s deine Lieblingsgötterspeisenanrichteplatte ist, würde ich’s nicht unbedingt riskieren – wenn sie aber aktuell eh nur im Schrank steht, weil du nicht weisst, ob sie feuerfest ist, würde ich sie einfach mal in den Ofen schieben (zur Not eben leer, dann ruinierst dir kein Essen). Nur im Schrank stehend ist sie ja sonst nur Staubfänger.
    Grundsätzlich denke ich aber, wenn sie die typische Form hat, ist sie vermutlich auch feuerfest.

    @Lebensumbau: Ab morgen soll’s (hier zumindest) wieder sonnig und wärmer werden und die Temperatur bis zum Wochenende auf über 30°C steigen.
    Herzlich Willkommen auf meinem Blog! 🙂

    @Meg: Bitte gerne! War’s denn lecker? (Schön, dich wieder mal zu lesen. Alles gut bei dir? 🙂 )

    @Sinchen: Höhö, das hätte ich vor 1,5 Jahren auch noch gesagt. Das Zeug ist aber leckerer (und wenn man die Zwiebeln vorher plattkocht auch weniger zwieblig – also dieses unangenehme zwieblige) als ich gedacht hätte. 😀

    • du hast ja soo recht. ja, sie verstaubt – ich werde also demnächst mal was drin köcheln, und wenn ich dran denke gibt’s auch ’nen tatsachenbericht ;). danke!

      • Reine Erfahrungsweitergabe. :mrgreen:
        (Ich hatte auch mal so Förmchen, die jahrelang nur rumstanden und einstaubten, bis ich mir irgendwann vor die Stirn gepatscht habe.)

    • Es ist ja nicht so, dass ich den nicht mag – aber da mir meine Verdauung seit Wochen eh so manchen Morgen eine lange Nase dreht ist das nix. Außerdem werd ich bei den Winden sonst aus dem Wohnzimmer verbannt 😉

      • Mit plattgekochten Zwiebeln gibt’s da zum Glück erst gar keine.^^
        Aber besonders magenschonend ist es tatsächlich nicht, wenn der Magen eh angeschlagen ist.

  4. Hm, so einen Zweibelkuchen könnte ich wohl auch mal probieren… Diese Schinkenwürfel schrecken mich aber noch ein wenig ab… Aber hey, der Schafskäse schmeckt ja dank dir nun auch mittlerweile. Also bekommen auch die Würfel eine Chance.
    Nichts desto trotz hat mich dein Zwiebelkuchen an ein Rezept erinnert, dass nun im Kopf rumspukt und ich nicht zu fassen bekomme… und das dazugehörige Kochbuch steckt natürlich schon in der Kiste. Mist. Die neue Küche wird viel aufzuarbeiten haben. 🙂

    • Ich finde die mageren Schinkenwürfel, wenn sie schön knusprig sind, recht lecker. Im Zweifel würde ich sie aber einfach rauslassen, falls du sie gar nicht magst. Mit Kümmel (magste den?) bekommt das sicherlich auch ohne ’nen markanten Geschmack. 🙂
      (Und vielleicht stattdessen mit ein paar gekochten fein geraspelten Kartoffeln im Belag? *gedanklich Rezept umstrick*)

      Neue Küche! Hachz!

  5. Es war sensationell und selten ist mir ein Hefeteig so hervorragend gelungen – nochmal danke, haben gestern 3/4 der Form verputzt – ElMar hat heute noch 3 Stücke mitgenommen 🙂

    Und danke der Nachfrage, es geht mir hervorragend, denn heute abend fahren wir nach Holland und entfliehen dem Vor-Urlaubsstress 🙂

  6. Hm, vorgestern noch Federweissen beim Edeka gesehen. Drüber nachgedacht welchen mitzunehmen. Aber dann mit den Gedanken: „So alleine schmeckt das ja nicht und was mache ich dazu?“ dann doch stehen gelassen.

    Aber die Idee mit dem Zwiebelkuchen ist gar nicht verkehrt…

    *mal in sich geht und über ein alternatives Wochenendessen nachdenkt*

    • Ich fand’s noch weniger aufwändig als es sich hier liest. Das finde ich ohnehin immer wieder bemerkenswert, dass es häufig die ganz simplen Dinge sind, die ich besonders gut finde.

      Falls dein in-dich-gehen Lust auf Zwiebelkuchen entdeckt: Viel Spaß beim Zusammenbrutzeln und lass es dir schmecken. 🙂
      Drück dich!

      • ok, liste ist geschrieben. – geht auch cumin? [falls du das hier noch vor 19.oo beantwortest ;).] ich steh‘ nicht so auf kümmel….

      • Der Kümmel macht’s lediglich bekömmlicher, aber wenn du den nicht magst, lass ihn einfach raus. Kreuzkümmel hat iirc diese Wirkung nicht – die beiden haben nur den Namen gemeinsam, weil die Früchte des Kreuzkümmels (also die ungemahlenen Körnchen) ähnlich aussehen. Ist also nur eine Frage deines Geschmacks, ob du davon was reinmachen möchtest. 🙂

        Guten Appetit und viel Spaß beim Backen!

      • Na ich hoffe doch, aus Vorfreude und nicht vor Angst. 😀

        (Heulen hätte ich ja auch nachvollziehen können an der Stelle. So viele Zwiebeln! *flenn* :mrgreen: )

      • schon angst – ich wußte doch nicht… o_O und so.

        aber: lecker!! die form war super, alles andere auch perfekt, einzig hat es mir insgesamt ein bißchen zu salzig geschmeckt – sowohl teig als auch füllung [in die ich schelm eine gute prise cayenne-pfeffer reingemacht habe :mrgreen: ]. aber das läßt sich ja leicht regulieren… 🙂 nochmal danke für die inspiration!

        fotos gibt’s morgen oder übermorgen, wünsche dir eine gute nacht!

      • Die Füllung ist durch den Schinken schon recht salzig, die kommt vermutlich bequem ganz ohne weiteres Salz aus, nur beim Teig darfst nicht so arg runtergehen mit der Salzmenge. Über’n Daumen braucht Hefeteig etwa 5% der Mehlmenge an Salz. 🙂

        Inspiration: gerne! Dass es geschmeckt hat, freut mich ehrlich. 🙂

  7. Pingback: 19.09.2014 | Gedankensprünge

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