Selbst-Wert-Schätzung und Leistung

Als Kind habe ich gelernt, dass mein Wert sich danach bemisst, was ich leiste. Aufmerksamkeit und Zuneigung gab es für gute Schulnoten, gab es für gutes "Funktionieren".
Viele Jahre später hat mich mein Ehrgeiz, mein unbedingtes(-auf-Warnsignale-keine-Rücksicht-nehmendes-)Leistung-bringen-Müssen komplett aus der Bahn geworfen. Rien ne va plus. Von heute auf morgen ging plötzlich überhaupt nichts mehr.

Seitdem lerne ich an der Lektion, dass Selbst-Wert-Schätzung nicht an Leistung gekoppelt sein muss.

Und speziell für den Selbstwert, dass er nichts, aber auch gar nichts, damit zu tun hat und / oder / beziehungsweise auch in meiner Wahrnehmung nichts damit zu tun haben sollte / darf / muss, welches Feedback ich von aussen bekomme, sondern dass ich mich einfach dafür mögen sollte (darf ? !) wer ich bin.

Und hier scheiden sich wieder einmal Theorie und Praxis in meinem Leben. Obwohl ich theoretisch weiss, wie’s funktionieren kann, klebt mein Empfinden an den alten, in langen Jahren eingeübten, Mustern fest.

Ein heftiger Schritt auf diesem Sektor, dessen Ausmaß mir jetzt erst nach und nach bewusst wird, ist eine Entscheidung, die ich vor einigen Tagen getroffen habe. Ganz bewusst haue ich mir eine Tür zu – ursprünglich mit der Intention, mir selber eine Möglichkeit des Verkriechens wegzunehmen. Dass ich mir damit auch einen der ganz wenigen Bereiche wegnehme, wo ich bisher meine Rückmeldung / Anerkennung für etwas, was ich getan habe, bezogen habe, wird mir erst nach und nach bewusst.

Ufff. Mal sehen, wie sich das anfühlen wird. Speziell beim Gedanken an Phasen, wo’s mir nicht so gut geht, bekomme ich schon ordentlich Angst. Aber ich kann doch nicht aus Angst vorm nächsten Winter den ganzen Sommer über vorsorglich drinnen bleiben. Kann ich doch nicht, oder? Määäh! Vor allem will ich das nicht. Einatmen. Ausatmen. Jetzt. Später = Später!

Katja

2 Kommentare zu “Selbst-Wert-Schätzung und Leistung

  1. das mit dem wissen und nicht ändern können ist sicherlich bei den ganzen psycho-sachen [ich schere hier mal über einen kamm, ok? bitte verzeih..] ein, wenn nicht sogar das größte problem. viele meiner bekannten leiden an magersucht oder bulimie, eine davon ist ärztin. und trotzdem.

    aber es klingt gut, wenn du ab und zu den mut aufbringst, fitzelschrittchen für fitzelschrittchen deine comfort zone 🙂 zu weiten… und sich selbst ein bißchen zu ver*rschen ist dabei meist hilfreich, das kenne ich zumindest auch bei mir [ich beziehe mich jetzt auf dein ‚tür zuhauen‘]. immer mutig vorwärts!! ich drück‘ dir die daumen.

    • Danke!
      Manchmal denke ich, dass man vielleicht für unterschiedliche „Lernziele“ einfach unterschiedlich lange braucht. Je nachdem wie verfestigt der „Fehlgedanke“ in der Persönlichkeit ist. Ich hänge zum Glück nicht an allen Stellen so lange fest, manche lösen sich erstaunlich und erfreulich schnell. 🙂

Und jetzt du! Deine Gedanken, Worte, Punkte, Smilies, Bilder, Gesänge... Danke dafür!

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