Überraschungsbesuche, Unsicherheit und (Gedanken-)Chaos

Ich mag keinen Überraschungsbesuch! Konnte ich noch nie leiden! Und
fast alle Menschen, die mich besuchen wissen das und noch wichtiger:
halten sich auch dran.

In der Wohnung (abgesehen vom
Arbeitszimmer, das dringend mal ’ne Generalausmistung vertragen könnte)
ist es meistens einigermaßen ordentlich. Zumindest wenn nicht noch das
Chaos vom Kochen vom Vortag vorherrscht. Das direkt abends noch zu
beseitigen kann ich mich so gut wie nie dazu durchringen, was ja an
sich auch nicht schlimm ist.

Ätzend nur, wenn beides
zusammenkommt: Überraschungsbesuch, der mir an sich schon Bauchweh
macht und noch vorherrschendes Vortageskochundesschaos. Ich hab
dahingehend wohl ’nen Hau. Zumindest fühle ich mich äusserst unwohl,
wenn ich Besuch bekomme und es ist nicht ordentlich. Vielleicht brauche
ich das als Sicherheit, weil es sich ohnehin meist seltsam anfühlt,
jemanden in den geschützten Raum der Wohnung zu lassen? *grübel*
Vielleicht brauche ich die Sicherheit, das rundrum alles stimmt auch,
um meine eigene Unsicherheit zu bekämpfen?

Auf jeden Fall gibt’s
mir immer übel zu kauen. Also auch oder eher gerade, weswegen ich mich
in der Situation überhaupt so unwohl fühle. Da hilft nicht mal ein
riesiger Strauss Lilien drüber weg, den ich gestern mitgebracht
bekommen habe. *soifz*

Eine Freundin hat mir mal, als ich
hektisch vor dem Besuch eines Freundes aufgeräumt habe, gesagt: "Der
will dich sehen und nicht überprüfen wie toll du putzen kannst."
Trotzdem fühle ich mich immer unzulänglich, nicht ausreichend. Hab das
Gefühl, das über eine saubere Wohnung, besonders dollen Kuchen oder
dergleichen kompensieren zu müssen (zu können?). Das ist schon viel besser geworden,
vor ein paar Jahren war ich da noch sehr viel verkrampfter. Und ich
brauche auch keine wochenlange Vorwarnzeit mehr, schon gar nicht,
wenn’s nur um ’nen Kaffee geht. Aber wäre ein Anruf ’ne Stunde vorher
echt zu viel erhofft? Mir machen so Nachmittage wie gestern nämlich
ordentlich zu schaffen, anstatt dass ich mich einfach drüber freuen
kann, ’nen Kaffee mit jemandem zu trinken, den ich lange nicht gesehen
habe.

Katja

P1030579

Gerade gelesen

Ich habe kürzlich ein Buch gelesen, das ich echt schlecht fand. Normalerweise komme ich bei Büchern, die mich nicht fesseln meist gar nicht bis zum Ende, sondern lege sie nach einer Weile wieder beiseite, dieses habe ich fertig gelesen und kann nicht mal genau sagen weswegen. Gekauft habe ich es, weil’s das im Supermarkt meines Vertrauens als Sommerlektüre für schlappe 3 Euro gab und da ich gerade sehr viel lese, war ich bei dem Preis nicht so sehr wählerisch. Seltsamerweise handelt es sich laut Klappentext um einen "Welterfolg, der Millionen Menschen berührt hat". Ich bin also gerade wirklich verunsichert, ob mein Empfinden so daneben ist.

Was mich an dem Buch so sehr gestört hat war der Gegensatz zwischen lieblos hingeklatschter Geschichte mit flachen Charakteren und ohne die Chance richtig in die Geschichte einzutauchen (unter anderem ausgelöst dadurch, dass gefühlt die Hälfte der Dialoge nur in indirekter Rede "er sagte, dass… – sie erwiderte, dass" stattfand, was mMn eine Barriere zwischen Geschichte und Leser aufbaut) und völlig übertrieben schwulstigen Dialogen andererseits, die so wirkten als wären sie nur dazu da, um bei den (vermutlich angepeilten) weiblichen Leserinnen die richtigen "Knöpfe" zu drücken und sie zum soifzen zu bringen. Nicht, dass ich was dagegen hätte, bei Geschichten zu soifzen – aber doch bitte, weil ich so tief in der Geschichte stecke, dass sie mich dazu bringt und nicht, weil jemand platt versucht, mich zu manipulieren.

Trotzdem mag ich den einzig erwähnenswerten Absatz festhalten, weil ich den Begriff "Intelligenz des Herzens" so schön fand:

"Das Glück erkennen, wenn es vor einem liegt, den Mut und die Entschlossenheit haben, es aufzuheben und in die Arme zu schließen … und es festzuhalten. Das ist die Intelligenz des Herzens. Verstand ohne Gefühl ist reine Logik, und das ist nichts Besonderes."

Der hat es gar nicht verdient, in so ’ner schlecht erzählten Geschichte vorzukommen.

Vielleicht sollte ich mir den zugehörigen Film mal anschauen. Zumindest kann das nicht wieder so ’ne Enttäuschung werden – noch schlechter als das Buch kann der sicherlich nicht sein. 😀

(Es geht nebenbei bemerkt um "Solange du da bist" von Marc Levy – nur der Vollständigkeit, nicht dass das wichtig wäre, empfehlenswert ist das Buch ohnehin nicht. 8))

Katja

 

 

Berghöhe

Memo an mich:

Wirklich nichts, was sich unangenehm vor mir auftürmt und mir Angst macht wird durch Aussitzen kleiner oder einfacher. Was hingegen fast immer hilft ist tief einatmen, Zähne zusammenbeissen und durch.

Scheinbar ist es nötig, dass ich mir das immer mal vor Augen halte. Irgendwann muss ich das doch auch mal lernen. *soifz*

Katja (heute mal Bergfee)