Was du nicht willst…

…was man dir tut, das füg auch keinem and’ren zu.

So lässt sich Kants kategorischer Imperativ in einfachen Worten zusammenfassen und so hab ich den Spruch als Kind gelernt.

Wirklich verstanden habe ich ihn erst viele Jahre später und damals für mich die Entscheidung getroffen, dass genau das, ein wichtiger Wert für mich ist, nachdem ich mein Leben leben möchte. Einfach, weil es sich für mich wichtig und richtig anfühlt, andere Menschen mit dem Respekt zu behandeln, den ich mir von ihnen wünsche. Mir ist dabei auch in der Tat egal, was die anderen machen. Ich muss mich morgens im Spiegel ansehen können – was die machen, ist deren Problem. Das ist für mich – selbst wenn mich jemand nicht nach dieser Maxime behandelt – sehr viel wichtiger als ein „wie du mir, so ich dir“. Dafür bekomme ich dann auch regelmäßig von allen möglichen Menschen in meinem Umfeld erzählt, ich wäre „zu gut für diese Welt“.

Dieses Mal interessiert mich wirklich explizit eure Meinung und ich wäre dankbar über ein paar Wortmeldungen. Manchmal kommt es mir nämlich so vor, als würde kaum noch jemand nach Kants Maxime leben. Oder war das vielleicht eh immer so und mir ist es in meinem naiven Idealismus nur nicht aufgefallen? Wie handhabt ihr das? Kann man in der Welt da draussen überhaupt bestehen, wenn man so strengen Leitsätzen folgt oder ist das eher doof, weil man nur mit Ellbogeneinsatz voran kommt? Oder macht ihr euch gar keine Gedanken über solche Dinge und handelt einfach immer frei Schnauze?

Katja

(In meinem Kopf spukt die Frage übrigens gerade rum, weil mir heute ein Beitrag bei Schattenzwerg so Bauchweh gemacht hat, wo er ein ‚heikles‘ Foto gepostet hat – siehe Kommentare, falls es von Interesse ist.)