aktueller Zeitfresser

Ich merke, halb über mich selber belustigt, halb von mir selber genervt, dass ich es gerade überhaupt nicht schaffe, mich beim Lesen zu zügeln. Maß zu halten. Nur so viel Zeit mit der Nase in Büchern zu verbringen, wie ich dafür erübrigen kann oder besser könnte und sollte.

Nachdem ich das Jahr so tief mit der Nase in den Harry Potters begonnen hatte und sonst wenig mitbekommen habe, dachte ich, es würde besser, wenn ich die Geschichte endlich beendet hätte, aber so richtig ging die Rechnung nicht auf. Ein weiteres Buch habe ich schon ausgelesen und aktuell fesselt dies hier meine Aufmerksamkeit:

Eigentlich hatte ich befürchtet, dass es langsam langweilig werden könnte, den nun mittlerweile vierten Dan Brown zu lesen, aber dieser Mix aus Fakten, Mythen und Fiktion hat mich wieder mal in seinen Bann gezogen.

Die meiste Zeit nervt mich, dass ich Bücher nicht einfach mal langsam lesen und die Geschichte genießen kann. Primär allerdings bei Geschichten, die ich mag – weil ich es bedaure, wenn die zu Ende ist. Gerade habe ich noch so viele ungelesene Bücher im Regal liegen, eine abartig lange Wunschliste bei Amazon und dadurch, dass ich nicht mehr rauche, auch endlich mal Kohle, die ich hemmungslos in Bücher stecken kann, dass ich mich bedenkenlos von der Spannung mitreissen lassen kann. Das nächste Buch wartet ja immerhin schon.

Wobei ich mir vielleicht wenigstens mal 1, 2 Tage Pause zwischen zwei Büchern angewöhnen sollte. Andererseits ist gerade eh doofes Wetter und wenn’s wieder wärmer wird, strecke ich die Nase schon von alleine wieder in den Wind. Vielleicht sollte ich einfach genießen, mir den Luxus von Lesezeit gönnen zu können. 🙂

Katja

16 Kommentare zu “aktueller Zeitfresser

  1. Ich hoffe, ich mache mich damit nicht zu unbeliebt, aber: Von Dan Brown habe ich mal Illuminati gelesen. War gar nicht mein Ding. Wirklich gar nicht. Fand ich furchtbar.

    • Nein, wieso denn unbeliebt? Ich bin ziemlich schmerzfrei, wenn andere Menschen andere Dinge mögen als ich. 🙂
      Mein Opa hat das immer sehr schön ausgedrückt: „Der eine isst gerne Käse, der andere geht Sonntag morgens gelegentlich in die Kirche.“

      Kannst / Möchtest du, näher erklären, was du an Illuminati nicht mochtest? Mich stört bei Dan Brown primär, dass seine Charaktere so glatt und ohne Kanten sind. Aber ich bin rätselverliebt genug, darüber hinwegzusehen – dieses gepuzzle mag ich nämlich gerne.

      • Fast hätte ich vergessen zu antworten. Ich tanze gerade auf zu vielen Blogs, glaube ich… Ich fand, wie du auch sagtest, dass viele seiner Charaktere einfach nur lahme Abziehbilder sind, und das macht für mich schon mal viel aus. Ich brauche interessante Leute, die mir auf die eine oder andere Weise sympathisch sind, sonst fühle ich mich nicht wohl in einer Geschichte, weil mir egal ist, was passiert. Und sonst hat er einfach ein paar so kleiner Dinge, von denen ich Krätze kriege. Im CERN gibt es zum Beispiel so eine Szene, in der der Direktor dem Protagonisten erklärt, warum es lustig ist, dass an einer dorischen Säule ein Zettel klebt, auf dem steht: „Diese Säule ist ionisch.“ Das ist ziemlich am Anfang, aber ich war trotzdem an der Stelle schon kurz davor, das Buch vorzeitig abzubrechen. Was ich übrigens in meinem ganzen Leben erst zweimal getan habe.

      • Bei den Charakteren hast du natürlich recht. Ich bin da ansonsten auch härter in meinem Urteil (wobei mir tief reicht, sympathisch muss gar nicht unbedingt sein, ich mag auch Thriller aus der Perspektive des Serienkillers.), bei ihm kann ich der Rätsel wegen drüber wegsehen. Irgendwie erinnert mich das an Zeiten, wo ich mich nächtelang in Adventures festgebissen habe und den Rechner erst ausschalten konnte, wenn alle Rätsel geknackt waren.

        An diese spezielle Stelle mit der Säule erinnere ich mich auch. Die fand ich auch doof; wie Witze erklären generell. Das funktioniert ohnehin nur sehr selten.

      • Zumindest die erfahreneren Leser meines Blogs wird es nicht überraschen, wenn ich bekenne, dass mir auch und gerade Serienmörder durchaus sehr sympathisch sein können.
        Ich gönne dir jedenfalls den Spaß an Dan Brown. Ein paar Dinge, die ich gerne lese, kämen dir sicherlich auch ziemlich komisch vor.

      • Ach streu nur Salz in meine Wunde!
        Ich ärgere mich seit Wochen, dass ich so ungerne längere Geschichten am Monitor lese und keinen Drucker habe, um endlich mal Nimmermehr zu lesen.
        Bei Menschenähnlich hänge ich aktuell nur eine Folge hinterher, aber so richtig glücklich macht mich gestückeltes Lesen und dann warten zu müssen bis es weitergeht nicht. Ich bin allerdings nach der zweiten Episode zu neugierig geworden um jetzt warten zu wollen bis du fertig bist.

      • Das ist ja lieb! 🙂 Ich hab dann in der Tat kurz nachdem ich den Kommentar geschrieben hatte, schon jemanden gefragt, ob er’s mir ausdrucken kann. Das hat mich in der Tat schon länger zappelig gemacht, die Geschichte endlich zu lesen und das war jetzt endlich Anlass mich auch mal um ’nen Ausdruck zu kümmern.
        Die Leserin ist dir also gewiss!

        Edit: Mist, das verschachtelt nicht weit genug. Auf Muriel bezieht sich dieser Kommentar hier.

  2. Gerne schließe ich mich Muriel an.

    Bei mir ist es die Schreibweise von Dan Brown, die mich abstößt.

    Das liest/hört sich wie ein 75%Drehbuch und schreit, „Sieh her Hollywood hier ist etwas zum verfilmen. Ich hab das schon mal was vorbereitet, kannst ja mal sehen. Und wenn der dir nicht gefällt nimm den Anderen.“

    Es ist wie immer, der persönliche Geschmack und der Zugang zu einer Person. Meine persönliche Favoriten, immer noch: Frederick Forsyth und Donna Leon ( 😳 )

    • Witzig. Das hätte ich ganz anders empfunden. Die Geschichte in seinen Büchern wird so oft durch die Gedanken von Charakteren vorangetrieben, dass ich es als ungeheuer schwierig empfinde, sowas im Film darzustellen. Das macht mMn die Filme so schlecht, weil sie sich quasi nur um das Gerüst ranken, dieser ganze Gedankenteil aber gar nicht darstellbar ist.

      Hmm, wobei, wenn ich in deinem Kommentar „Schreibweise“ durch „Geschichte“ ersetze, kann ich glaube ich nachvollziehen, was du meinst. Seine Bücher handeln durchweg von Symbolen, Verschlüsselungen, Verschwörungen, Geheimbünden… Das sind auf jeden Fall prominente Themen für Verfilmungen, ja.

      Fertig. Übrigens. Ächz.

      Von beiden (Forsyth und Leon) habe ich noch nichts gelesen. Hast du ’nen Tipp, was man unbedingt gelesen haben sollte?

      • Ja, seine Art Geschichte zu erzählen auch. Das ist mir zu gerade und irgendwie zu nahe einem Drehbuch halt. Wobei ich mir mein Bild nach seinem ersten großen Roman gebildet habe. Wenn ich jedoch sehe, was da alles nach kam, mag ich mich gar nicht mehr mit ihm beschäftigen.

        Donna Leon (http://is.gd/6GaA1) ist bekannt geworden durch die Guido Brunetti Romane. Entweder man liebst ihre Art zu schreiben und ihre Verliebtheit in Venedig sofort oder nie.

        Forsyth (http://is.gd/6G9S2) hat den Ur-Schakal geschrieben, der dann von Hollywood und Bruce Willis schon „verschandelt“ wurde. Sein Durchbruch war die Akte Odessa, ein post-Naziding aus den 60-igern. Auch hier, entweder man verfällt sofort oder nie.

        IMHO erzählen beide ihre Geschichten mehr, als das sie sie und sich präsentieren.

      • Aaah ja, Dankeschön!
        Brunetti, schon oft gehört und ich wollte da ohnehin immer mal reinlesen und mir ein Bild davon machen.

        Von Forsyth kenne ich beide Geschichten, die du erwähnst, als Film. Da lohnt sich das Lesen auch sicherlich.

        Wenn ich in dem Tempo weitermache, meine Amazon Wunschliste zu füllen, hab ich auf Jahre genügend zu tun. *soifz*

      • Bitte sehr. 🙂

        Die Amazon-Wunschlisten sind Teufel-Werk. Ich hab mittlerweile 3 nach Thema sortiert, weil ich sonst den Überblick verliere. Und doch wird es nicht weniger. Auf der anderen Seite, so hat man einen guten Überblick über die Marketplace-Preise. 😉

      • So oft ich drauf fluche, dass die Liste immer länger wird und ich nur schleppend hinterherkomme, hat es doch den entscheidenden Vorteil, dass mir nichts mehr verloren geht. Früher hab ich das ganze auf Notizzetteln gesammelt, übersichtlich war was anderes.

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