Ich bin dann mal weg

Nur 1000 km bis zum Meer… und dann nochmal 1500 weiter.

(Mein eigentliches Lieblingsurlaubsstimmungsmeersehlied war mein allererster Blogohrwurm, daher heute statt des Jungen mit der Gitarre den Luxuslärm und hier nur der Link zum alten Eintrag.)

Gepackt, gebadet, Musik zusammengesucht, jetzt 3 Stunden schlafen hinlegen, dann los.

Hier geht’s lang (B,C,E und F sind Übernachtungsstopps, bei D dauert der Stopp ’ne Woche lang ;)):

(Screenshot: Google Maps)

Tschüss Welt! Bis in 2 Wochen

Katja

Begegnung

Heute Nachmittag, beim Verlassen des Supermarktes, nur für einen Sekundenbruchteil begegnen sich unsere Blicke und es durchzuckt mich wie ein Blitz. Dann macht sich im Bauch ein warmes, wohliges Gefühl breit, so als wäre der Wildfremde ein lieber alter Freund. Sehr vertraut, sehr strange. Sowas ist mir noch nie passiert und bevor ich richtig verstanden hatte, was da überhaupt passiert, war der Augenblick und der Blickkontakt schon wieder vorbei.

Stunden später hat die Erinnerung an diesen Moment mir nochmal ein Lächeln auf die Lippen gemalt.
Und die Phantasie erspinnt ein Paralleluniversum, ohne Hemmungen und Schüchternheit,  mit anderen gesellschaftlichen Normen, wo es das Normalste auf der Welt gewesen wäre, einen Schritt weiter auf den Fremden zuzugehen, „Hallo“ zu sagen und ihn auf einen Kaffee einzuladen…

Katja

nur Zahlen

Katja hat am 20. Dezember 2008 um 17:00 Uhr aufgehört zu rauchen,
ist damit schon 300 Tage 1 Stunde 24 Minuten 47 Sekunden rauchfrei,
hat in dieser Zeit 3.600 Zigaretten nicht geraucht, 432,00 Euro gespart
4 Gramm Nikotin und 47 Gramm Teer den Lungen erspart und insgesamt
12 Tage 12 Stunden RauchFrei-Zeit gewonnen.

Mehr SWR3 RauchFrei unter http://www.SWR3.de/rauchfrei

Zu mehr als fix die Zahlen hier festhalten, reicht meine Zeit gerade nicht mehr, weil ich zur Feier der 300. Tage gleich zum Essen eingeladen bin. Aber wenigstens das muss ich machen. Die 300 ist so hoch und lag vor 301 Tagen so weit jenseits meiner Vorstellungskraft. Da hätte ich mir nicht mal 3 Tage gegeben.

Erstaunlich, dass Nichtstun so schwierig sein kann, wenn das Nichtstun, nicht zu rauchen meint. Im Grunde muss man ja gar nichts machen, um aufzuhören, sondern einfach nur eine Tätigkeit, die man vorher ausgeübt hat, weglassen. Ich glaube, wenn ich Fensterputzen aufgegeben hätte, hätte mein innerer Schweinehund nicht so ein Theater drum veranstaltet und wer würde es ihm verdenken? 😀

Katja

Aussichten

Zu Neid neigende und/oder fröstelnde Gemüter: Bitte gehen Sie weiter! Es gibt hier nichts zu sehen!

Alle anderen dürfen sich mit mir freuen:

(Quelle: Wetter.com)

Und ich sag: Hey, ab in den Süden. Hejo was geht? Der Sonne hinterher!

Katja

Den Stift in der Hand…

Mit 12 oder 13 habe ich bei der VHS einen Schreibmaschinenkurs belegt. Damals noch auf uralten mechanischen Schreibmaschinen von Adler, mit einer Tastatur (oder wie auch immer das bei Schreibmaschinen überhaupt hieß) so steil wie ’ne Skipiste, immer die Gefahr vor Augen, der kleine Finger könnte einem beim A oder Ü schreiben abfallen.

Später dann während der Ausbildung gab es die ersten elektrischen Schreibmaschinen. Die Tasten ließen sich leichter bedienen, eine Korrekturtaste gab es auch da noch nicht, aber immerhin waren die kleinen Finger nicht mehr gefährdet. Die damals modernen Olympiamaschinen gab es zwar auch vereinzelt, aber kein Sachbearbeiter hätte seine freiwillig für ’nen Azubi frei gemacht. Da die Korrektur mit flüssigem Tipp-Ex (diese Bänder gab es damals noch nicht) nervig war und alles andere als ordentlich aussah, war es ganz normal, sämtliche Briefe und Schriftstücke erst mal mit der Hand vorzuschreiben und dann erst abzutippen. Es minimierte die Fehler, wenn man vorher wusste, was man schreiben wollte.

Danach kam nochmal die Schulbank, eingetauscht gegen die auch nicht bequemeren Hörsaalsitze der Uni und das alles noch bevor Notebooks bezahlbar und alltagstauglich gewesen wären. Folglich erfolgten alle Mitschriften (und das war in den Jahren wahrlich viel, was ich geschrieben habe!) mit der Hand.

Ich bin damit aufgewachsen und für mich war es normal, mit einem Stift in der Hand (manchmal auch im Mundwinkel oder in die Haare reinzwirbelnd) zu denken, Worte aneinanderzureihen, den Stift auf’s Papier aufzusetzen und die Worte aufzuschreiben.
Es war eine unglaubliche Umstellung für mich als ich anfing, Texte am PC zu verfassen und ich erinnere mich an meine allerersten Forenerfahrungen, wo ich mir für längere Texte, die mir wichtig waren, wirklich noch einen Block geschnappt und den Text vorgeschrieben und abgetippt habe. Ich habe wirklich Jahre gebraucht, bis ich es zu schätzen gelernt habe und mich daran gewöhnt habe, via Tastatur die Worte viel schneller niederschreiben und auch sehr fix wieder korrigieren zu können.

Manch ein Eintrag, der sich hier findet, ist trotzdem zuerst auf Papier entstanden, mit einem Kaffee in der Sonne sitzend, die Ruhe der Terasse genießend. Aber das mache ich eigentlich nur recht selten, solche Dinge dann noch abzutippen. Die meisten bleiben einfach als Gedankenfetzen und nicht wirklich ausformuliert in meinem Block oder Notizbuch.

Vorhin, als ich anfangen wollte, eine Liste der Dinge zu erstellen, die ich für den Urlaub einpacken muss, wollte ich das erstmalig direkt am Rechner machen. Ich war seit über 10 Jahren, wenn ich denn im Urlaub war, nur in Ferienhäusern und das, was ich mitschleppe wiederholt sich ja. Trotzdem hab ich mir jedes Mal vorher einen Knoten ins Hirn gemacht um ja nur nichts zu vergessen. Das wollte ich mir gerne wenigstens ab dem nächsten Urlaub – sofern er wieder in ein Ferienhaus ginge – erleichtern und endlich mal eine dauerhafte Liste am Rechner erstellen, die ich dann nur noch überarbeiten, ausdrucken und abhaken muss. Aber Pustekuchen. Ich kann’s nicht. Der Cursor blinkte und mein Textfile blieb weiss, weil mir überhaupt nichts einfiel. Erst als ich mir einen Zettel und Kugelschreiber geschnappt habe, kam ich kaum noch mit, alles zu notieren, was mir plötzlich einfiel.

Scheinbar gibt es wirklich Dinge, für die ich das haptische Erlebnis des Kugelschreibers in der Hand brauche, die mein Hirn ohne dieses vertraute Ritual nicht verarbeiten kann.

Richtig böse bin ich nicht drum, denn das fühlt sich zwar schrullig, aber irgendwie auch sehr warm und menschlich an. Die Liste kann ich ja trotzdem für den nächsten Urlaub abtippen und aufbewahren.

Katja

gehetzt

Seit Tagen stehe ich neben mir, bin tüdelig, unkonzentriert, fahrig, nicht wirklich da. So ging es mir schon lange nicht mehr. Mir fehlt die Ruhe, innerlich wie aussen. So viel ist noch zu tun vorm Urlaub und ich habe das Gefühl, mir reicht die verbleibende Zeit niemals. Reisefieber ist sicherlich mit dabei. Nervosität. Bloss nix vergessen. Aufregung. Über 2400 Kilometer liegt das Ferienhaus entfernt. Mit dem Auto wird das heftig werden. Alle Nase lang muss ich mich dazu zwingen, mir selber vor Augen zu halten, dass ich in die Zivilisation fahren werde, quasi alles besorgen könnte, was ich vergessen werde.

In so Situationen fühle ich mich wirklich alt, unspontan, festgefahren. Früher konnte ich die Tasche, das Auto einfach vollladen ohne länger drüber nachzudenken oder mir Sorgen drüber zu machen, was ich alles vergessen habe. Wenn ich mich bei so Gedanken ertappe, schießt mir ein Zitat der furchtbaren T. durch den Kopf:

„Früher war anders. Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass irgendetwas je wieder wie früher werden könnte.“ Vielleicht das einzig wirklich Wichtige, was ich aus den paar Terminen rausziehen konnte. Bei den meisten Dingen ist es auch gut, dass sie nicht wie früher sind, sich verändert haben, dass ich mich verändert habe. Aber wenn ich mich so umständlich fühle, kann ich mich nicht leiden. Da vermisse ich die alte Unkompliziertheit.

Heute Morgen war ich um 6 Uhr nach nicht mal 4 Stunden Schlaf wach. Vor einiger Zeit habe ich nie länger geschlafen, aber für die letzte Zeit liegt mein Durchschnitt einiges darüber. Der Kopf fing direkt an zu rotieren und ich bin um halb 7 aufgestanden, hielt mich beim Kaffee machen für total beknackt, dass ich mich nicht lieber nochmal rumgedreht habe und versucht wieder einzuschlafen.

Jetzt im Nachhinein war das goldrichtig. Mein Kopf ist seit Tagen so voll und ich hätte so gerne noch ein paar Gedanken abgeschüttelt, in die Freiheit entlassen, sortiert, hier reingekritzelt und habe gefühlt keine ruhigen 10 Minuten am Stück. Heute Morgen bin ich trotz des wenigen Schlafs zum ersten Mal wieder ein bisschen aufgeräumter, habe nicht das Gefühl, dass der Teufel mir dicht auf den Fersen ist und ich schleunigst möglichst alles gleichzeitig erledigen muss.

Ich denke, als erstes werde ich mir noch ’nen Kaffee gönnen und mich dabei an eine Liste machen, was ich überhaupt noch alles erledigen muss. Listen beruhigen mich.

Katja

Mir lasse de Dom in Kölle

…auch wenn mir das gestern nicht so leicht fiel und ich den schon am liebsten hätte einpacken lassen um ihn für den heimischen Garten mitzunehmen. Einfach schön. Riesig. Beeindruckend.

Ich mag die großen katholischen Kirchen – so lange kein Gottesdienst drin stattfindet. Hinsetzen. Zur Ruhe kommen. Tief durchatmen. Drüber nachdenken, wie das mit der höheren Macht so ist. Irgendwie bin ich ja schon ein gläubiger Mensch (insofern ich daran glaube, dass es etwas gibt, größer ist als das, was ich zu verstehen in der Lage bin; insofern, dass etwas so großartiges wie Leben nicht einfach aus nichts kommen kann, zumindest nicht beseeltes Leben), wenn auch kein religiöser.  Ich mag die Ruhe von Kirchen. Ich mag es, so winzig wie ich bin, durch so ein riesiges Gebäude zu laufen, mit meinen Gedanken ganz alleine, mag das Gefühl, dass all die Alltagshektik vor der Tür Halt macht und keinen Zutritt hat.

Wenn, ja wenn, große Kirchen denn noch ein Ort der Ruhe wären. Unglaublich, wieviele Menschen da laut lärmend durchhetzen, ins Handy „ja, wir sind gerade im Kölner Dom unterwegs…“ brüllend, ihren Homies „er so…. und dann ich so….“-Geschichten erzählend, dass man meint, in einem Einkaufszentrum zu sein und nicht in einer Kirche. Manchmal fühle ich mich wirklich wie auf ’nem fremden Stern ausgesetzt…

Neben drei Stunden Guckens und Staunens hatte der Ausflug nach Köln noch meinen ersten Starbuckskaffee ever (Mjam!) zu bieten, eine neue Tasse (vom Dom) für meine Tassensammlung (Ich brauche mehr Schrankplatz! *soifz*), eine neue Kaugummisorte (Wrigleys Extra Mango Melone! Auch mjam!) und über eine Stunde Stau auf dem Rückweg. Schön war’s (bis auf den Stau)!

Katja