Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert

Ich bin ein doofes wetterfühliges Dingens! Jedes Jahr das gleiche Drama. Spätestens im November plumse ich in ein Loch und es geht mir schlecht. Fast reglos verharre ich, lasse den Winter und die Depressionen über mich ergehen bis endlich im Frühling die Sonne wieder rauskommt, die Natur erwacht und es auch mir wie durch Zauberhand wieder besser geht.

In den ersten Jahren meiner Depressionen ist mir nicht mal aufgefallen, wie sehr das vom Wetter abhängig war und dass es immer der Herbst war, wo alles noch schlimmer als ohnehin schon wurde. Die Verschlechterung hat mir da jedesmal eine Heidenangst gemacht. Seit ich weiss, dass meine Stimmung mit Sonne und Licht schwankt – und das nicht zu knapp – schwankt’s zum Glück nicht mehr so schlimm. Das Bewusstmachen und bewusst Gegendenken musste ich zwar erst mühsam lernen, ist aber häufig wirklich hilfreich. Der Sturz ist kein so tiefer.

Vorhin, beim Nachgrübeln über diesen hässlichen Tag, ist mir wieder eingefallen, dass ich ja dieses Jahr in weiser Voraussicht tatsächlich vorgesorgt habe. Im April habe ich angefangen mir Glückskonserven anzulegen, kleine Dinge, kurze Momente festzuhalten, die mich glücklich machen / gemacht haben. Gerade habe ich darin gestöbert, gelesen, die Augen geschlossen, mich erinnert. Jetzt habe ich ein Grinsen im Gesicht. Und das an einem so durch und durch doofen und grauen Tag.

Um es mit John „Hannibal“ Smith Worten zu sagen: Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!

Katja