Quitt

Ich bin an sich ja ein recht gastfreundlicher Mensch, aber bei Tieren, von denen ich nicht weiss, ob sie mir nachts ins Gesicht hüpfen, ist die Grenze derer erreicht, die ich gerne über Nacht in der Wohnung beherberge. Gestern Abend saß der Kleine hier, der eigentlich ein granz schön großer war, denn er ist sicher 7 oder 8 cm lang, an der Wohnzimmerdecke. Ich habe dann vorsichtig mit einen Wischdings am Stiel versucht, ihn in Richtung Terrassentür zu scheuchen, aber er ist direkt in eine meiner Pflanzen geflattert. Das erwies sich als ziemlich gute Lösung, denn so konnte ich einfach den Blumentopf schnappen und ihn mitsamt Grashüpfer nach draussen bringen. Dann fix rein, die Kamera holen und als ich rauskam saß er immer noch. Also schnell ein Foto und dann hätte ich vor Schreck fast die Kamera fallen lassen, wenn ich sie nicht ohnehin aus eben jener Befürchtung, dass sie mir irgendwann mal runterfällt, zur Sicherheit immer mit ihrer Schlaufe ums Handgelenk wickeln würde. Denn just nachdem ich geknipst hatte, ist der kleine Große direkt auf meine Kamera gehüpft, die ich direkt vorm Gesicht hatte.

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Ich vermute, mein Schrei hat ihn ebenso erschreckt, wie er mich Sekundenbruchteile vorher mit seinem Sprung.

Katja

I want to break free

Um meinen alten Mist, mitsamt der falschen (im Sinne von: für mich selbst schädlichen) Denk- und Fühlmuster irgendwie loszulassen, wäre es hilfreich, mich selber zu mögen – und dass ich an dieser Stelle beim Schreiben so holpere und nicht ‘mich selber zu lieben’ schreiben kann, zeigt mir wieder, wie weit der Weg dahin eigentlich ist, denn dieses Konsequente, nicht nur eben so gerade, sondern innig und tief, das kann ich mir gar nicht vorstellen. Dass ich daran so scheitere, liegt, so glaube ich zumindest, unter anderem daran, dass ich mir so oft wünsche, anders zu sein als ich tatsächlich bin. Vor allem nicht immer so ängstlich und verzagt, sondern sehr viel mutiger und das vor allem, wenn es darum geht, in Interaktion und Kontakt mit anderen Menschen – ausserhalb des geschützten Raumes Internet – zu treten. Vermutlich wäre ich mutiger und nicht so ängstlich, wenn ich mehr Selbstvertrauen hätte, ganz im wörtlichen Sinne des auf mich selber vertrauens, auch und vielleicht vor allem darauf, dass ich ein irgendwie liebenswerter Mensch bin. Und da beginnt der Kreis von neuem, denn das könnte ich vermutlich viel besser, wenn ich meine alten falschen Muster loslassen könnte.

Das alles fühlt sich für mich oft an, wie ein Wollknäuel, bei dem ich einfach nicht weiss, wo die Enden stecken und von wo aus ich anfangen soll, das aufzuknibbeln.

Katja

+++Bitte vertraulich behandeln!+++

Irgendetwas stimmte nicht bei der Wunderbaren Welt des Wissens, die bekanntermaßen mit dem Wunderbaren Wiesel zusammenlebt. Erst bekamen die beiden Besuch von Osvaldo, einem weiteren Wiesel, das dem Wunderbaren Wiesel zum Verwechseln ähnlich sieht und er brachte Sternchenkekse mit. Und als ob das an sich nicht schon verdächtig genug wäre, vernahm die Wunderbare Welt des Wissens nachts ein Kichern in ihrer Wohnung und erst verschwanden die Kekse, dann die Wiesel. Jetzt ist die Wunderbare Welt des Wissens um Aufklärung der Angelegenheit bemüht. Trotz aller Widrigkeiten! Trotzdem sie seitdem massiven Gefahren ausgesetzt ist! Ich kann daher auch nicht länger schweigen und muss endlich ans Licht bringen, dass ausgerechnet mir auf anonymem Wege höchst brisantes Bildmaterial zugespielt wurde, das vielleicht Licht in die Angelegenheit bringen könnte.

Bitte behandelt die hier enthaltenen Informationen zunächst äusserst vertraulich!

Nanu? 3 statt 2? Da stimmt doch was nicht!

Nanu?! 3 statt 2? Da stimmt doch was nicht!

Moment! Wo in Hamburg soll das denn jetzt sein?

Oh je! Die Wiesel draussen unterswegs und immer noch zu dritt. Aber wo in Hamburg soll das nur sein?

Irgendwas stimmt da doch nicht! Ich hoffe, das Bildmaterial hilft bei der Aufklärung und Rekonstruktion, was mit den Wieseln los war!

Katja

 

(Quelle der Fotos: noch anonym)

Gestatten, mein Name ist Su, Tirami Su

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Man braucht dafür:

ca. 100 – 150 g Löffelbisquit (am besten die breiten italienischen, die bleiben auch getränkt stabil, die genaue Menge ergibt sich aus dem Gefäß, das man nutzt)
ca. 200 ml Espresso
2 großzügige Schluck Amaretto
50 g Puderzucker
2 Eigelb
1 Eiweiss (die Eier sollten sehr frisch und von guter Qualität sein!)
250 g Mascarpone

Kakao zum Bestäuben

 

Und so geht’s:

Espresso (ersatzweise sehr starken Kaffee) kochen und abkühlen lassen.

Den Espresso mit einem guten Schuss Amaretto vermischen und in eine flache Schale oder einen tiefen Teller füllen. Das Eiweiss zu steifem Schnee schlagen. Den Puderzucker sieben und mit den beiden Eigelb, dem Mascarpone und ebenfalls einem großzügigen Schluck Amaretto mit einem Schneebesen oder dem elektrischen Handrührgerät gründlich miteinander vermischen. Dann ganz vorsichtig den Eischnee unterheben.

Eine Auflaufform oder eine Schüssel oder vier Förmchen bzw. Schüsselchen bereit stellen. Ich nehme dafür immer eine hohe, eckige Jenaer Glas Auflaufform ca. 18*18 cm groß, da passen die Löffelbisquits ideal rein.

Die Bisquits einzeln schnell durch den Espresso ziehen, so dass sie vom Kaffee benetzt sind, aber nicht matschig durchweichen, und eine Lage davon auf den Boden der Form schichten. Darauf ca. die Hälfte der Mascarpone-Creme verteilen, dann eine weitere Runde Löffelbisquit mit Espresso tränken und die Creme dicht damit belegen und als obere Schicht den Rest der Creme verteilen.

Für mindestens (!) 4 Stunden in den Kühlschrank stellen, gerne auch über Nacht. Vor dem Servieren eine dicke Schicht Kakaopulver darüber sieben.

Augen schließen, genießen!

Katja

diff/konf-us

Was ich gerade gut kann: von 0 auf heulendes Häufchen Elend in unter 10 Minuten. Meist bleibt nur vage, wird nicht greifbar, was das gerade auslöst. Oft ein diffuses Gefühl von Angst. Angst vor diesem, vor jenem, aber besonders vor diesem. Soviel Angst, dass ich mich nicht mal traue, genauer auf die Angst selber zu sehen, alles entgleitet mir, bricht zusammen wie die Sandburg im Regenguss. Und weil sie bei diesem so stark und dominant ist, wieder mal, merke ich, wie sie auch in die Bereiche reinschwappt, die ich eigentlich schon relativ sicher erobert hatte. Alles brüchig. Kein echtes, kein solides Fundament.

Ich traue mich nichts, dieser Tage, traue mir nichts zu. Wobei das ja kein Phänomen der aktuellen Zeit ist, das ist ja immer so. Kein Vertrauen in mich, in meine Fähigkeiten. Viele Dinge traue ich mich gar nicht anzufangen, weil ich Angst habe, sie nicht hinzubekommen. Angst vorm Scheitern, dem unverzeihlichen. Lieber erst gar nicht versuchen als zu scheitern.

Und ja, natürlich ist mir rational bewusst, was für ein Riesenblödsinn das ist. Aber das hilft dem ängstlichen Häufchen Elend nicht, denn es kommt überhaupt nicht bis zu dem Punkt, an dem ‘na und?’ die passende Reaktion auf die Angst wäre. Es sitzt da, gelähmt, mit offenem Mund und bewundert jene, die einfach machen können. Jene, die entweder das nötige Vertrauen in sich und die eigenen Fähigkeiten haben und jene, die gar nicht erst übergrübeln müssen, sondern einfach anfangen. Beide gleichermaßen bewundernswert, beweglich. Dagegen das starre, erstarrte Häufchen Elend und Angst.

Wie schwer es dann noch fällt, das Häufchen nicht noch zusätzlich fertig zu machen. Nix kannst du! Zu klein, zu dumm, zu doof, zu unfähig, zu…

Stattdessen angebracht wäre ein liebevolles ‘guck, du bist gar nicht unfähig. Du kannst das alles, du musst dich nur trauen. Und du kannst auch nichts dafür, dass du dich so oft nicht traust. Wie hättest du das lernen können, wo hättest du das hernehmen sollen? Aber jetzt bin ich bei dir und alles wird gut. Sssshhhhh.’, auch das ist mir mittlerweile klar, aber wo soll ich das nur hernehmen in den Momenten, wo es am dringendsten ist?
OK, immerhin erkenne ich das mittlerweile überhaupt. Das ist ja auch schon was, wenn ich den Selbsthass wenigstens rational als falsch erkenne.

Die bitterste Lektion, die die Krankheit mich seit Jahren lehrt ist, dass Wissen und Erkennen schön und gut ist und auch beim bewussten Umdenken (das sich immer noch oft unnatürlich gezwungen und nicht wahr anfühlt) hilft, aber noch lange nicht beim Umfühlen.

*

Immerhin ein Erfolg heute: ich habe sämtliches Pflichtgefühl ignoriert und bin nicht ans klingelnde Telefon gegangen, sogar 2 mal, weil ich wusste, dass es mir hinterher schlechter gehen würde. (Wobei schon die mahnende Anruferanzeige dafür gesorgt hat, dass es mir schlechter ging. Vielleicht sollte ich die Anzeige vorübergehend in ‘nänänä nänänä’ oder irgendetwas anderes ändern, das mich in der Entscheidung bestärkt, das gerade häufiger zu ignorieren.)

Jetzt: Angst und Tränen runterschlucken, wenigstens den Einkauf erledigen, damit die innere Stimme mir wenigstens kein ‘nicht mal das schaffst du’ an den Kopf knallt.

Katja