Kaffeepausengedanken 2

Morgen ist der November endlich vorbei und ich bin mit dem Adventskalender, der in meinem Rücken an der Wand lehnt, für den Dezember gewappnet.

Beim Einkaufen vorhin war’s kalt, nass und dunkel und mir ist wieder mal aufgefallen, wie sehr sich das trübe Wetter in den Gesichtern der Menschen, denen man begegnet, widerspiegelt. Da war das entschuldigende Grinsen des langhaarigen Typen, der die Wagen verwechselt und meinen weitergeschoben hatte, der einzige Lichtblick.

Ein Lichtblick ist auch mein Winterkaffee, den ich gerade vor der Nase habe. Kaffeepads mit Schoko-Zimt-Sahne-Aroma. Dazu Kettcar. Und urplötzlich bin ich in einer alles-wird-gut-Stimmung.

Eine erstaunliche Erkenntnis des letzten Wochenendes ist übrigens, dass mir ein Abend mit etwa 150 Leuten bei Live-Musik wesentlich weniger zusetzt, als einen ganzen Tag zwischen 15 (fast ausschließlich fremden) Menschen zu hocken und Konversation betreiben zu müssen. Ufff. Da merke ich so richtig, wie wenig ich bei sowas in Übung bin. Gestern ging nichts ausser Schlafen, Lesen und auf dem Sofa rumlümmeln.

Katja

6 Kommentare zu “Kaffeepausengedanken 2

  1. Konversation betreiben zu müssen(!) ist öde. *hmpf*

    Wie äußerst sich die mangelnde Übung bei Dir? Für meinen Teil finde einfach kein ergiebiges Thema und habe auch dann keine große Lust eines zu suchen. Also übe ich mich im peinlich höflichen Schweigen. 😳

  2. Naja, „müssen“ im Sinne von es wäre zu unhöflich gewesen, mich alleine in ’ne Ecke zu verziehen, was mir stellenweise lieber gewesen wäre.

    Die fehlende Übung zeigt sich darin, dass ich es unglaublich anstrengend finde, viel zu reden und auch einfach, für längere Zeit, zwischen Menschen zu sein. Ein großer Teil meiner Kommunikation findet ja immer noch via Tasten bzw. Telefon statt. Als ich abends da raus bin (das war eine Geburtstagsfeier), habe ich mich gefühlt, als hätte ich den ganzen Tag schwere körperliche Arbeit verrichten müssen – völlig platt und ausgelaugt.

    Alleine der Geräuschpegel, der den ganzen Tag über herrscht, wenn sich 15 Menschen in einem Raum aufhalten und unterhalten ist ziemlicher Stress, wenn man’s nicht gewöhnt ist.

  3. Ich verstehe ja einfach so Leute nicht, die sich vom Wetter beeinflussen lassen. Nicht, dass ich das übel nähme, ich beobachte es einfach nur mit einer verständnislosen Faszination. Ich wüsste gar nicht, wie das Wetter ist, wenn mir nicht ab und zu jemand in einem Anfall von Small-Talk-Wut davon erzählte.

  4. Ich wollte hier gerade leichtsinnig verkünden, dass ich dich darum beneide, überhaupt nicht wetterfühlig zu sein, aber bei näherer Betrachtung ist das wohl gar nicht so. Ich stehe nämlich ungeheuer drauf, dass im Frühling quasi nichts ausser Sonnenschein passieren muss, damit ich jedem von Weihnachten übriggebliebenen Honigkuchenpferd Konkurrenz mache. (Grinsend, nicht austrocknend!^^)
    Ob ich mich draussen aufhalte oder nicht, spielt – bei mir zumindest – bei der Wetterfühligkeit auch keine Rolle. Da war ich auch während der Jahre anfällig, die ich nur drinnen verbracht habe.

  5. Wetterfühlig, naja… Es ist mehr so, dass mir der Gute-Laune-Aspekt von Sonnenschein und Wind leider weitgehend verschlossen ist. Und dann bleibt eben nur noch der nervige Teil, dass man nicht richtig gucken kann beziehungsweise alles wegfliegt, was nicht beschwert wird.

    • Oh. Das ist wirklich schade. Dabei gibt es das Stückchen Glück, wenn die Sonne nach dem Winter wieder rauskommt, doch so kosten- und auch mühelos.
      Du erwähnst den Wind – kannst du dem auch nichts abgewinnen? Mit Wind assoziiere ich immer Lebendigkeit. Wenn der mir richtig ins Gesicht weht, empfinde ich ganz viel Wachheit (nicht nur körperlich) und Klarheit, so als würde er alle störenden Nebengedanken einfach wegpusten.

      Aber der Wind wird wohl häufiger verkannt. 😉

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