Was du nicht willst…

…was man dir tut, das füg auch keinem and’ren zu.

So lässt sich Kants kategorischer Imperativ in einfachen Worten zusammenfassen und so hab ich den Spruch als Kind gelernt.

Wirklich verstanden habe ich ihn erst viele Jahre später und damals für mich die Entscheidung getroffen, dass genau das, ein wichtiger Wert für mich ist, nachdem ich mein Leben leben möchte. Einfach, weil es sich für mich wichtig und richtig anfühlt, andere Menschen mit dem Respekt zu behandeln, den ich mir von ihnen wünsche. Mir ist dabei auch in der Tat egal, was die anderen machen. Ich muss mich morgens im Spiegel ansehen können – was die machen, ist deren Problem. Das ist für mich – selbst wenn mich jemand nicht nach dieser Maxime behandelt – sehr viel wichtiger als ein „wie du mir, so ich dir“. Dafür bekomme ich dann auch regelmäßig von allen möglichen Menschen in meinem Umfeld erzählt, ich wäre „zu gut für diese Welt“.

Dieses Mal interessiert mich wirklich explizit eure Meinung und ich wäre dankbar über ein paar Wortmeldungen. Manchmal kommt es mir nämlich so vor, als würde kaum noch jemand nach Kants Maxime leben. Oder war das vielleicht eh immer so und mir ist es in meinem naiven Idealismus nur nicht aufgefallen? Wie handhabt ihr das? Kann man in der Welt da draussen überhaupt bestehen, wenn man so strengen Leitsätzen folgt oder ist das eher doof, weil man nur mit Ellbogeneinsatz voran kommt? Oder macht ihr euch gar keine Gedanken über solche Dinge und handelt einfach immer frei Schnauze?

Katja

(In meinem Kopf spukt die Frage übrigens gerade rum, weil mir heute ein Beitrag bei Schattenzwerg so Bauchweh gemacht hat, wo er ein ‚heikles‘ Foto gepostet hat – siehe Kommentare, falls es von Interesse ist.)

21 Kommentare zu “Was du nicht willst…

  1. Also ich finde das ist eine sehr weise Maxime und ich habe mir für mich auch immer zum Ziel gesetzt jeden respektvoll, freundlich und hilfsbereit entgegen zu treten und jeden erst einmal so zu nehmen wie er ist. So wie ich es ja auch gerne möchte. Meine kleine Pfadfinderseele eben.
    Ich würde lügen wenn ich sage das klappt auch immer so, aber im großen und ganzen lebe ich auch diese Einstellung … oder versuche es zumindestens. „Gut zu sein“ ist ja auch eigentlich ein schöner Charakterzug. Finde ich. Und ich glaube man kommt so auch ganz gut durch die Welt. Und dort wo ich nur mit Ellenbogen hinkomme will ich vielleicht ja auch gar nicht hin. Und wie du schon sagtest, letztendlich muss man sich ja eigentlich hauptsächlich vor sich selbst rechtfertigen. Und ich finde es wichtig ehrlich zu mir zu sein und ich sage mir ungerne selbst dass ich unnett bin.

    Und es gibt viele gute Menschen da draußen. Nicht jeder ist von Natur aus ein Gutmensch, aber im großen und ganzen, finde ich die Welt nicht grundsätzlich schlecht (oh Gott, hab ich das gerade gesagt?). Und nicht jeder der so nicht handelt tut das in voller Absicht. Manche denken einfach nicht dran. Manche sehen das vielleicht auch gar nicht so. Und es ist halt auch schwierig Menschen die vielleicht … nicht so sind wie man es gerne hätte so zu behandeln wie man sich das selbst wünscht und sich auch in solchen Momenten dann selbst treu zu bleiben. Und an muss das halt auch selbst wollen.

    • „Und dort wo ich nur mit Ellenbogen hinkomme will ich vielleicht ja auch gar nicht hin.“

      So deutlich hab ich das noch gar nicht betrachtet. Ich glaube, das gefällt mir, es so rum zu betrachten. 🙂

  2. In meinem Kopf spukt die Frage übrigens gerade rum, warum du so roundabout Mittwochs „gute Gründe“ kennst, keine (Gesellschafts)Politik im Blog zu wünschen, aber bei eigener „Betroffenheit“ dann gleich `ne Frageaktion raushaust.
    Mit DER Überschrift.
    Naja, “zu gut für diese Welt”….ach je.

    • Blinki, ich rede gerne über Gefühle, Seelenleben, so inneren Krams. Da gehörte das Thema letztens dazu, auf das du dich beziehst, und für mich auch dieses. Das ist die Seite daran, die ich spannend finde, weil ich daraus lernen und daran wachsen kann.
      Ich hab letztens echt lange überlegt, wie ich darauf reagieren soll, dass du das sehr politisch beantwortet hast, was für mich gar nicht zu dem Kern passte, um den es mir ging. Ich wollte dich aber garantiert nicht vor den Kopf stoßen und es tut mir leid, falls das doch passiert sein sollte (was ich gerade glaube, wenn ich deinen Kommentar lese). Du musst das auch nicht gut finden, dass mein Betrachtungsinteresse so einseitig ist, aber hinnehmen, dass ich das in meinem Blog so handhabe und mich auf diese Art der Diskussion nicht einlassen möchte, musst du es schon.

      Die eigene „Betroffenheit“, die mich wieder auf die Gedanken gebracht hat, war übrigens keine in einem solchen Sinne (da ging es ja überhaupt nicht um mich). Sie hat mich nur wieder mal auf die Frage gebracht, die mich in der Tat seit Jahren immer mal wieder beschäftigt und mir durch den Kopf geht.

      Was du im letzten Satz zitierst, habe ich nie selber über mich gesagt, empfinde es nicht so und würde es auch nicht sagen. Ich glaube nämlich nicht, dass es ein „zu gut“ geben kann…

  3. hm. ich rede manchmal über andere, allerdings vor mir selbst immer mit der ausrede, daß ich das dem-/derjenigen auch ins gesicht sagen würde. das ist auch wahr. trotzdem mag ich das an mir nicht gerade, und nicht nur, weil ich es von anderen über mich auch nicht mag.

    ansonsten versuche ich auch immer wieder, mich korrekt und in meinen augen ‚richtig‘ zu verhalten. und nichts anderes heißt einen das zitat/kant doch, oder?

    ob da ein wandel in der gesellschaft stattfindet/fand, vermag ich nicht zu sagen…

    • Ja, so würde ich das auch auffassen. Wobei das „richtig“ ja ein sehr relatives ist, wenn man das eigene Empfinden als Maßstab heranzieht. *drauf rumdenk*

  4. nun kants philosophie ist angelehnt an der bibel und ich halte diese einstellung für ein ehrenwertes und heheres ziel, nichts desto trotz halte ich es wichtig kritisch zu hinterfragen und zu beleuchten (mein artikel ist dabei natürlich eher ein spass gewesen), ohne anzuklagen und den finger in die wunde zu legen passieren keine veränderungen, eine grundlegend pazifistische und soziale lebensweise passt sicher in ein religiöses bzw. ethisches menschenbild, kollidiert jedoch mit den realen lebensbedingungen (siehe jesus, der auch ans kreuz geschlagen wurde) 😉
    jedoch bedeutet das natürlich nicht, ein schwein zu sein und gestattet zu egoistischem und negativen handeln … ich denke es bedarf eines gesunden handlungsbewußtsein, klaren entscheidungen und aufrichtigen werten, die auch fehler beinhalten dürfen und nicht immer jedem gefallen müssen

    • Hm, da verstehe ich ehrlich gesagt gar nicht, wie du das meinst.
      Etwas kritisch zu hinterfragen oder anzuklagen steht für mich auf einem ganz anderen Blatt, als egoistisch, negativ oder auch einfach gedankenlos zu handeln. Verstehe ich dich richtig, dass du das im Sinne von „der Zweck heiligt die Mittel“ siehst? D.h. dass man sich jemandem gegenüber durchaus so verhalten darf, wie man es sich selbst von seinen Mitmenschen nicht wünscht, wenn es dazu dient, demjenigen „erzieherisch“ einen Finger in ’ne Wunde zu legen?

  5. m2c: (Als der unbestritten Älteste in der Runde. :mrgreen: )

    Schön wäre es, wenn sich die Menschen daran halten möchten. Leider wird uns eingeredet, dass das eigene Leben bequemer und erfolgreicher ist, wenn man es auf dem Rücken anderer aufbaut. Es macht sich immer irgendwie bezahlt, rücksichtslos zu sein, ebenso wie es sich bezahlt macht nach dem o.g. Grundsatz leben. Menschen brauchen den Kampf, manche mehr, manche weniger. Die nutzen ihre Ellenbogen um andere Menschen ebenso dazu aufzufordern, damit sie wiederum ihre Ellenbogen nutzen könnten, ein stetiges Reiben, kämpfen sich beweisen müssen. Menschen mit Problemen in der Persönlichkeit? Ich finde ja. Mit dem Selbstwertgefühl stimmt etwas nicht. Leider sind die Besten in diesem Fach auch diejenigen deren Erfolg sich anhand von Gütern und öffentlicher Anerkennung am ehesten messen lässt. Das Werteverständnis kommt aus dem Tritt, derjenige der viel hat, ist viel. Wie er dazu kommt, ist nicht relevant. So tickt eine Gesellschaft, in der die Werte „Eigentum“ und „Haben“ über denen der Persönlichkeit gestellt werden. Integrität, Fairness, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft etc. sind mehr wert als jeder Reichtum, weil man diesen zwar wie Reichtum/Erfolg verlieren, aber nicht wieder erlangen kann.

    Eine anderer Sichtweise ist, das Ellenbogen immer andere abwehren/von einem fern halten, man also als Nutzer dieser Strategie nie wieder etwas zurück bekommt, wohingegen die Vertreter des „Leben und Leben lassen“ Systems auch empfangen können.

    Nun zur Frage kann man bestehen, wenn man nach dem Grundsatz lebt? Die Antwort ist einfach: Wenn man gelassen wird => ja. 🙂

    Weil Du fragst: Grundsätzlich handle ich danach: wie nutzt „es“ mir und wem schadet „es“? Ist „es“ vertretbar und insofern auch dann akzeptabel, wenn ich selbst in der Situation des Gegenüber wäre und müsste die Auswirkungen erfahren? Man darf sich nicht alles gefallen lassen und immer zurückstecken. Hier eine Grenze zu definieren ist nicht möglich, weil das eigenen Unrechts-/Rechtsbewusstsein hier einspielt, das ist bei jedem anders gelagert.

    Ach was könnte man hier philosophieren… stundenlang…

    • Das mit der Grenze und dem extrem subjektiven Eindruck ist mir früher nie so stark aufgefallen wie jetzt (und ich kaue auf dem Thema wirklich schon seit Jahren rum). Völlig banales Beispiel ist zB dein Nachbar mit dem Kärcher oder meiner, der hier sonntags um 9 klingelt. Eigentlich kann man denen vermutlich höchstens Gedankenlosigkeit „vorwerfen“. Zumindest bei meinem denke ich bei näherer Überlegung, dass er exakt deswegen geklingelt hat, weil es ihn nicht stören würde im umgekehrten Fall.
      Ich mag zwar auch Gedankenlosigkeit nicht so gerne, aber da ist tatsächlich eher die Frage, bis zu welchem Grad sich jemand überhaupt eindenken/-fühlen kann.

      *nachfrag*
      „Nun zur Frage kann man bestehen, wenn man nach dem Grundsatz lebt? Die Antwort ist einfach: Wenn man gelassen wird => ja. :)“
      Falls du nochmal näher erklären magst: Was muss denn passieren, dass man quasi unter Zwang gerät, die Ellbogen auszupacken und wie macht man das dann, anstatt zu resignieren und einfach wie ein Käfer auf dem Rücken zu liegen und mit den Beinen zu zappeln (so in etwa fühle ich mich, wenn der Druck auf mich zu hoch wird – zumindest mittlerweile)? Ich versuche, mir das die ganze Zeit vorzustellen, kann mich aber nicht wirklich reinfühlen.

      • @Katja
        Ja, das sind Gedankenlosig- und kleine Alltagsrücksichtslosigkeiten. „Ich bin auf meinem Grundstück, da darf ich tun was ich will … bla-bla. „Die Wahrnehmung der Handlungen als Belästigung für andere wird von dem eigenen Nutzen ausgeblendet. Es wird versucht ein Silberrücken zu zeigen, wo keiner ist, „Auf meinem Grund darf ich tun was ich will und ich diskutiere auch nur von meinem Grund aus. “ Trifft man die Kerle draußen, erlebt man häufig sein Wunder. 😉

        Der Auslöser für die Ellenbogen ist das eigene Unrechts-/Rechtsbewusstsein, das ist bei jedem anders gelagert. Jeder hat den Punkt, an dem er nicht mehr duldet sondern dagegen hält.

      • Hm, „ausblenden“ klingt für mich so nach bewusster Handlung. Ich hätte es (in vielen Fällen) eher als „gar nicht merken können“ empfunden.
        Ich denke über sowas dauernd nach. Das fängt bei so banalen Sachen an, wie „Kann ich um 19 Uhr noch die Waschmaschine einschalten, wenn die dann gegen 20 Uhr schleudert oder stört das das kleine Kind der Nachbarn 3 Etagen drüber beim Schlafen?“. Aber ich glaube selber, dass solche Überlegungen unnormal (wenn’s überhaupt ein normal gibt) sind, zumindest wenn man so dauerhaft auf solchen Dingen rumkaut.

        Solche „mein Grund“ Nachbarn kenne ich gar nicht, wollte ich gerade sagen, aber das stimmt gar nicht. Bei genauerer Überlegung bin ich mit so einem aufgewachsen – noch dazu der Ex-Bürgermeister, also eh der selbstgeglaubte Halbgott im Dorf. Dem lag nur sein eigenes Ding am Herzen…

        Zu den Ellbogen: Behandle jemanden in meinem Umfeld doof und ich kann die Krallen ausfahren. Behandle mich doof und ich werde immer kleiner. So war das zumindest bisher (fast) immer und ich ahne bisher nur, weswegen das so ist.

      • ja/nein. Die Auswirkung eigenen Handelns aus Sicht anderer Personen nicht in Betracht zu ziehen/ziehen zu wollen, ist für mich ausblenden, fixiert ginge ggf. auch.

  6. Ich drücke mich jetzt irgendwie schon den ganzen Tag vor einer Antwort hier…

    Aber ich will dennoch etwas von mir geben.
    Als ich deinen Beitrag heute morgen gelesen habe, dachte ich: „Wow, ganz schön starker Tobak.“

    Gerade der Bereich: Zu gut für diese Welt musste ich doch schon schlucken.
    Das ist das was mir ein paar gute Freunde vor nicht zu langer Zeit auch mal vorgeworfen. ich empfinde das aber ganz und gar nicht so. Der Leitsatz von Kant ist etwas nach dem ich mich bemühe zu handeln. Ich bin nicht der, der alles daran setzt um im Leben weiter zu kommen. Sicher ich mache viel und gebe mir Mühe erfolgreich zu sein, bei dem was ich tue, ganz klar. Aber ich bin nicht dazu bereit dabei über „Leichen“ zu gehen.

    Bisher habe ich das immer damit abgetan, dass ich wohl zu Harmoniebedürftig sei, das ich es also nicht leiden lann, wenn irgendwo Streit oder Ärger in der Luft sind.
    Aber durch deine Äußerung hier ist mir (zum wiederholten Male) klar geworden, was das ist, was da in mir steckt. Ich kann, oder besser konnte es nie formulieren, zumindest nicht greifbar.

    Da bin ich jetzt weiter. Danke.

    (irgendwie klingt der Beitrag von mir noch nicht komplett, weiss aber nicht was da noch fehlt, drum lass ich ihn erstmal so stehen…)

    • Magst du mal erklären, was du da als Tobak empfunden hast? Ich hab echt das doofe Gefühl, ich konnte gar nicht vermitteln, was mich da überhaupt beschäftigt und wie ich das empfinde. Ich weiss ja, wie’s in mir aussieht, hab aber das blöde Gefühl, wenn man’s liest, klingt das total doof und hmm überheblich (?), wie das auf gar gar keinen Fall gemeint ist. *soifz* Ich will hier keineswegs irgendwas moralisieren und ich will auch nichts (be-)werten, weder bei mir und schon gar nicht bei jemand anderem. Eigentlich passt das, was du über die Konfliktvermeidung schreibst, sehr gut als zweite Seite der Medaille dazu.

      Weil das Thema seit Jahren immer wieder mal in meinen Gedanken ist, interessiert mich einfach, wie andere Menschen darüber denken. Und ob ihr da auch drüber nachdenkt. Und wie ihr für euch euren persönlichen „richtigen“ Weg definiert und wie und wo ihr eure Grenzen zieht. Sowas eben. Kein bisschen als Tobak oder Angriff gegen irgendjemanden gedacht.
      Verzeihung, wenn das jemand so aufgefasst hat.

      • Hm, das ist gar nicht so einfach…

        Zum einen mit Sicherheit die Tat sache, dass du bei mir scheinbar nen Nerv getroffen hast, wie ich ja schon geschrieben habe. Zum anderen denke ich, dass es mit daran liegt, das du in diesem Beitrag explizit um Meinungsäußerungen bittest…
        Vielleicht ist Tobak da auch falsch ausgedrückt … keine Ahnung.

        Und ich finde nicht, dass dein Beitrag doof und überheblich klingt.
        Bei mir zumindest stösst er auf Erstaunen, dass es andere Personen zu geben scheint, die über ähnliche Dinge nachdenken. Die es aber eindeutig besser schaffen diese Gedanken in Worte zu fassen.
        Keinesfalls habe ich deinen Beitrag als Angriff gegen mich aufgefasst, wie das andere sehen weiss ich natürlich nicht.

        Sicher denke ich viel darüber nach wie ich mit meinen Mitmenschen umgehe, ich mache mir regelrecht Gedanken darüber, was passiert wenn ich mich jetzt so verhalten, was denkt dann der Andere von mir und wie wird er sich dann später mir gegenüber verhalten.
        Wie gesagt, ich brauche ein gewisses Maß an Harmonie um mich herum…

        Sorry, wenn dieser Beitrag jetzt noch verworrener klingt als der vorherige… aber ich merke gerade mal wieder, dass es mir schwer fällt meine Gedanken (die durchaus einigermaßen klar vor mir liegen) in Worte zu fassen…

        Wenn du noch Fragen hast, einfach stellen. Ich versuche sie so gut wie möglich zu beantworten…

      • Armin, fühl dich bitte immer eingeladen, aber nie gedrängt, hier was zu schreiben. 🙂
        Dass ich dieses Mal explizit um Meinungen gebeten habe, ist schlicht, weil ich ansonsten meist meinen Kopf auskippe und das liegt dann eben rum – egal ob’s jemand anfasst und was dazu sagt oder nicht. Aus dem Kopf ist es raus, das war beim Schreiben das Wichtige.
        Dies hier war anders, weil es tatsächlich so ’ne „sacht ma, wie tickt ihr denn dahingehend?“-Situation war. Bedeutet aber im Grunde nix anderes: Wer mag, fühle sich frei, was zu sagen. Wer nicht, der nicht. 🙂

        Ich finde das übrigens keineswegs verworren, was du schreibst. Ich kann aber das Gefühl nachvollziehen – mein eigenes Getexte erscheint mir auch immer furchtbar schwammig und unklar.

        Nur falls du beantworten magst: Dieses gedankliche Durchspielen „was wäre wenn“, ist das auf’s nähere Umfeld begrenzt oder grübelst du da auch im Umgang mit „Fremden“ drüber nach?

        Bisschen vom Thema weg, aber mich erinnert das, was du beschreibst, daran, dass ich vor 3 Jahren irgendwann überlegt habe, wie sehr ich überhaupt noch ich bin und wer das überhaupt ist und wie ich überhaupt bin und ob ich das überhaupt je war oder wie sehr ich eigentlich mein Leben lang nur die war, von der ich annahm, dass irgendjemand in meinem Umfeld mich so haben wollte. Seitdem werde ich – so fühlt es sich zumindest an – immer „icher“ und das fühlt sich gut an.

  7. Pingback: Die Welt da draußen oder Kants kategorischer Imperativ - Ultimalatet

  8. Hm kommt mir irgendwie so vor, als hätten wir das schonmal gehabt, dass ich nciht gezwungen bin hier zu antworten…

    Nein, mich zwingt keiner hier was zu schreiben, außer ich mich selber vielleicht. Und das werde ich auch weiterhin tun!

    Es erstaunt mich immer wieder aufs neue, dass du der Meinung bist, dass das was ich schreibe nicht zu verworren ist um es zu verstehen… Aber vielleicht liegt das einfach an einem selber, dass man das geschriebene als verworrener wahrnimmt, als andere weil es ja Teil seiner eigenen verworrenen Gedanken ist.

    Um auf deine Frage besser antworten zu können, müsste ich noch wissen, wie du „Fremde“ definierst…
    Ich mein, bei jemanden den ich bisher noch nciht einmal getroffen habe, kann ich nciht sagen ob ich etwas durchspielen würde, denke wohl eher nicht, weil dann käme ich aus dem denken „was-wäre-wenn“ nicht raus…
    Bei Leuten die ich zwar nciht gut kenne, mit denen ich aber zu tun habe, denke ich schon das ein oder andere Mal daran, wie wirke ich und was mache ich und wie wirkt das auf die Person.
    Im privaten Bereich äußert sich das dann meinst darin, dass ich schüchtern und zurückhaltend bin und eher zu still, als das ich was sage…
    Dienstlich habe ich damit durchaus meine Probleme, so suvären aufzutreten, wie mein Job es verlangt, denn da muss ich durchaus dem ein oder anderen zu Nahe, und auch auf die Füße treten, und das ist etwas was ich gar nicht gut kann.

    Alles in allem, bin ich bei jedem bemüht ihm nicht das anzutun, was ich nciht will, was er mir antut.

    Zu dem Ich-sein, oder „icher“ werdend, kann ich im Moment noch gar nix zu sagen, da muss ich näher drüber nachdenken, was oder besser wer ich bin und ob ich wirklich so bin wie ich bin, also ob ich ich bin… oder so.

    Wenn noch was unklar ist, frag nach, mail mir oder sonst wie…

    gruss
    Armin

    • Bezüglich des Empfindens, die eigenen Gedanken seien verworren:
      Vielleicht ist das mit dem Denken wie mit so einem aus Hecken bestehenden Irrgarten: Wenn man durchläuft, kann man sich zwar vielleicht merken, immer rechts abgebogen zu sein oder zweimal rechts, einmal links oder etwas in der Art und trotzdem kann man – mitten drin, mehr oder weniger systematisch, rumirrend – die Struktur nicht erkennen.
      Wenn man aus ’nem Hubschrauber auf den gleichen Irrgarten runterguckt, kennt man zwar nicht den individuellen Weg desjenigen, der sich drin befindet, hat aber die bessere Aussicht auf die (geordnete) Struktur.
      Vielleicht ist’s auch ganz anders, aber mir schoss das Bild gerade durch den Kopf. 😀

      Danke für’s Erklären! 🙂 Die Fremden meinte ich in etwa, wie du sie verstanden hast, also zB im geschäftlichen Umfeld.

Und jetzt du! Deine Gedanken, Worte, Punkte, Smilies, Bilder, Gesänge... Danke dafür!

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