Back to life

Ich bin wieder da! In den heimischen Räumlichkeiten schon seit Freitag Spätabend. Fast alle Taschen sind ausgepackt, die ersten vier Maschinen Wäsche gewaschen, die 3.500 Fotos auf den Rechner kopiert, die 14 oder 15 Flaschen spanischen Weins verstaut, ebenso der iberische Schinken, der geniale Käse und fast alle anderen Dinge, die sich auf der Reise angesammelt haben.

Bis ich sagen kann, dass ich wieder richtig angekommen bin, wird vermutlich um einiges länger dauern. Viel zu anders war der Urlaub, als es mein normales Leben ist. Ich habe so unglaublich viel gesehen in diesen 12 Tagen, so unfassbar viele Eindrücke gesammelt. Das muss ich erst mal alles geordnet und sortiert bekommen, muss sich setzen können. Gerade kommt mir das alles wie ein ungeheuer kostbarer Schatz vor, der erst mal seinen Platz in der Schatulle finden muss, damit mir ja nichts davon verloren geht.

Ich hatte 7 Bücher eingepackt und mich vorher gefragt, ob sie wohl ausreichen würden, alleine die lange Fahrtstrecke kam mir schier unüberbrückbar vor. Ich habe ausser im Andalusienreiseführer keine einzige Zeile gelesen. Ich hatte jede Menge Wolle dabei, um die Hände zu beschäftigen. Ich habe keine Masche gestrickt. Seit ich vor 12 Jahren meinen ersten Internetanschluss angemeldet hatte, war ich nie länger als mal 3, 4 Tage am Stück komplett offline. Noch im letzten Urlaub (1 Woche Dänemark im letzten Herbst) war ich 3 oder 4 mal im Internetcafé, weil mir ein Leben ohne Web ganz merkwürdig vorkam. Jetzt war ich 12 Tage komplett offline und hatte nicht das Gefühl etwas zu entbehren. Und obwohl alles so fremdartig, ungewohnt, unwirklich war / erschien, hatte ich doch das Gefühl, mit Vollgas im echten Leben unterwegs zu sein.

Es gab so viel zu sehen, zu spüren, zu riechen, zu schmecken und ich habe das Gefühl, noch nie vorher ein Land so intensiv erlebt und aufgesaugt zu haben. Ich war in den Bergen, am (und im) Meer, in der Großstadt, tief im Süden, weit in der Höhe, in engen verwinkelten Gassen, auf Prachtstraßen und Plätzen, in Höhlen, in Kirchen, unter Affen, in drei verschiedenen Ländern, in kleinen und riesigen Läden, habe in 5 verschiedenen Orten übernachtet und vermutlich an über zwei Dutzend verschiedenen Orten Kaffee getrunken, 5910 km zurückgelegt, hab mir einen Zeh geprellt, hatte einen Tag lang mit Montezumas Rache zu kämpfen, hab mir trotz Sonnencreme ordentlich die Nase verbrannt, bin mit einem verstauchten Handgelenk nach Hause gekommen und mit 7 spanischen Kaugummisorten. Und meinen Parisfluch habe ich auch gebrochen. Und Afrika gesehen. Also zumindest aus 14 km Entfernung. Und Sonnenuntergänge, von denen ich immer geglaubt hätte, so kitschig gäb’s die nur auf Postkarten und niemals in echt.

Mindestens zu gucken wird’s hier in den nächsten Tagen, wenn ich mich durch die Fotos gekämpft habe, sicherlich noch mehr geben. Mal sehen, ob ich einige der Eindrücke auch noch in sinnvolle Worte gefasst bekomme. Ansonsten muss die Zusammenfassung „Es war großartig!“ genügen.

Und da das Meer nach wie vor meine große Sehnsucht ist, gibt’s hier als erstes auch Wasser zu sehen:

Das ist am letzten Tag am Strand vor der Haustür. Da hat Spanien nochmal alles gegeben, um mir den Abschied schwer zu machen. Sonne, Wind, Wellen.

Katja