Die Rückseite der Medaille

…springt mir beim Nachdenken über das Thema direkter ins Gesicht und natürlich soll sie auch ihren Platz hier bekommen. Allerdings ihren eigenen. Freude über etwas muss manchmal auch mal alleine stehen bleiben dürfen. Und wenn ich das an das Ende der Freude ranhängen würde, käme es mir vor als würde ich die guten Aspekte direkt wieder selber erschlagen wollen. Ist aber nicht so. Daher hier, ganz für sich:

Wie einfach ist es, sich zwischen all den Informationen zu verheddern, Lost in Information statt Translation. Müsste ein neuer Auftrag von Bildungseinrichtungen vielleicht auch das Erkennen von Relevanz sein? Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen – das ist ein sehr altes Prinzip. Funktioniert das bei irgendwem ausser Tauben instinktiv und zuverlässig?

Und weiss man Wissen überhaupt noch zu schätzen, wenn es sich so aufdrängt und nicht errungen werden muss? Und ist es überhaupt (noch) nötig, Wissen zu schätzen?

Katja

5 Kommentare zu “Die Rückseite der Medaille

  1. Das Wissen wird man immer zu schätzen wissen, die ständige Verfügbarkeit und die Möglichkeit nahezu zu jeder zeit alles Wissen der Welt irgendwie im Zugriff zu haben, das wird irgendwann zu Selbstverständlichkeit, zum Alltag werden. Der Kopf wird faul, weil er weiß er kann sich das Wissen jederzeit anderswo holen, er muss es sich nicht mehr merken.

    Den Querverlinkungen und Verweisen zu Subthemen muss jeder erst lernen zu widerstehen, „Das was ich wollte habe ich, Danke“. „Lost in Information“, oder die Überflutung mit eigentlich nutzlosen und ungewollten Informationen, ist gefährlich, auch damit muss man im Umkehrschluss erst lernen umzugehen.

    Mal als Beispiel das Buchprojekt von Google, über das alle Welt spricht. Es ist gut das Wissen dort zu digitalisieren und so rein vom Inhalte zu erhalten. Es ist gut, seltene Bücher so für viele Menschen verfügbar zu machen, nur sind sie dann nicht mehr selten und wertvoll. Es wird Massenware und versinkt im Alltag. Selbst bin ich darüber hin und her gerissen, also in dem ob ich es gut finde oder nicht.

  2. Den „Das was ich wollte hab ich, Danke“-Satz sollte ich mir wohl mal auf ’nem Post-it an den Monitor kleben. Obwohl ich mich schon so lange im Internet bewege, kann ich mich wirklich immer noch herrlich verzetteln und von Link zu Link wandern.

    Bei so Dingen wie dem Buchprojekt darfste mich gerne altmodisch nennen, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das viel ändern würde an der hmm Wertschätzung seltener Bücher. Ein Buch ist in meinen Augen sehr viel mehr als sein Inhalt, die „Hardware“ hat ebenso ihren Anteil daran. Lesen in einem Buch, das Rascheln der Seiten, das Gefühl beim allerersten Umblättern, wenn die Seiten sich noch ein wenig sträuben, der Geruch von alten Büchern und auch der von neuen – für mich gehören all diese Sinneseindrücke mit zum Lesen dazu. Am Monitor lese ich notgedrungen, aber das ist anders, ein Buch, das ich anfassen kann, ziehe ich (bei gleichem Inhalt) jederzeit vor.

  3. Das Verzetteln ist eine üble Seuche, der alle Internetuser anheim gefallen sind:

    sehr passend dazu => http://www.dondahlmann.de/?p=364

    Wenn man Bücher nur auf den Inhalt reduziert, als ohne eine emotionale Bindung zu Papier, dem gebundenen Gesamtwerk, den Erinnerungen, den Geschichten die zum Buch führten usw. ist das Google-Projekt einfach nur geil. Muss ich wirklich nach Rom fahren, um die Bibel eines Michelangelo zu lesen, nur weil ich wissen will oder muss, wie seine Sicht der Ding damals war? Nein. Wenn ich die Geschichte zum Buch sehen und spüren will, unbedingt. Ich hoffe es wird so bleiben. 😉

  4. Dankeschön für den Link! Den Text hatte ich schonmal gelesen (Hattest du den mal in deinem Blog verlinkt?) und meine Reaktion damals wie jetzt war „Ja. Ja. Ja. Genau das passiert mir dauernd.“

    Hmm, ich glaube, diese Differenz gibt es ja nicht nur bei Büchern, sondern in quasi allen Lebensbereichen. Also banal ausgedrückt Konsum vs. Genuss/Erlebnis.
    Das fängt bei so alltäglichen Dingen wie Nahrungsaufnahme an. Wenn es lediglich darum geht, den Hunger zu stillen bzw. dem Körper Energie und Nährstoffe zuzuführen ist fast egal in welcher Form man das tut. Ich ziehe auch da die Genussvariante vor, auch wenn das häufig einen großen Aufwand für mich bedeutet. Ich bin mir aber sehr wohl bewusst, dass ich natürlich gerade über ausreichend viel dieses Luxusgutes Zeit verfüge, um sie mir dafür zu nehmen.

    Wahrscheinlich muss man einfach in all diesen Dingen, den persönlich passenden Mix finden. 🙂

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