Little Confessions #11

Im Regal hinter mir liegt ein Stück vom Ast eines Kirschbaumes.

Dieser Baum stand im Garten des Hauses, in dem ich die meiste Zeit meines Lebens gelebt habe und ich habe ihn, als ich noch nicht mal in der Schule war, Fridolin getauft. (Ich hatte damals (und habe noch) einen Plüschhasen mit dem gleichen Namen, ich weiss aber nicht mehr, wer zuerst so hieß.) Als Kind habe ich den Baum als meinen Freund bezeichnet ( 😳 ) und oft  drunter gesessen, mit dem Rücken an den Stamm gelehnt, wenn ich traurig war.

Mein Opa wollte ihn jahrelang fällen, weil er viel zu verwachsen war und man die Kirschen nicht mehr ernten konnte, Nutzdenken eben. Irgendwann als ich Mitte 20 war hat er’s einfach getan. Das war das einzige Mal, dass ich wirklich sauer auf meinen Opa war.

Katja

6 Kommentare zu “Little Confessions #11

    • Ich frag mich manchmal, ob in den Genen so ein Großelterninstinkt angelegt ist, der dafür sorgt, dass Großeltern ihren Enkeln gegenüber lieb und milde sind. Meine Mutter klagt immer mal über ihre Kindheit und wenn ich sehe, wie unterschiedlich sie mit jetzt mit meinem Neffen umgeht im Vergleich dazu, was sie früher mit uns gemacht hat. *grübel*

      Äh, ich schweife wieder mal ab. 😳

      Über den Ast bin ich wirklich froh. Ich überlege schon seit Jahren, ob ich den zum Konservieren mit Lack überziehen sollte.

  1. Hach, Kirschbäume.

    Meine Großeltern hatten auch einen riiieeeesigen Kirschbaum, der so groß war, dass man zur Ernte drin herum klettern durfte. Einer meiner frühsten Kindheitserinnerungen, inklusive rot verschmierter Klamotte und Kirschkernweitspucken.

    Als mein Opa dann starb, musste auch der Baum gehen.
    Er war zu groß, zu viel Arbeit, er trug zu viele Kirschen, sie verdreckten das Dach und verstopften die Dachrinne.
    Ich war wahnsinnig traurig.

    Letzte Woche erzählte mir meine Mum dass sie auch den kleinen großen Kirschbaum in unserem Schrebergarten gefällt haben, der von den Vögeln immer leer gefressen wurde und die Kerne der runtergefallenen Kirschen landeten immer auf dem Rasen und haben schon drei Rasenmäher verschlissen.
    Aber er stand immer in so wundervoller Blüte *hach* und ich lag unzählige Stunden mit einem Buch in seinem Schatten.

    Hätte ich vorher davon gewusst, hätte ich mir sicher auch einen Ast gemopst.

    Tanya, immer ziemlich entfernt von Nutzdenken

    • Solche Argumentation kann ich auch nie nachvollziehen, wenn es um Bäume geht. Für mich waren die Obstbäume im Garten immer wesentlich mehr als schnöde Obstlieferanten, die ‚funktionieren‘ mussten.

      Wobei ich zugegebenermaßen die riesige Tanne hier im Garten schon gerne loswäre. Die braucht ewig viel Platz, nimmt Licht weg und verseucht den Boden, so dass auch drumrum nichts wächst. Aber vermutlich würde ich es letztendlich eh nicht fertig bringen, sie zu fällen. Ich kann ja nicht mal Bratpfannen wegwerfen ohne ein schlechtes Gewissen. Narf. 🙄

  2. Gut, daß du den Ast hast… Ich kann das verstehen. Im Garten meiner Eltern (sie wohnen da erst, nachdem ich „aus dem Haus“ war, ich habe also selbst nie dort gewohnt) stehen auch viele Bäume, über die mein Vater immer flucht und einige mußten jetzt schon weichen. Da bin ich auch immer sauer… verstehe das Gerede nicht: „Die vielen Wurzeln/das Laub/die runterfallenden Früchte…“…
    Ich weiß nicht, ob ich anders denken würde, wenn ich die ganze Arbeit hätte… aber vermutlich würde ich viel zu sehr an den Bäumen hängen… *in-Gedanken-Bäume-umarm*

    Meine Große hat übrigens auch einen Erinnerungsast: Das „sympathische Stück Holz namens Otto“…

    😀

    • Otto erscheint mir ein ganz hervorragender Astname zu sein!

      Ich konnte früher nicht mal Hecken stutzen oder Rosen schneiden ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, dass ich den Pflanzen was tue. Das kann ich mittlerweile sehr gut und bin auch hmm radikaler geworden. Auch, weil ich merke, dass die dankbar darauf reagieren und besser austreiben können, wenn sie mehr Platz und Luft haben.

      Einen Baum zu fällen, nur weil mir das Laub zuviel Arbeit macht, könnte ich nicht. (Ich kann ja nicht mal ’ne Bratpfanne wegwerfen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.)

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