Fast verpasst!

Katja hat am 20. Dezember 2008 um 17:00 Uhr aufgehört zu rauchen,
ist damit schon 500 Tage 6 Stunden 6 Minuten 49 Sekunden rauchfrei,
hat in dieser Zeit 6.003 Zigaretten nicht geraucht, 720,36 Euro gespart
6 Gramm Nikotin und 78 Gramm Teer den Lungen erspart und insgesamt
20 Tage 20 Stunden 15 Minuten RauchFrei-Zeit gewonnen.

Mehr SWR3 RauchFrei unter http://www.SWR3.de/rauchfrei

Der Betreff sagt (fast) mehr als die Zahlen. Das Nichtrauchen hat sich für mich gewandelt –  von etwas, woran ich verdammt oft gedacht habe und wonach ich verdammt häufig gegiert habe (speziell bei jedem Anflug von Stress und / oder Kummer) und was ich dann nicht getan habe, weil ich eben nicht mehr wollte; hin zu etwas, was mir kaum noch in den Sinn kommt, woran ich kaum noch denke und was mir nur extrem selten noch fehlt. Und das ist nach „nur“ 500 Tagen so und wenn man mal bedenkt, dass da vorher 22 Jahre als Raucherin standen, ist das im Vergleich fast gar nichts.

Vor einigen Tagen hat es mich in den Fingern gejuckt, mal auszuprobieren, ob ich noch Drehen kann. Ich habe die letzten etwa 15 Jahre, die ich geraucht habe, nur noch selber gedreht und der Ablauf war mir so vertraut und ich wüsste immer noch ganz gerne, ob sowas Feinmotorisches eingeprägt bleibt. Ich hab mich aber nicht getraut, weil ich Angst hatte, mein doofes Suchtgedächtnis könnte das direkt zum Anlass nehmen mich zu quälen und mir einzureden, dass ich die dann auch rauchen muss. Und ’ne Schmachtattacke war mir eine Erkenntnis, die eigentlich mittlerweile bedeutungslos ist, nicht wert.

500 Tage! Ich hätte das nienienie für möglich gehalten. Und das hat sovieles verändert und ist so gut.

Eines der wenigen Dinge, wo ich ganz überzeugt: „Ich bin stolz auf mich!“ denken kann. Natürlich, letztendlich habe ich nichts gemacht. Also im wahrsten Wortsinne. Ich musste ja nichts aktiv tun, sondern einfach etwas weglassen – das Rauchen. Aber da das so verdammt schwierig ist, macht es mich stolz, jetzt im ersten Anlauf nach 22 Jahren direkt heute 500 rauchfreie Tage verbuchen zu können. Yay! 🙂

Katja

Checkliste

  • To-Do-Liste endlich abgearbeitet
  • Kuchen fertig
  • Wohnung einigermaßen ordentlich und sauber
  • gen Himmel geflucht, weil’s noch kälter werden soll, was keine guten Grillvoraussetzungen sind
  • eingekauft
  • Kühlschranktetris gewonnen

Fehlt nur noch, dass der doofe Mittwoch sich endlich bequemt, zu kommen und den freudig erwarteten Besuch für die nächsten paar Tage hier anzuspülen. *wart*

*wart*

*zappel*

*wart*

Katja

Der Fluch des Selbermachens #2

Sollten meine Selbstfindungs- und -verwirklichungswünsche irgendwann mal den Kram überschritten haben, der aktuell auf der Liste ist, und sich so ambitioniert weiterentwickeln, dass ich über die Übernahme der Weltherrschaft nachdenke [*], so bin ich sicher, dass kein Weg an selbstgemachtem Rotkohl vorbeiführen wird! Wenn man das in ausreichender Menge an die Menschen verteilt und ihnen eine Vollversorgung damit verspricht, sodass sie nie wieder auf Industriekonserven zurückgreifen müssen, kann man sich jegliche Gewaltanwendung/-androhung sparen und alle werden den Status freiwillig anerkennen. Das ist gewiss! Und ein Heer von Rotkrautköchen ist auch viel einfacher und kostengünstiger auszurüsten als ein militärisches.

Rotkraut selber zu machen ist aufwändig (und das Wort mit „ä“ zu schreiben, piekst immer noch in den Augen) – im Vergleich zu „Glas aufschrauben und Inhalt erwärmen“ – das lässt sich leider nicht leugnen. Aber der Aufwand lohnt sich. Ich wäre bei gekauftem tatsächlich nie auf die Idee gekommen, Rotkohl das Attribut „samtig“ zu verleihen. Aber genau das schießt mir jedes Mal bei selbstgemachtem als erste Empfindung beim Probieren durch den Kopf. Ich vermute, die Zeiten wo ich leichtfertig ein Glas Rotkohl öffnen und als Gemüsebeilage zubereiten konnte, sind endgültig vorbei und es wird bei mir deutlich seltener Rotkohl geben als früher, dafür dann aber mit nachhaltigem Eindruck, wo es fast schon egal wäre, ob überhaupt und was es dazu gibt.

Und so geht’s:

Rotkohl

Alle Mengen beziehen sich Pi mal Daumen auf 1 kg Kohl. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, immer 2 Kohlköpfe auf einmal zu besorgen und portionsweise einzufrieren. Ist zwar dann einmal Mehrarbeit, geht bei dem Aufgetauten später ebenso schnell, wie ein Glas aufzuschrauben.

1 kg Rotkohl
3-4 Äpfel
1-2 Zwiebeln (je nach Größe)
2 EL Preisselbeeren (aus dem Glas)
Butterschmalz
mind. 1- 1,5 Liter Rotwein
2 EL hellen Balsamico (oder dunklen oder Rotweinessig oder normalen Essig – ganz nach Belieben)
1 Lorbeerblatt
2-3 Gewürznelken
2 Wachholderbeeren
einige schwarze Pfefferkörner
Salz
Zucker
1 EL Mehl

Vom Kohl die äusseren Blätter entfernen, den Kohlkopf vierteln, den Strunk entfernen und ganz fein schneiden bzw. hobeln. (Das sollte man nicht machen, wenn man am nächsten Tag als Handmodell gebucht ist, weil’s ordentlich abfärbt.) Den feingeschnittenen Kohl am besten über Nacht mit dem Rotwein und Balsamico in einer abgedeckten Schüssel marinieren.

Am nächsten Tag die Zwiebel(n) schälen und würfeln, die Äpfel schälen und würfeln. Das Butterschmalz in einem ausreichend großen Topf oder Bräter erhitzen und die Zwiebel hellgelb andünsten, den Kohl und die Äpfel dazugeben und mit Rotwein auffüllen. Mit Salz und Zucker würzen. Die gröberen Gewürze (Nelken und Co.) packe ich immer in einen Teefilter, den ich mit Zwirn zubinde, dann kann man sie leicht wieder entfernen und kaut nicht auf den Nelken rum. Die kommen natürlich auch in den Topf. Die Preisselbeeren dazugeben und mindestens 2 Stunden lang bei mittlerer Hitze köcheln lassen. (Länger kochen tut dem Ergebnis eher gut als dass es ihm schadet, am nächsten Tag Aufwärmen macht’s noch besser.) Wenn der Wein verkocht ist, neuen nachgießen, damit immer Flüssigkeit im Topf bleibt. Wasser geht natürlich auch, aber wenn’s auf ’nen viertel Liter Wein mehr oder weniger nicht ankommt, schadet der keineswegs. Einen EL Mehl mit 1, 2 EL Wasser verrühren und den Kohl vorm Servieren damit binden (Als ich das beim ersten Mal gemacht hatte, wusste ich endlich intuitiv, was die im TV-kochenden meinen, wenn sie von „schlotzig“ reden. :mrgreen: ). Mit Salz und Zucker abschmecken.

Voilà! Zum Reinsetzen – man kann’s allerdings zur Not auch Essen. :mrgreen:

Katja

[*Disclaimer: just kidding! Das sind rein theoretische Überlegungen und keine ernsthaften zur aktuellen zukünftigen Weltherrscherin konkurrierenden Pläne :mrgreen: ]

Everything will be just fine

Ich glaube ja, so ein „alles wird gut“ kann man entweder nur aus dem Bauch raus mögen, weil manche Dinge – auch wenn sie (vielleicht gerade nicht oder vielleicht auch grundsätzlich) gar nicht wahr sind, sich wahr(er) anfühlen, wenn man sie gesagt bekommt / sich selber sagt, oder aber man kann’s gar nicht ertragen, weil es im Grunde nichts anderes als eine hohle Phrase ist – dazwischen gibt es nichts. Ich kenne zumindest niemanden, der damit ein bisschen was oder manchmal was anfangen kann.

Ich find’s tröstlich irgendwie, fast als müsse es einfach stimmen, wenn’s schon ausgesprochen wurde. Zumindest will ich das gerne glauben.

Meine „Lieblingsverpackung“ davon macht ordentlich Krach und das ist gut, weil es positiver Krach ist und der mit Sonnenschein und Kaffee gemeinsam hat, dass er wach macht, aber nicht ganz so wie Kaffee auf die Augenlider wirkend, sondern eher in den Schultern, die davon ein Stück zurückwandern.

Play it loud!
Katja