Kochbuchkochen 18/36

Nachdem ich im April und Mai so bummelig war, was mein Kochbuchkochprojekt angeht, habe ich im Juni schon 3 Rezepte aus einem meiner zahlreichen Kochbücher gekocht und bin mit dem 18. von 36 geplanten also für die Hälfte des Jahres voll im Zeitplan.

Sonntag gab es bei uns Schweinefilet mit Backpflaumen aus ‘Deutsche Tupperware Schlemmergerichte‘. Der Mitesser hat’s mir dieses Mal echt leicht gemacht, aus seiner Vorauswahl im Buch, ein Gericht auszusuchen, weil fast alle anderen markierten Rezepte sowas wie Zickleinbraten, Fasan oder Gefüllte Rebhühner (haha, die hätte ich ja eigentlich machen müssen) waren.

Das Schweinefilet war in dieser Zubereitung jetzt nicht so das brutale Sommergericht mit seinem vorweihnachtlichen Duft, aber der Sommer selber ist ja auch in diesem Jahr nicht so dauerhaft und brutal sommerlich.

Man braucht dafür:

1 Schweinefilet
150 g getrocknete Pflaumen
1 Packung Bacon, wobei man darauf achten sollte, dass die einzelnen Streifen möglichst lang sind
250 ml Weisswein (Ich koche quasi nur noch mit Pinot Grigio (Grauburgunder), um keine weiteren bösen Überraschungen zu erleben. Das ist auch bisher die einzige Weissweintraube mit der ich mich als Wein zum Trinken anfreunden kann.)
1 Stange Zimt
2 Nelken
Salz und Pfeffer, wie immer beides möglichst frisch gemahlen
Zucker
125 ml Fleischbrühe
2 EL Creme Fraiche
2 EL Rum
Butterschmalz zum Anbraten

Und so geht’s:

Die getrockneten Pflaumen zusammen mit 1 EL Zucker, der Zimtstange und den Nelken in einem kleinen Topf aufkochen. Dann den Topf vom Herd nehmen und alles noch eine Stunde lang durchziehen lassen. Anschließend die Pflaumen abgießen (dabei den Sud aufheben) und abtropfen lassen.

Das Schweinefilet waschen, trocken tupfen und mit einem scharfen Messer der Länge nach bis etwa zur Mitte einschneiden. Das Fleisch innen und aussen salzen und pfeffern und mit den Pflaumen füllen. Den Bacon um das Fleisch wickeln (daher die langen Scheiben, meine waren viel zu kurz und das ganze war ein übles Gemurkse) und mit Küchengarn umwickeln.

Das Butterschmalz in einem großen Bräter oder einer große Pfanne (für die man einen Deckel haben sollte) erhitzen und das Fleisch rundum kräftig anbraten. [Wenn man kein beschichtetes Kochgefäß verwendet und zu sehr mit dem Fett knausert (wie ich das gemacht hatte) rächt sich das hier, weil der Bacon bei mir am Bräterboden kleben blieb und ein guter Teil davon sich vom Filet verabschiedete. War aber nicht wirklich schlimm, das fand sich später gebröselt in der Soße wieder, umwickelt wäre nur der Optik wegen hübscher gewesen, die Pflaumen hielten auch so an Ort und Stelle.]

Mit dem Weinsud ablöschen, die Fleischbrühe zugießen und zugedeckt etwa 25 min bei mittlerer Hitze schmoren.

Das Fleisch aus der Soße nehmen und warm stellen (ich hatte es bei 100° im Backofen), Creme Fraiche in die Soße einrühren (und wild weiterrühren bis die ollen Klümpchen weg sind), mit Rum, Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken und noch ein bisschen köcheln bis einem die Konsistenz gefällt und der Alkohol verflogen ist.

Weil ich nicht so der Rumfan bin und mir nicht vorstellen konnte, mit (braunem) Rum zu kochen, wollte ich den eigentlich schon rauslassen, hab mich aber dann kurzfristig doch umentschieden und das war gut so. Meine Befürchtung war, der strenge Rum könnte so sehr rausschmecken, dass die anderen Aromen auf der Strecke bleiben, aber genau das Gegenteil war der Fall. Als der Alkohol erst mal verflogen war, hat das Aroma des Rums einen volleren und runderen Geschmack verursacht.

 

Das ganze war überraschend viel besser als ich beim Loskochen befürchtet habe!

Bei uns gab es Knöpfle und Zuckerschoten dazu, in einer anderen Jahreszeit wäre wohl Rotkohl statt Erbsen das Gemüse meiner Wahl gewesen.

Katja

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6 thoughts on “Kochbuchkochen 18/36

  1. Die Kombination Fleisch und Obst ist nicht so ganz meins. Dafür sehen die Beilagen lecker aus. Was ist das und wie ists gemacht? *g*

  2. @Michael: Ich hoffe ja im positiven Sinne und nicht in einem Nase-lang-machenden. :)

    @Armin: Die Beilagen sind beide kinderleicht, zumindest in der Variante mit den fertig gekauften Knöpfle.
    Die Knöpfle sind (die Schwaben mögen mir verzeihen, falls das durch mich nichtwissende Hessin viel zu pauschal gesehen wird) das gleiche wie Spätzle, nur kleiner und knubbeliger und nicht so lang wie Spätzle. Aber zumindest der Teig ist soweit ich weiss, der gleiche. (Ich hab so ein Spätzlesieb, das in Wahrheit aber auch Knöpfle produziert.)
    Die kann man fertig im Kühlregal im Supermarkt kaufen. Ich habe immer die von Bürger, die gibt es bei uns im Ed*k* und sie sind so viel besser als andere Marken, die ich schon probiert habe, dass ich da gerade gerne für Werbung mache. Vor allen Dingen kleben sie in der Packung nicht zusammen.
    Die wirft man einfach mit einem kleinen bisschen Butter für den Geschmack und ‘nem Schluck Wasser in eine große beschichtete Pfanne und lässt sie da warm werden und wenn man mag ein minibisschen bräunen. Salz drüber und fertig. Schmecken auch ohne Soße und nur mit ‘nem Salat prima, wenn man ein paar Salbeiblätter vorher in der Pfanne anröstet und damit vermischt und auf dem Teller Parmesan drüber hobelt.

    Das andere sind Zuckerschoten. Die muss man auch nur waschen, ein bisschen putzen falls sie braune Stellen haben (meist ist das nicht nötig, weil die schon vorgeputzt in Schalen in der Gemüseabteilung verkauft werden. Allerdings sind die – so finde ich – mit 3 Euro/250 g recht teuer), mit ‘nem Schlückchen Olivenöl und ‘nem Stückchen Butter in die Pfanne werfen und bei knapp über mittlerer Hitze ein paar Minuten anschwitzen. Dann kann man ein bisschen Zucker drüberstreuen, die Pfanne kurz hochdrehen, damit das karamellisiert und anschließend auch salzen. Das Karamellisieren kann man aber auch ganz auslassen und einfach nur salzen oder nach Gusto ein bisschen Pfeffer drübermahlen.

  3. Pingback: Neulich in meiner Küche | Gedankensprünge

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