Seite 33, Satz 3

Direkt am ersten Tag des Bücherstöckchens kam mir die Idee, auszuprobieren, was passiert, wenn man aus jedem der Bücher, die Einzug in das Stöckchen halten würden, einen bestimmten Satz nehmen und all diese Sätze aneinanderreihen würde. Da die 3 meine unangefochtene Lieblings- und Glückszahl ist, kann das ganz klar nur der 3. Satz von Seite 33 sein. Hier also der ‚Remix‘ der Bücherstöckchenbüchersätze – zumindest von allen, die sich in meinem Regal finden und untendrunter die Liste der Bücher, aus denen jeweils der zitierte Satz entnommen ist (in der Reihenfolge der Zitate).

„Ich wünschte, sie wären hier“, sagte Violet und brauchte nicht zu erklären, dass sie von ihren Eltern sprach. Und das war es, wovon all diese Bücher träumten. Sorgfältig fegte er seine tätigen Vulkane. Fernstein dankte und verabschiedete sich mit dem Hinweis, dass er in seinem Büro anzutreffen sei, falls jemand nach ihm fragen sollte. Besonders phantasievoll waren die Dörflinge nicht. Und so sehr ich auch versuchte, das, was passiert war, zu verstehen, ich verstand es nicht. Als sie jedoch erkannten, dass ich unbewaffnet war und nicht wie ein Verrückter aussah, entspannten sie sich. Alle Brücken brachen jedoch wie von Zauberhand geknickt entzwei, sobald sich einer der Männer darauf wagte. Julia strukturierte Martins Pläne und zerpflückte meine Gedanken, reduzierte uns immer wieder aufs Wesentliche, aufs Taugliche. Eine Frau, die kürzlich zu mir in Therapie kam, macht sich große Vorwürfe, weil sie ihrem Sohn aus Wut eine Ohrfeige gegeben hatte. Nach dem viel zu langen und trüben Frühling war es für alle eine willkommene Abwechslung. „Zieh deine Nummer so ab, wie ich dir das gezeigt habe, dann wird schon alles klappen.“ Also ging Poppa jeden Sonntag nach links zur Fort-Methodist-Kirche, und wir anderen wandten uns nach rechts zur Baptistenkirche. „Sorry, ich kann mit deinem Krautrock echt null anfangen.“ Würde der Ärmste nicht vollkommen die Fassung verlieren, wenn ihm plötzlich drei Göttinnen aus dem Olymp gegenüberstünden? In der Richtungsbestimmung meines weiteren Weges war die so genannte ‚Tagtraumtherapie‘ besonders hilfreich. „Aber wer soll die Preise stiften?“ fragte ein ganzer Chor von Stimmen. Er hielt ein silbriges Bündel in der Hand, das Harry sofort als Tarnumhang erkannte. Eines Tages gab es Zärtlichkeiten ganz unbedacht, und plötzlich war diese Liebe erwacht. Als er die Tür öffnete, sah er einen kleinen, schmalen Mann fertig umgezogen dasitzen. Aber plötzlich knallte es ‚Popp‘, als ob ein Kork aus einer Flasche flöge. Ohne es zu wollen, war ich plötzlich in den Jargon von LeBay verfallen. Nach dem Mittagessen gingen sie ins Reptilienhaus. In das Intro zum nächsten Stück hinein bellte Brunetti mit absichtlich überlauter Stimme: „Kadett!“ „Na, das steht hier“, sagte Bucklewhee und deute mit dem Flügelknochen auf das Buch.

Lemony Snicket – Eine Reihe betrüblicher Ereignisse, Der schreckliche Anfang
Walter Moers – Die Stadt der Träumenden Bücher
Antoine de Saint-Exupéry – Der Kleine Prinz
Marc Levy – Solange du da bist
Jostein Gaarder – Das Kartengeheimnis
Sergio Bambaren – Die Botschaft des Meeres
Lee Child – Der Janusmann
Roland Kübler – Die Mondsteinmärchen
Malte Meißner – Auf dem Heimweg
Rolf Merkle – Nie mehr deprimiert
Stefan Seitz – Das Unkrautland, Auf den Spuren der Nebelfee
Robert Asprin – Drachenfutter
Fannie Flagg – Grüne Tomaten
Flix – Sag was
Luciano de Crescenzo – Helena, Helena, amore mio
Holger Reiners – Das heimatlose Ich
Lewis Carroll – Alices Abenteuer im Wunderland
Joanne K. Rowling – Harry Potter und der Orden des Phönix
Alexandra Sattler – Ein Lächeln unter Tränen
Donna Leon – Venezianisches Finale, Commissario Brunettis erster Fall
A. A. Milne – Pu der Bär
Stephen King – Christine
Joanne K. Rowling – Harry Potter und der Stein der Weisen
Donna Leon – Verschwiegene Kanäle, Commissario Brunettis zwölfter Fall
Stefan Seitz – Das Unkrautland, Das Geheimnis der schwarzen Hütte

Katja

9 Kommentare zu “Seite 33, Satz 3

    • Japp! Genau so machen das die Großen und Berühmten! (Aber nicht weitersagen. 😉 ) Wie mit der Mode und der Musik – alles schon Mal dagewesen.

      Und: Au ja! Darauf bin ich wirklich gespannt. 🙂

  1. ich wundere mich, ich hätte vermutlich nicht die geduld 🙂
    aber das hast du wunderbar zusammengebraut, am besten finde ich diese stelle, auch wenn sie ein wenig zynisch ist:

    „Eine Frau, die kürzlich zu mir in Therapie kam, macht sich große Vorwürfe, weil sie ihrem Sohn aus Wut eine Ohrfeige gegeben hatte. Nach dem viel zu langen und trüben Frühling war es für alle eine willkommene Abwechslung. „Zieh deine Nummer so ab, wie ich dir das gezeigt habe, dann wird schon alles klappen.““

    ich finds lustig :mrgreen:

    • Bis etwas zur Hälfte habe ich dran gedacht, das direkt täglich reinzupacken – das entsprechende Buch hatte ich sowieso immer in der Hand, wenn ich es im Stöckchen erwähnt habe. Da hielt sich der Aufwand in Grenzen.

      Und weil ich dann gestern selber neugierig war, hab ich den Rest doch nochmal rausgekramt.
      Ich fand’s auch lustig, dass sich das ziemlich flüssig lesen lässt.

      Meine Lieblingsstelle ist der allerletzte Satz – wie könnte das besser enden als damit, dass jemand auf ein Buch deutet? 🙂

  2. Ach, das war eine geniale Idee, Katja… Nachahmenswert… und wirklich, wenn man das so liest… und vielleicht nicht ganz bei der Sache ist (oder Kopfschmerzen hat wie ich im Moment), dann merkt man nicht wirklich, daß das zusammengeschnippelt ist…

    Übrigens habe ich dieselbe Lieblingsstelle wie „life is just this“ … gnihihi… 🙂

  3. Pingback: Geschichten, die die Bestsellerliste schreibt… « Lebenzeichnendes

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