Little Confessions #5

Als ich das erste mal „gekocht“ habe, war ich 7 oder 8 Jahre alt. Es war zu Beginn der Osterferien, morgens gegen halb 9 und ich habe in der Küche meiner Oma Wasser abgemessen, im Topf erhitzt und mir eine Tütengulaschsuppe zum Frühstück gekocht. Ich weiss nicht mehr, warum ich das getan habe und wieso ich das überhaupt durfte. Ich kann mich nur so genau daran erinnern, was und wann es war, weil ich es damals so toll fand selber zu kochen, dass ich für den Rest der Ferien darauf bestanden habe, mir jeden Morgen eine Frühstückssuppe zu kochen.

Hmm, Ich mochte damals Tütengulaschsuppe. Etwas anderes gab es nämlich die ganzen Ferien über nicht zum Frühstück.

Katja

Erdbärprinzessin

Eigentlich kommt mir Zeit ja (fast) immer rasend schnell vor. Wenn ich aber über vier Wochen lang bei jedem Nachfragen an der Spargelbude auf mein „Wann ist denn mit Erdbären zu rechnen?“ als Antwort „In zwei Wochen“ ernte und diese Frist sich nicht mal um einen lächerlichen Tag verkürzt, kommt es mir fast wie ein Wunder vor, gerade die erste Erdbäre für dieses Jahr in den Mund zu stecken und genüsslich darauf rumzulutschen.

Die 3,80 Euro, die das Pfund kosten sollte, haben mich ordentlich schlucken lassen – Jessas, das sind 15 Mark für’n Kilo Erdbären! In Anbetracht der Tatsache, dass sie mich seit Januar (unfassbar!) im Supermarkt mit den süßen roten Früchtchen foltern und ich beschlossen hatte – und durchgehalten habe!1einself – dieses Jahr erst dann welche zu kaufen, wenn es deutsche gibt, also bestimmt 20, 30 oder mehr Euro eingespart habe, die ich ansonsten schon für importierte Erdbeeren ausgegeben hätte, hab ich sie mir ohne schlechtes Gewissen gegönnt.

Und jetzt hole ich mir noch eine, mache die Augen zu, vergesse, dass ich beim Einkaufen vor der Spargelbude einmal komplett durchgeweicht bin, weil immer noch so Murkswetter ist und genieße den süßen Geschmack von Sommer!

Katja

Verlernt

Nachdem so lange Zeit so viele meiner Gedanken durch die Finger in die Tastatur gepurzelt sind, fühlt es sich komisch (merkwürdig komisch, nicht lustig komisch) an, dass mir das gerade gar nicht gelingen mag. Ich fange an, stocke, kann auf einmal nicht mehr ausblenden, dass – obwohl ich eigentlich ja (fast) nur schreibe, um meinen Kopf zu sortieren – es Menschen gibt, die das lesen, was ich schreibe und auf einmal verunsichert mich das vollkommen. Ich hinterfrage jeden doofen Gedanken auf Gültigkeit, Richtigkeit, ob ich mich damit blamieren könnte, ob ich mich damit angreifbar mache. Ich denke auf einmal darüber nach, was irgendwer – wen ich noch nicht mal kenne – über mich denken könnte und inwiefern das für mich relevant werden könnte. Die Leichtigkeit will einfach nicht zurückkommen, egal ob ich testweise einfach nur in die Entwürfe tippe oder ob ich direkt ’nen Bogen um den Rechner mache, um auf andere Gedanken zu kommen.

Ich weiss nicht, ob das gut ist oder schlecht. Dass das Blog mir so wichtig ist, war, whatever, ist nicht gut, weil es mich so verletzlich und empfindlich macht. Wenn es mir nicht so wichtig ist, wäre, whatever, dient es aber genau dem Zweck – ungefiltert Gedanken aus dem Kopf zu entlassen und während des Schreibens darüber nachzudenken – nicht mehr. Ich fühle mich gehemmt, gefangen, ärgere mich über mich selber, weil mir das so dämlich zusetzt, überlege schon wieder, ob ich das überhaupt veröffentlichen kann, dass es mir so zusetzt oder ob das total übertrieben und doof wirken könnte. Ich kann nicht aufhören, an mir selber zu zweifeln und das frisst mich von innen her auf. Genau wie die ganzen Gedanken, die sich unüberwindbar auftürmen, die sich spiralig wickeln. Mir wird jeden verfluchten Tag wieder auf’s neue bewusst, wie gut mir das Schreiben getan hat und trotzdem sind es verdammt seltene Momente geworden, wo ich mich traue, die Gedanken einfach wieder sprudeln zu lassen – und wenn es nur für mich ist.

Alles fühlt sich anders an, falsch, komisch, verzerrt, wie durch Milchglas. Ich habe viel Vertrauen in mich und meine Wahrnehmung, vor allem die Selbst- eingebüßt und ich bin völlig ratlos, wie ich das wieder loswerden und / oder hinbekommen soll. Und ebenso ratlos, ob ich das überhaupt wieder loswerden und / oder hinbekommen sollte, vergessen, verdrängen, einfach so tun als wäre es nicht gewesen und mich wieder so sehr auf das Schreiben einlassen. Auf die Gefahr hin, dass ich weiterhin solche Schwierigkeiten habe, in der Spur zu bleiben, mich von eigentlichen Kleinigkeiten so umhauen zu lassen.

Es ist echt lange her, dass ich mich in einer Sache innerlich so zerrissen gefühlt habe und es fühlt sich so schleppend an und ich bin so ratlos, wie ich mich damit richtig auseinandersetzen kann, wenn nicht schreibend.

Katja