Buchgehölz #11

Tag 11 – Ein Buch, das du mal geliebt hast, aber jetzt hasst

Isch ‚asse ga‘ keine Büschärr!

Da ich aber die Angewohnheit habe, gelegentlich Bücher zu beginnen und dann nicht fertig zu lesen, sondern irgendwann wieder auf den ungelesenen Stapel zurückzuverfrachten, erwähne ich stattdessen einfach das Buch, das ich am häufigsten begonnen und noch nie zu Ende gelesen habe.

Das ist „Nie mehr deprimiert“ von Rolf Merkle, ein „Selbsthilfeprogramm zur Überwindung negativer Gefühle“, das seit Jahren in meinem Regal liegt und das ich schon viermal zu lesen begonnen habe. Eigentlich finde ich das gar nicht so verkehrt und besser als so machen anderen Ratgeber. Es hat mir zB geholfen, einige meiner schädlichen Denkmuster zu erkennen und mir bewusster zu machen. Ich wusste zB vorher nicht, dass sich negative Gedanken in (mindestens) 6 verschiedene Arten unterteilen lassen – und auch nicht, dass ich mehr oder weniger stark ausgeprägt, allen diesen falschen Denkmustern immer wieder in die Falle tappe.

Und trotzdem ich da faszinierende Denkanstöße bekommen habe (und trotzdem zwischen meinen Leseversuchen jeweils Monate oder Jahre lagen), habe ich das Buch immer wieder an der gleichen Stelle beiseite gelegt, nämlich jener, an der man 10 eigene positive Eigenschaften notieren sollte.
Beim ersten Versuch, über die Stelle zu kommen, war ich hinterher noch deprimierter, weil ich da gerade in einer echt schlimmen Phase steckte und mir absolut überhaupt keine einzige einfiel.
Beim 2. und 3. Versuch bin ich immerhin so weit gekommen, dass ich mich nicht alleine dadurch überfordert fühlte, dass ich drüber nachdenken sollte. Allerdings habe ich aufgegeben als ich merkte, dass ich gar nicht überlegte, was ich wohl an mir mag, sondern dass ich krampfhaft versuchte, mich zu erinnern, was andere an mir mögen. Und ich fand, das zählt nicht.
Beim vierten Versuch habe ich direkt ohne Pause bis zu der Stelle gelesen. Ich wusste ja vorher, was mich erwartet und hatte es überhaupt erst wieder in die Hand genommen, weil ich dachte, dass ich mittlerweile ja viel weiter sei und auch Dinge an mir mögen kann. Als ich an der Stelle ankam, verschob ich die Liste aber auf „später“, weil ich ja den Kopf schon so voll hatte, von den Kapiteln bis dahin und sich das erst mal wieder setzen musste. Äh ja. Später ist immer noch nicht eingetreten.

Ich habe es auch nicht fertig gebracht, einfach mal über die Stelle drüber zu blättern um zu gucken, was mich weiter hinten noch erwartet. *soifz*

Vielleicht sollte ich dem einfach nochmal eine Chance geben.

(Klick um zu einer Übersicht aller Einträge des Stöckchens zu kommen.)

Katja

Hessisch für Anfänger

Ich fand es sehr faszinierend, dass in der Gegend, in der ich aufgewachsen bin, fast jedes Dorf – und wenn es nur 3 km vom nächsten entfernt war – einen eigenen Dialekt hatte, der sich in gewissen Worten von jenem des Nachbardorfes unterschied.

Fließend konnte ich das richtige Platt aus meinem Heimatort nie sprechen (und manchmal, wenn sich meine Großeltern sehr schnell unterhielten nicht mal verstehen). Mehr als einige Sätze und Wörter habe ich nicht gelernt, aber die mag ich umso lieber, je länger es zurückliegt, dass ich sie mal gelernt oder gehört habe.

Was ein Kneipchen oder ein Kolter ist, weiss mittlerweile sogar die Wikipedia, aber was ist eigentlich ein Nautnetzer?

Jemand Lust zu raten? :mrgreen:

Katja

Little Confessions #7

Das letzte Mal, dass ich mir die Fingernägel lackiert habe, ist irgendwas zwischen 15 und 20 Jahre her. Ich kann das nämlich überhaupt nicht leiden, das Gefühl den Lack auf den Nägeln zu haben. Das fühlt sich für mich fast an, als könne ich nicht mehr richtig atmen, als würde mir jemand die Luft abdrücken – eben nur in den Fingerspitzen.

Bei den Zehennägeln ist das übrigens ganz anders. Da stört der Lack mich überhaupt nicht.

Katja