Neulich an der Fleischtheke

Ich lasse mich ganz gerne mal beim Einkaufen von Auslagen zu Kochideen inspirieren und selbst, wenn ich schon weiss, was ich möchte, guck ich mir das bei frischen Dingen ganz gerne vorher an.

Die Wartezeit an der Fleischtheke wäre eigentlich ideal geeignet, um sich die Metzgerauslagen anzuschauen. Das hätte sogar den überaus praktischen Effekt, dass man, wenn man denn erst mal an der Reihe ist, schon wissen könnte, was man will ohne dann erst die Auslagen ausgiebig zu mustern.

Die Worte „hätte“, „wäre“ und „könnte“ benutze ich in diesem Zusammenhang mit Bedacht. Hier funktioniert das so nämlich nicht. Hier wird sich ordentlich angestellt. Und zwar hinten. Und nur von rechts nach links. Vorne, der allererste Wartende, steht üblicherweise gerade so in der Ecke zwischen Margarinekühlregal und dem rechten Ende der sicherlich 10 (eher mehr) Meter langen Fleisch-Wurst-Käse-Frischfisch-Theke, der Rest der Schlange schlängelt sich dann dicht an die Kühltheke mit Margarine und Käse, manchmal bis zum Joghurt reichend durch den halben Laden und verhindert murrend, dass irgendjemand den Inhalt dieser Kühltheken mal genauer in Augenschein nimmt. Maximal ein kurzes „Entschuldigung – darf ich mal bitte?“ erlaubt einem – mehr über den fremden Einkaufswagen hinweg als daran vorbei – einen gezielten Griff in die Auslage. Danach aber bitte direkt wieder weg. Husch!

Die Wurst und Fleischwaren könnte man unterdessen ausgiebig betrachten. Vor der Glasscheibe mit der Auslage herrscht nämlich gähnende Leere. Der Haken an der Sache ist, dass man dort nur unter Aufgabe seines Warteschlangenplatzes schauen könnte und schließlich wieder unter Brummeln und missbilligenden Blicken der restlichen Wartenden ganz nach hinten in der Schlange durchgereicht würde.

Ich habe es vor einigen Wochen gewagt, mich direkt bei den Rindswürstchen anzustellen. Mir war bis dahin ehrlich gesagt nicht mal aufgefallen, wie streng das die Eingeborenen hier handhaben, so genaue Beobachtungen stelle ich erst seitdem an. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich die frevelhafte Tat vermutlich gar nicht gewagt. Einkaufen ist ja so schon häufig genug noch recht nervenaufreibend.

Die Fleischthekenwarteschlangenmafia hat mich mit zornigen Blicken durchbohrt, aber ich dachte, so schlimm könne das ja nun ausnahmsweise nicht sein – von den Mafiosi (fast alle Mittsechzigerinnen. Ich glaube fast, das ist das Durchschnittsalter im Ort.) wollte ich ja schließlich auch nix. Sobald eine der Verkäuferinnen fragte, wer als nächstes dran sei, drängte sich lautstark die nächste Furie ältere Dame in die entsprechende Richtung. Mittlerweile wäre ich selbst beim hinten Anstellen mehr als längst dran gewesen. Mit all dem hätte ich ja irgendwie leben können, auch wenn ich doof fand, dass die Verkäuferinnen so unaufmerksam sind, mich nicht wahrzunehmen, weil ich auf der vermeintlich falschen Seite stand (Lautstark auf mich aufmerksam machen ist eben nicht meins.).

Richtig krass wurde es dann erst als ich dran kam. Als eine der Verkäuferinnen sich endlich den Rindswürsten und somit mir zuwendete, grinste sie mich an und meinte „Gell, Sie warten schon länger. Wie können Sie sich denn auch einfach hier vorne anstellen? Da musste Strafe natürlich sein.“

Bitte? Ich bin ein schüchterner Mensch, der zum Glück so gut wie nie die Beherrschung verliert. In der Öffentlichkeit schonmal gar nicht. Wenn mich jemand so überrumpelt, verliere ich die Fassung, nicht die Beherrschung. Bis ich diese wiedergefunden hatte, dauerte es in der Tat eine ganze Weile. Viel zu lange für eine Reaktion, die mehr als ein Stammeln gewesen wäre.

Ich bin hin und hergerissen. Einerseits ist das der einzige passable Supermarkt im Ort, der eine wirklich hohe Qualität bei Obst- und Gemüse und auch bei Fleischwaren hat. Andererseits wäre das fast Grund genug, lieber im Nachbarort einkaufen zu gehen.

Katja

Fleischklösschen

Im Zuge der Übersetzung des Blogverwaltungsdingens aus dem Englischen ins Deutsche hat WordPress heute aus der Übersicht ein Dashboard gemacht. Toll! :mrgreen:

Toller:

Der Ohrwurm, der sich beim darüber grinsen in meinem Ohr eingenistet hat.

Jessas, diesem großartigen Herrn habe ich schon lange nicht mehr gelauscht. Also: Licht an!

Katja

Glück ist #12

…wenn man sich nach dem Besuch des Postboten erst mal so fühlt:

(Direktklick, das Einbinden scheint nicht richtig zu funktionieren.)

(nochmal Edit: Der scheint auch nicht zu gehen. Hier geht’s aber.)

weil er einem völlig unerwartet ein Amazon Päckchen in die Hand gedrückt hat, das sich nach dem Öffnen nicht als Falschlieferung (öh, ich hab doch gar nichts bestellt) sondern als Geschenk herausstellt.

Dankeschööön! Hachz.

Katja (Yay!)