Herrlich chillig

Bis vor ein paar Tagen kannte ich lediglich ein, zwei Songs von Revolverheld, allerdings ohne zu wissen, von wem sie sind und hab mich dankbar infizieren lassen; schöner Krach mit guten Texten. Seit gestern Mittag bin ich jetzt auch heftig damit verohrwurmt – egal was ich zwischendrin höre, der Song kommt immer wieder hoch.

Hmpf. Einbetten geht irgendwie so gar nicht bei Revolverheldsongs und/oder ich bin wieder mal zu dusslig. Daher hier zum Selberklicken:

Revolverheld – Mit dir chillen

 

Es gibt Tage…

…da sollte man bestimmte Worte konsequent aus seinem Wortschatz bannen. Heute ist so ein Tag. Eigentlich ist so ein Wort. Wobei man das ja bei genauerer Betrachtung eigentlich eh komplett aus seinem Wortschatz streichen sollte. Genauso wie hätte, wäre und wenn.

Trotzdem ist es an manchen Tagen noch doofer als an anderen, im Konjunktiv festzuhängen und zuviel drüber nachzudenken, was eigentlich hätte sein können…

Da sich das heute aber scheinbar nicht mit aller Stärke und Kraft wegdiskutieren lässt, keine Ablenkung wirklich hilft und ich mich vorhin dabei erwischt habe, wie ich mir selber einreden wollte, die Tränen, die ich beim Laufen an der Nordsee in den Augenwinkeln hatte, wären nur vom Wind gewesen, sollte ich mir endlich erlauben erlaube ich mir jetzt endlich, mit den Schultern zu zucken und die Traurigkeit für heute einfach hin- und anzunehmen.

Morgen wird besser als heute! Das ist eine Kampfansage! Und ich geh mir jetzt die Decke über’n Kopf ziehen und meine hängenden Schultern drauf vorbereiten, dass sie morgen wieder ein Stück weiter nach hinten gehören!

Nacht Welt!
Katja

 

It’s my life!

Nachdem ich vor ein paar Tagen die Schnauze gestrichen von traurigen, noch nachdenklicher machenden Songs hatte und mir alles, was mich sonst ganz gut aufrichtet durch Dauer-Anhören zu den Ohren rauskam, bin ich nach langer Zeit wieder mal über Bon Jovi gestolpert und bei diesem Song hängengeblieben. Viel laut hilft viel!

It’s my life
It’s now or never
I ain’t gonna live forever
I just want to live while I’m alive
(It’s my life)
My heart is like an open highway
Like Frankie said
I did it my way
I just wanna live while I’m alive
It’s my life 

Wider Erwarten…

Da denkt man, man kennt sich mittlerweile recht gut und entdeckt plötzlich, dass man doch anders ist.

Der erwartete Fall ist nicht ausgeblieben, die Traurigkeit auch nicht. Aber der Fall ist längst nicht so bodenlos wie ich vermutet und die Traurigkeit längst nicht so fordernd und raumgreifend wie ich befürchtet hätte. Es geht mir gut (zumindest meistens), und das nicht weil es ja irgendwie weitergehen muss, sondern weil ich weiss, dass es weitergehen wird. Und zwar nach vorne. Herrje, kann mir mal jemand erklären, wie sich der Optimismus und die Zuversicht so dermaßen bei mir breit machen konnten? Genügt es vielleicht wirklich, wenn man sich einmal überwunden und dafür gekämpft hat, alle Zweifel und Bedenken über Bord zu werfen, darauf zu vertrauen, dass alles gut wird – dass von dieser Haltung selbst dann so viel übrig bleibt, wenn genau die Sache, auf die man vertraut hat, doch ganz anders verläuft?

Kann es sein, dass manche Gefühle / Einstellungen einfach nur angestoßen werden müssen und dadurch zum Selbstläufer werden?

Soviel Schönes und Gutes ist mit meinem Leben in den letzten Wochen passiert und obwohl ich gerade vor ’nem ganz schönen Scherbenhaufen stehe, ist ganz viel von der Kraft und Stärke, die ich in der Zeit gefunden habe noch da. Nicht so ’ne Ärmel-hochkrempel-und-los–was-kostet-die-Welt-Stärke, wie ich sie in den letzten Wochen gelegentlich gefühlt habe, aber doch ausreichend viel, um die Schultern zurückzunehmen, den Kopf anzuheben und immer noch zu wissen, in welcher Richtung vorne liegt. Genügend Stärke, dass sie alleine durch ihre trotzdem-immer-noch-Anwesenheit gut tut und mir Zuversicht gibt. Genügend Stärke, um mir die Traurigkeit zugestehen zu können und nicht beiseite schieben zu müssen, weil ich weiss, dass sie nur in Phasen auftritt und mein Leben nicht ersticken kann.

Dass sich in meinem Leben ganz gewaltig was ändert, hab ich in den letzten Wochen häufig gespürt, wider meiner Erwartung ist jedoch, dass jetzt immer noch soviel davon da und wirklich meins ist. Yay!

Katja

Was die Liebe sagt

Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.
Es ist was es ist, sagt die Liebe.

Es ist Unglück, sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst.
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht.
Es ist was es ist, sagt die Liebe.

Es ist lächerlich, sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung.
Es ist was es ist, sagt die Liebe.

(Erich Fried)