Der Fluch des Selbermachens #1

Dass ich immensen Spaß am Kochen und Backen habe, ist jetzt vermutlich keine große Überraschung. Das war zwar schon immer so, aber früher war ich längst nicht so experimentier- und ausprobierfreudig und habe auch nicht gerne nach Rezepten gekocht. Bei einigen Dingen, von denen ich nicht wusste, wie man sie selber macht, habe ich dann eben beim Einkaufen auf fertige Produkte zurückgegriffen. Also keine Fertiggerichte, aber zB Rotkohl aus dem Glas.

Mittlerweile ist mein Anspruch an mich selber, bei möglichst allen Dingen, wenigstens mal auszuprobieren, sie selber zu machen. Nicht aus irgend’nem „ich ess nur noch Bio“-Anspruch raus, sondern einfach aus der Lust und Laune raus, dass das Selbermachen mir ein gutes Gefühl gibt.

Bei einigen Dingen ist der Unterschied zwischen gekaufter Ware und selbergemachtem Ergebnis so immens, dass ich beim Probieren dastehe und denke „Ja Scheisse, das kannste doch nie wieder kaufen!“
Um diese Dinge geht es mir hier, die möchte ich vorstellen. Die meisten davon sind nämlich einfacher selber zu machen als ich vorher gedacht hätte. Vielleicht bekommt ja wer Lust, sich auch mal selber zu versuchen und über den Unterschied zu fertig gekauften Dingen zu staunen. Aber Vorsicht! Mir geht’s mit den meisten dieser Dinge so, dass ich die wirklich überhaupt nicht mehr kaufe und Arbeit macht das Selbermachen schon.

Sauce Hollandaise selber machen (und das ohne Wasserbad): (Ohne Wasserbad ist nicht mehr meine aktuelle Variante, siehe Updates unten. Das Rezept ist aber nach wie vor das gleiche.)

4 Eigelb
3 EL Weisswein
2 EL Wasser
mit je einem halben TL Zucker und Salz und einer Prise Weissen Pfeffers in einem kleinen Topf mit dem Schneebesen kräftig verrühren.
Den Topf auf den Herd stellen und unter permanentem Rühren mit dem Schneebesen (wirklich kräftig!) so lange erhitzen bis die Soße leicht andickt. Sofort vom Herd nehmen und weiterrühren!
150 Gramm warme, in Flöckchen zerteilte Butter nach und nach dazu geben und immer weiter rühren bis die Butter komplett aufgelöst ist. Ganz zuletzt einen guten Spritzer Zitronensaft dazugeben und evtl. nochmal mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Et voilà, das war’s schon. Absolut kein Vergleich zu gekaufter Sauce Hollandaise.

Von Vorteil ist allerdings, wenn man pünktlich im März mit dem Hanteltraining beginnt, damit man zur Spargelsaison gewappnet ist, die Schneebesenakrobatik ohne Zerrungen zu überstehen. Ich vergesse das natürlich jedes Jahr. :mrgreen:

Gestern gab es hier übrigens den ersten Spargel für dieses Jahr! *hachz*

Katja

Update: Mai 2011 – Mittlerweile, nach etlichen Versuchen so und so, bin ich doch zur Wasserbadversion übergegangen. Das Rühren ist zwar noch aufwändiger, aber die Variante ist mir einfach gelingsicherer. Nachdem ich die direkt im Topf einmal zu lange auf der Platte hatte, wo das Ei mir geronnen ist und einmal zu kurz, wo die Sauce hinterher flüssig und nicht flauschig war. Beim Wasserbad gerinnt nix so schnell und falls man die Butter zu früh reingibt, kann man hinterher noch weiterrühren, dann wird sie immer noch flauschig.

Update: Mai 2012: Neueste Erkenntnis: Die Butter nicht in Flöckchen in die Sauce geben, sondern im Topf verflüssigen und dann schlückchenweise dazu geben. Je mehr Butter schon gebunden ist, desto größer dürfen die Einzelschlückchen werden, die man reinrührt. Lässt sich wesentlich einfacher einarbeiten als die Flöckchen – der Rührarm dankt’s – und die Sauce bleibt direkt warm und wird nicht durch die Butterzugabe abgekühlt.

9 Kommentare zu “Der Fluch des Selbermachens #1

  1. Dann drücke ich Daumen, dass du morgen welchen bekommst und wünsche guten Appetit. 🙂
    (Übrigens war er sogar schon bezahlbar. 7 Euro/kg, Klasse 1 hätte noch 10 gekostet, sah aber kaum besser aus.)

    • eben waren wir am Spargelstand und haben für 7.90 € Sonntagsspargel gekauft 🙂
      ich freu‘ mich schon auf heute abend!!

  2. Pingback: en apuntes #16 « Gedankensprünge

  3. Pingback: Spargelmeditation « Lebenzeichnendes

  4. Öh. Also vielleicht klingt ‚Flocken‘ zu hochtrabend. Ich zerstückel die einfach immer irgendwie. Sieht ja hinterher keiner mehr, welche Form sie mal hatten. 😀

    Viel schlimmer finde ich das Rühren, da wird mir regelmäßig der Arm lahm.

  5. Ach, ich hatte gehofft, dass man da irgendein Küchengerät zweckentfremden kann und das dann ganz fix zerstückelt ist… 🙂

    Ja, mein Arm war auch kurz vorm Abfallen…

  6. Pingback: Man entwickelt sich ja weiter… | Gedankensprünge

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