Kaffeepausengedanken 2

Morgen ist der November endlich vorbei und ich bin mit dem Adventskalender, der in meinem Rücken an der Wand lehnt, für den Dezember gewappnet.

Beim Einkaufen vorhin war’s kalt, nass und dunkel und mir ist wieder mal aufgefallen, wie sehr sich das trübe Wetter in den Gesichtern der Menschen, denen man begegnet, widerspiegelt. Da war das entschuldigende Grinsen des langhaarigen Typen, der die Wagen verwechselt und meinen weitergeschoben hatte, der einzige Lichtblick.

Ein Lichtblick ist auch mein Winterkaffee, den ich gerade vor der Nase habe. Kaffeepads mit Schoko-Zimt-Sahne-Aroma. Dazu Kettcar. Und urplötzlich bin ich in einer alles-wird-gut-Stimmung.

Eine erstaunliche Erkenntnis des letzten Wochenendes ist übrigens, dass mir ein Abend mit etwa 150 Leuten bei Live-Musik wesentlich weniger zusetzt, als einen ganzen Tag zwischen 15 (fast ausschließlich fremden) Menschen zu hocken und Konversation betreiben zu müssen. Ufff. Da merke ich so richtig, wie wenig ich bei sowas in Übung bin. Gestern ging nichts ausser Schlafen, Lesen und auf dem Sofa rumlümmeln.

Katja

Wachbleibsel 8 + 9

So langsam hab ich dann fast alle Fäden vernäht von eigentlich längst fertigen, aber mit losen Fäden noch hier rumliegenden Socken und Mützen.

Bei den beiden Paaren musste ich ran, die hab ich Samstag verschenkt. An den Schuhgröße 31er, für den ich letztens schon ein Paar gestrickt hatte und passend dazu in Größe 38 für seine Ma.

 

Gerade stolpere ich in jedem zweiten Laden über Sockenwolleangebote und muss mich wirklich zusammenreissen, nicht noch mehr anzusammeln, bevor ich meine Vorräte mal verstrickt habe. Folter sowas. Das ist fast so schlimm wie ohne was zu kaufen aus ’nem Buchladen wieder rausgehen. 😀

Katja

 

Shalala!

Nach etwa 10 Jahren Konzertabstinenz war ich bei einem Auftritt einer meiner absoluten Lieblingsbands – beim großartigen Mark Gillespie, dessen grandiose Tonträger nur von seinen noch viel grandioseren Liveauftritten getoppt werden. Dieser Mann gehört einfach auf eine Bühne. Oder auf die Straße. Dort – also in der Straßenmusik – liegen seine Wurzeln und dorthin kehrt er auch immer wieder mal zurück. So genial unverkrampft, so echt und authentisch, ein solcher Meister der Improvisation, ihn live zu hören ist ein unglaublicher Genuss und ich bin energiegeladen wie lange nicht mehr nach Hause gekommen, viel zu zappelig um schlafen zu können, obwohl ich morgen in aller Frühe raus muss.

Über 2 Stunden hat Mark gespielt – teils mit der kompletten Band, teils nur mit seiner Loop-Maschine (herrlich!) und Thomas Drost (wow!) an der Flöte. Das Shalala von früher ist zum Teil einem Boomtschakka gewichen, die neueren Sachen haben weniger Leichtigkeit, da muss ich mich im Gegensatz zu den früheren Scheiben, die direkt Einzug ins Ohr gehalten haben, erst reinhören. Das Schlagzeug hat eine größere Rolle als früher, so kommt es mir vor. Aber gerade das macht den Reiz aus, die Musik und Mark wirken reifer als vor 10 Jahren.

Schön. Schön. Schön. Ich sitze hier breit grinsend mit 2 neuen CDs.

Wer die Möglichkeit hat, sich Mark Gillespie live anzuhören: Nix wie hin!

Katja

Denkprozess

Seit Nächten liege ich wach, kann nicht schlafen und wenn ich schlafe, träume ich entsetzlichen Mist. Morgens bin ich gerädert, wie tot.

Ich kenne das Gefühl. Irgendetwas piesakt mich. So sehr, dass ich nicht schlafen kann. Ich weiss nur (noch) nicht, was es ist. Das passiert mir nicht zum ersten Mal und das ist die fieseste Phase. Also die, wo ich nur merke, dass mich irgendetwas in den Nächten verfolgt, aber es noch so weit unter der Oberfläche ist, dass ich es nicht zu greifen bekomme.

Früher war das umgekehrt. Mir waren tagsüber Dinge im Bewusstsein, die dort auch nachts nicht weichen wollten, dafür sorgten, dass ich nicht einschlafen konnte. Das war zumindest berechenbarer.

Dieses gar nicht so genau wissen, was mich da piekst, macht mir Angst.

Tagsüber fühle ich mich gehetzt, als säße mir jemand / etwas im Nacken, würde mir Druck machen. Objektiv betrachtet ist da nichts. Trotzdem fühlt es sich ständig so an. Ich komme nicht zur Ruhe. Innerlich.

Ich versuche es mit Lesen, das lässt mich normalerweise gut zur Ruhe kommen. Es klappt nicht. Ich kann nicht in die Geschichte eintauchen, lese ein Kapitel, stehe auf, mache was anderes. Egal, was ich tue, ich fühle mich abwesend. Bin nicht da, ruhe nicht in mir.

Ich glaube, ich habeAngst davor, unter der Oberfläche könnte etwas Großes lauern. Ich glaube, das führt dazu, dass ich gar nicht so genau nachspüre, was überhaupt los ist. Ich muss mich jeden Tag dem Wunsch widersetzen, mir einfach die Decke über den Kopf zu ziehen.

Dabei geht’s mir eigentlich gerade wirklich gut, zumindest für die Jahreszeit. Eigentlich. Ein wenig fühlt sich das nach Maske an. Sehr doll fühlt sich das nach Kampf an. Es ergibt sich nicht einfach, dass es mir gut geht. Ich habe das Gefühl, dafür hart schuften zu müssen, um den vermeintlich natürlichen Weg des in- den-Herbst-fallen-lassens zu verlassen. Es zieht und zerrt an meinen Kräften. Und ich gestehe mir das nur in den seltensten Momenten ein. Ist doch alles gut. Ich will dieses Jahr nicht wieder in so ein <zensiert> Loch fallen.

Vielleicht traue ich mich nicht hinzuschauen, was da brodelt, weil ich Angst davor habe, dass es das fiese „du schaffst das doch eh nicht dich zu widersetzen, also kannst du auch gleich aufgeben“ sein könnte. Vielleicht ist es auch was ganz anderes und wäre viel einfacher zu lösen, wenn ich’s zulassen würde. Angst lähmt, Angst vor Angst noch mehr. Verdammt. Ich dachte, das hätte ich langsam mal hinter mir gelassen.

Dinge gedanklich bis zum Ende durchspinnen. Das Gespräch gestern hat gut getan, mir wieder mal gute Impulse gegeben. Wenn ich den Ablauf grob kenne und das Ergebnis nach einiger Zeit ganz genau kenne und weiss, dass etwas ohnehin vorbeigeht, muss es dann überhaupt passieren? Bzw. muss es mich so viel Kraft kosten, das zu verhindern? Wo ist der einfachere (nicht einfache! das will ich ja gar nicht und muss nicht unbedingt sein) Weg?

Reicht ein: Will ich nicht mehr, brauch ich nicht mehr, lass ich bleiben?

Letzteres gehört vermutlich nicht in die Aufzählung, setzt es doch den aktiven Part voraus und aktiv war’s ja gerade nicht. Zumindest nicht aktiv präventiv. Aber eigentlich auch nicht aktiv treibend.

Ich brauche Ruhe, muss erst mal das Gefühl loswerden, dass mir etwas im Nacken hockt, mich piesakt.

Der Vorsatz ist jeden Tag da – rausgehen, Luft, Licht, Wind. Dann geht der Tag rum. Morgen. Jetzt ist es schon so dunkel, gerade regnet’s, ich hab so viel zu tun. Ich weiche mir aus, verdammt. Keine Ruhe.

Ich habe seit langem wieder mal das Gefühl, dass sich meine Gedanken in Spiralen winden. Meine Wahrnehmung, die mir sonst recht zuverlässig sagt, was los ist, scheint im Winterschlaf.

Morgen Abend. Eigentlich denke ich schon den ganzen Abend, dass ich da doch nicht hinwill. Viele Menschen. Wuhä. Ich kann nicht einschätzen, was auf mich zukäme. Bin doch gerade eh irgendwie angeschlagen. Ich ahne gerade, dass ich mich damit nur vor mir selber rausrede. Vielleicht sollte ich ganz genau deswegen hingehen. Den Mutigen gehört die Welt! Live Musik. Das ist soo lange her und das war immer etwas ganz besonderes. Dinge bis zum Ende durchspinnen. Was ausser schnödem Mammon, wenn’s denn gar nicht ginge, habe ich zu verlieren?  So lange ich mich nicht traue, kann ich auch nicht fallen. Das kann’s ja bitte auch nicht sein. Ich stolpere in letzter Zeit ganz schön häufig über meine verharren-und-totstellen-Taktik, damit sich ja bloß nichts verändern kann. Verdammt, genau das soll’s doch: smich verändern.

Manchmal würde ich mich selber gerne an den Schultern packen und mich mal durchschütteln.

Ich werde morgen nicht nach Ausreden vor mir selber suchen und aufhören, mir eine Ausflucht nach der anderen zu suchen. Vielleicht brauche ich wirklich mal Krach, um wieder zur Ruhe zu kommen.

Hey Welt, ich könnte mal ein paar gedrückte Daumen brauchen!

Katja

 

Wachbleibsel 7

Vorm-Fernseher-Einschlafverhütung in Größe 39, die darauf wartet, dass ich sie verpacke und zur Post bringe, was aber wohl noch ein paar Tage warten muss, bis ich mich zum Weihnachtskekse backen aufraffen konnte. Mal ganz ohne blau in der Wolle. 😀

Katja

Rudolph

Manchmal Oft Meistens sind es die wirklich kleinen Dinge, an denen ich die größte Freude habe.

So auch beim aktuellen Beispiel. Vor etwa ’ner Woche habe ich mir beim Metro-Einkauf ein kleines knuffiges Rentier mit Magnetpfoten mitgenommen, das seitdem an der Kühlschranktür wohnt. Und es macht mir ’nen Heidenspaß den Kleinen hin- und herzuschubsen, kopfüber zu drehen oder simpel die Tür zuhalten zu lassen. Ich weiss nicht, wie oft ich das in den letzten Tagen grinsend gemacht habe.

Anschaffungskosten: < 1 Euro, Spaß dran: unbezahlbar, einzig dass ich seine Brüder Eisbär, Schneemann und Co nicht auch noch mitgenommen habe, wurmt mich so’n bisschen. :mrgreen:

Katja

Ablenkungsmanöver

Der 24. November ist nicht unbedingt mein Lieblingstag. Zu viele traurige Erinnerungen haften ihm an, kommen an diesem Tag immer hoch.

Meiner nieder-mit-der-Traurigkeit-Kampfansage folgend habe ich heute vorgebeugt. Stundenlang zur Ablenkung zu schuften und noch dazu etwas zu tun, was mir Spaß macht, war ein guter Plan. Kaum trübe Gedanken, dafür ein leckeres Ergebnis.

Meine ersten selbstgemachten Tapas:

Blätterteig mit halbierten Cocktailtomaten, nach dem Backen beträufelt mit selbstgemachtem Knoblauch-Chili-Basilikum-Öl

 

orange Minipaprika gefüllt mit Frischkäse und kleingehackter Salatgurke

 

Spanienmitbringsel: Manchego, Lomo, Brotsticks

 

Garnelen-Zucchini-Spießchen, mariniert in Knoblauch-Chili-Basilikum-Öl

 

selbstgebackene Minifladenbrote

 

Salsa mit Paprika, Zucchini und Mais

 

Pepperoni, Oliven, Schafskäse

 

Käse-Schinken-Blätterteigschnecken

 

Joghurt, gemischt mit Maracuja und Vanille, Mousse au Chocolat-Orangen-Schokodeko (OK, die Deko ist nicht selbstgemacht^^)

 

Katja (heute sowas von Küchenfee)