6 Jahre!

Gerade spukt mir viel anderes, vor allem viel blöder Ärger, den niemand braucht und schon gar nicht rund um irgendwelche Feiertage, durch den Kopf und muss sich erst mal setzen bzw. ich muss es erst mal sortieren, aber trotzdem kann ich dieses Jubiläum auf keinen Fall einfach so verstreichen lassen, ohne wenigstens ein kleines bisschen hier zu jubeln.

6 Jahre! Ei der Daus (Klick zum Ursprung der Redewendung)! Oder wie wir hier auf Neudeutsch sagen: fuck yeah!

Katja hat am 20. Dezember 2008 um 17:00 Uhr aufgehört zu rauchen,
ist damit schon 2.191 Tage (6 Jahre) 2 Sekunden rauchfrei,
hat in dieser Zeit 26.292 Zigaretten nicht geraucht, 3.155,04 Euro gespart
24 Gramm Nikotin und 289 Gramm Teer den Lungen erspart und insgesamt
91 Tage 7 Stunden RauchFrei-Zeit gewonnen.

Mehr SWR3 RauchFrei unter http://www.SWR3.de/rauchfrei

Ich bin jetzt ein bisschen stolz auf mich. \o/ Weil mir aber der Kopf heute eh nicht nach feiern steht und die Erkältung sich auch immer noch hält ist es ganz gut, dass das Lieblingsrestaurant eh schon seit Wochen für heute ausgebucht war. Passt ganz gut, das zu verschieben.

Katja

 

en apuntes #28

  1. Bis auf einen eintässigen Versuch gestern, habe ich die letzten 7 Tage ohne Kaffee verbracht, was irgendwie gleichbedeutend mit ‘jenseits des Menschlichen’ ist. Heute Morgen dann tatsächlich ein paradiesisches Gefühl als ich merkte, der schmeckt nicht nur wieder, sondern ich vertrage ihn auch wieder. Großer Jubel. Ohne Kaffee bin ich nicht.
  2. Jedes Jahr in Spanien stehen wir vor dem annähernd gleichen Problem. Wir stehen vor den Weinregalen in den Läden, erkennen mittlerweile eine ganze Menge der Etiketten wieder, können uns aber – bis auf ein paar Ausnahmen – kaum erinnern, welche der Weine wir mochten und welche nicht so. Wir haben schon mehrere Anläufe genommen, das via Handyfotos mit Daumenanzeige zu dokumentieren, aber find’ mal ein Jahr später die Fotos dann auch wieder, wenn du sie brauchst.
    Jetzt habe ich mir die vivino-App installiert und bin direkt auf Anhieb begeistert. Die Erkennung der Weine anhand von Fotos funktioniert super (selbst bei Fotos, die gar nicht für diesen Zweck mit Hauptaugenmerk auf’s Etikett geknipst wurden) und ich hoffe, dass es bei den zukünftigen Weinkäufen dann wesentlich einfacher wird und dass ich nie wieder vorm Regal stehe mit “Da war doch dieser eine, der war soooo super. So mit leichtem Erdbeeraroma und Vanille und insgesamt so fruchtig und dann beim Dessert kam auf einmal noch die Kirsche durch. Welcher zur Hölle war das denn nur”-Überlegungen und ohne Lösung!
  3. Ausserdem begeistert bin ich von der neuesten Android-Version, 5.0 Lollipop. Üblicherweise ist mir das eigentlich recht schnulli, welches Betriebssystem da läuft, aber mit dem 5er kamen eine Menge nützlicher Neuerungen. zB zeigt das Handy, wenn es am Ladegerät hängt, im Sperrbildschirm jetzt an, wie lange es dauert bis es vollgeladen ist und auch die App-Benachrichtigungen werden im Sperrbildschirm angezeigt und die entsprechenden Apps sind von dort aus direkt via Doppeltipp aufrufbar und man spart sich den Umweg über’s Entsperren. Beide Features mag ich sehr.
  4. Im Nikolausstiefel fand ich eine weitere Ausgabe des Kleinen Prinzen, dieses Mal in Arabischer Sprache, was sich sehr merkwürdig anfühlt, denn man blättert ja von hinten nach vorne. Damit sind es jetzt 10 verschiedene Sprachen bzw. Dialekte, in denen ich das Buch besitze: Deutsch, Fränkisch, Plattdüütsch, Englisch, Französisch, Dänisch, Spanisch, Latein, Italienisch und Arabisch. (gelesen, bis auf: Dänisch, Latein, Italienisch, Arabisch)
  5. Für Huhu <3 !
  6. Wenn eine Autorin, die man bzw. deren Bücher man sehr verehrt auf einmal dem eigenen Blog folgt – nach der ersten Schnappatmung eher lässig so tun als wäre nix oder doch lieber altersunangemessenes hysterisches Fangirlgekreische? :)
  7. Benutzt zufällig jemand von euch Wunderlist? Ich habe das nach einer längeren Pause, in der mich diese Uferlosigkeit von todo-Listen völlig überfordert hat, jetzt wieder rausgekramt und ich meine mich zu erinnern, dass man früher, mit einer bestimmten Zeichenfolge, einen Eintrag direkt für zB morgen oder übermorgen terminieren konnte, indem man das am Anfang des Eintrags mit eingetippt hat.
    Es gab da iirc in einer frühen Version der Desktopversion auch eine Liste, in der alle diese Möglichkeiten, Aufgaben direkt mit Stern zu versehen oder zu terminieren aufgeführt waren, aber die finde ich nicht mehr. Jetzt ist es aber so, dass ich meist am Vorabend meine todo-Liste für den nächsten Tag schreibe und es nervt ein bisschen, jeden einzelnen Eintrag anklicken und ihm manuell ein Datum zuweisen zu müssen. Meine konkrete Frage, falls das hoffentlich jemand weiss: Gibt es entweder eine Möglichkeit mehrere Einträge gemeinsam zu bearbeiten (das geht zwar für einige Optionen, zB für ‘erledigt’, aber ich finde nicht heraus ob bzw. wie man das für die Datumsvergabe nutzen kann)? Oder: gibt es ein Kürzel oder irgendeine Möglichkeit, wenn ich den Listenpunkt eintippe, direkt ein Datum zu vergeben?
    Ganz ersatzweise: Kennt jemand von euch zufällig eine todo-App (Android), vergleichbar einfach in der Bedienung/Struktur wie Wunderlist, die a) eine Desktopversion hat und b) eine ‘Smartliste’ nicht nur für heute, sondern auch für morgen? (Ich gestehe, ich bin komplett überfordert von der Masse an Apps, die es für diesen Zweck gibt und habe sicher ein halbes Dutzend durchprobiert, bin aber immer wieder bei Wunderlist gelandet, weil es, bis auf diese eine fehlende Möglichkeit, ziemlich gut für mich passt.)
  8. Hier wird (wegen der Depublikation der öffentlich rechtlichen Sender leider nur noch für ein paar Tage online, also bei Interesse bald angucken) sehr anschaulich in einer Folge der Sendung mit der Maus erklärt, wie Touchscreens funktionieren. Ich wusste zwar, dass es mit der Leitfähigkeit der Haut zu tun hat, hatte mich aber noch nie damit beschäftigt. Die Erklärung fängt ca. bei 14:50 min an. Es lohnt sich aber durchaus von vorne zu schauen, denn auch die Funktionsweise eines Taschenrechners wird sehr anschaulich erklärt. (Wobei ich ein bisschen irritierend finde, dass der dort selbstgebaute Taschenrechner die Binärzahlen spiegelverkehrt abbildet. Aber das wäre bei dieser mechanischen, anschaulichen Variante vermutlich nicht anders machbar und sie verwenden auch den Begriff Binärsystem nicht.)
  9. Serviceinformation: Falls euch noch ein Weihnachtsgeschenk für eine*n Kaffeesüchtige*n fehlt, kann ich den Emsa Travel Mug warm(haltend) empfehlen. Der lässt sich supidupi einhändig bedienen (natürlich völlig egal mit welcher Hand), ist (selbst bei mir!) kleckerfrei und hält den Kaffee wirklich (!) lange (!) heiss (!). Ich bekam meinen zum letzten Geburtstag geschenkt und liebe ihn innig.
    Gibt’s gerade beim großen bösen Wolf Versandriesen fast ‘nen Zehner unter Normalpreis, deswegen fiel’s mir ein und auf.
  10. Ansonsten: Krankheitsbedingt noch auf keinem Weihnachtsmarkt gewesen. Mal sehen, ob das vor Weihnachten noch klappt. Zwischen den Jahren (Wikipedia-Klick zum Begriff) habe ich, schon seit dem Sommer, auf jeden Fall eine – man kann sie beinahe schon traditionell nennen, weil es schon das zweite Jahr ist – Verabredung für den Straßburger Weihnachtsmarkt.
    Der aktuelle Glühweinzähler ist also bei 0, der Teezähler dafür so hoch wie selten zuvor.
  11. Ausserdem kann ich mich immer noch nicht kurz fassen. Nicht mal in Kurznotizen. 😳
  12. Ebenfalls schon traditionell die Abschlussfrage: Und ihr so? :)

Katja

Ganz schön spät dran…

…bin ich (allerdings nicht aus Versäumnis- sondern gesundheitsbedingten Gründen) mit meinem Dezemberheader, denn immerhin ist heute schon der 8.

Das ist übrigens eine Stelle, an der ich immer zögere und zweifle, ob ich nicht einen zweiten Punkt machen müsste, denn der erste steht ja schon, um die schnöde Zahl zur Ordnungszahl zu erheben. Aber ich meine auch, mich zu erinnern, irgendwann gelernt zu haben, dass im Deutschen keine zwei Satzzeichen hintereinander stehen dürfen und das ist der ordnungszahlstiftende Punkt ja ausserdem auch noch, also ein Satzzeichen. Die Spanier sind da übrigens ganz anders, da können Satzzeichen gerne mal zu zweit hintereinander auftauchen, zB wenn mitten im Satz eine Frage beginnt. Dann wird der Rest des Satzes durch ein Komma abgetrennt und dann steht das einleitende umgedrehte Fragezeichen mitten im Satz rum.

Wunderbarerweise liefert mir das Geschwurbel über Satzzeichen jetzt auch direkt eine gute Überleitung zum neuen Headerfoto, denn das ist, wie auch das vorherige, im diesjährigen Spanienurlaub entstanden. Wir waren in Punta Umbria und das ist ganz in der Nähe von Huelva, wo der Rio Tinto in den Rio Odiel fließt, nur um dann, ein kleines Stück weiter, zusammen in den Atlantik zu münden. Das Foto oben ist ganz in der Nähe dieses Zusammenflusses von Rio Tinto und Rio Odiel aufgenommen und kurz nachdem es entstanden ist, hatten wir den ersten größeren verletzungsbedingten Wendepunkt dieser Reise. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, die hier vielleicht ein andermal ihren Platz findet.

(Alle früheren Header finden sich übrigens auf dem Hutständer des Blogs.)

Katja (wieder ab in Richtung Bett, um die Erkältung zu kurieren)

Gelesen im November 2014

Ich glaube, mit 7 (naja, eigentlich 6 1/3) Büchern, war der November mein lesereichster Monat des Jahres und dabei habe ich noch nicht mal mit Tee auf dem Sofa gesessen, sondern einfach sehr viel abends im Bett gelesen. Oder morgens. Fix einen Kaffee gemacht und dann nochmal für eine halbe Stunde vorm Aufstehen die Nase ins Buch stecken. Es gibt schlechtere Arten, den Tag anzufangen…

Donna Leon – Auf Treu und Glauben, Commissario Brunettis neunzehnter Fall

Es war Rüdiger, der mich vor ein paar Jahren mit der Brunetti-Serie angefixt hatte und damit hatte er sehr nachhaltigen Erfolg, denn das war jetzt schon der 19. Roman der Reihe, den ich gelesen habe. Der letzte davon ist allerdings eine ganze Weile her, denn das habe ich auch irgendwann im Laufe dieser vorher 18 Bände gemerkt, dass ich die Brunettis nicht zu dicht hintereinander weg lesen darf, weil sie mir sonst zu sehr verschwimmen.

Das, was die Serie für mich ausmacht, sind nicht in erster Linie die Kriminalfälle, sondern vielmehr die Charaktere. Ich mag es, mit Brunetti über Venedigs Brücken und Plätze zu gehen und ich mag es, dass es in den Büchern wahnsinnig oft um Essen geht. Bei den Brunettis wird dauernd gekocht und gegessen und auch ansonsten erörtert der Commissario ganz gerne die neuesten Zeugenaussagen mit seinem Kollegen Vianello in einer der zahlreichen Bars Venedigs, auf ein paar Tramezzini und ein bis drei Gläser Wein. Ich mag es, wenn Brunetti nach dem Essen mit seiner Frau Paola auf einen Grappa auf der Terrasse sitzt oder auf dem Sofa, mal in trauter Eintracht, mal ordentlich am streiten – oft über Geschichte oder Politik oder Umweltbelange.

Und ich merke, wie ich der Serie auch verzeihen kann, dass man das alles nicht so genau hinterfragen darf. Wie zB eine Universitätsprofessorin für englische Literatur es schafft, jeden Tag mehrgängige Mittagessen und Abendessen für die Familie zu kochen, ihrem Unijob nachzukommen und ausserdem jede freie Minute mit der Nase in einem Henry James Buch zu verbringen – und das müssten zahlreiche sein, also freie Minuten, wenn man den Büchern so glauben darf. Entweder Paola kennt da jede Menge Tricks, wie man all diese zeitaufwändigen Tätigkeiten unter einen Hut bekommt oder die Geschichten sind an diesen Stellen einfach deutlich unscharf.

Aber ich kann das echt gut verzeihen, dafür mag ich die Brunettis zu sehr.

In vielen der Fälle gibt es nicht nur den Mordfall an sich, sondern Brunetti und Vianello kommen irgendeiner Art von Korruption auf die Spur und oft gehen die Fälle so aus, dass zwar die Wahrheit gefunden wird, aber niemand vor Gericht landet. Wie realistisch das im italienischen Rechtssystem ist, kann ich nicht ausmachen. Unterhaltsam zu lesen ist es trotzdem, auch dass der Commissario trotzdem nie aufhört, nach der Wahrheit zu suchen und wenigstens zu versuchen, die Täter ihrer Strafe zuzuführen.

In ‘Auf Treu und Glauben’ ermitteln Brunetti und Vianello auf eigene Faust, was es mit einem Wahrsager auf sich hat, zu dessen Adresse Vianellos Tante die Familienersparnisse trägt und ausserdem lösen sie den Mord an einem Gerichtsdiener, der von allen als sehr korrekter und freundlicher Mensch beschrieben wird und der trotzdem auf irgendeine Art in eine Korruptionsangelegenheit verwickelt zu sein scheint.

 

Daniel Glattauer – Alle sieben Wellen

Wie schon im Oktober den Nordwind, habe ich jetzt die sieben Wellen nochmal gelesen. Ich verlinke mal auf meine ursprüngliche Einschätzung beim ersten Lesen. An diesem Lobgehudel hat sich nichts geändert, mich hat das Buch – obwohl ich den Ausgang kannte – auch beim zweiten Lesen völlig in seinen Bann gezogen.

 

Janne Teller – Nichts, Was im Leben wichtig ist

Der Siebtklässler Pierre Anthon aus einer kleinen dänischen Stadt, beschließt, dass nichts im Leben wichtig und von Bedeutung ist. Und weil nichts von Bedeutung ist, braucht man auch erst gar nichts zu machen. So geht er nicht mehr zur Schule sondern sitzt im Pflaumenbaum, von wo aus er seinen ehemaligen Klassenkameraden vor Augen führt, wie sinnlos ihr Leben und Streben ist.

Der Rest der Klasse fürchtet, dass Pierre Anthon insgeheim recht haben könnte und dass wirklich nichts von Bedeutung ist – also fangen die Kinder an, Dinge von Bedeutung zu sammeln und in einem alten, stillgelegten Sägewerk als Berg aus Bedeutung aufzuschichten. Zuerst wandern dort nur alte Fotos und kaputte Spielsachen hin, doch dann beginnen die Kinder gezielt, bedeutungsvolle Dinge von ihren Klassenkameraden zu fordern. Die ich-Erzählerin muss ihre nagelneuen und heissgeliebten grünen Sandalen abliefern und aus Rache verlangt sie von der Mitschülerin, deren Idee das war, deren Hamster. Je mehr der Kinder an die Reihe kommen, desto ‘teurer’ werden die geforderten bedeutungstragenden Dinge.

Das Sammeln scheint immer mehr ausser Kontrolle zu geraten, die Klassenkameraden von Pierre Anthon geraten in eine Art Sog und werden in ihren Forderungen immer grausamer und einander gegenüber immer brutaler in der Durchsetzung.

Es ist schwierig, inhaltlich noch mehr ins Detail zu gehen, ohne den kompletten Inhalt des ohnehin recht dünnen Büchleins zu verraten. Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen und weiss immer noch nicht recht, was ich davon halte. Beim Lesen wird irgendwann recht früh die Richtung klar, in die das geht. Das Schlimme ist, ich weiss tatsächlich nicht, welche Botschaft das Buch letztendlich vermitteln möchte bzw. welche bei mir ankommt. Das Ausmaß an Gewalt und der Sog dorthin ist verstörend. Der Ausgang des Buches legt nahe, dass tatsächlich nichts von Bedeutung sein könnte, zumindest in der Wahrnehmung der ich-Erzählerin. Ausser jenem allerletzten Schritt, aber ich kann nicht glauben, dass das wirklich die Intension der Autorin ist und vielleicht verstehe ich auch nur einfach nicht den Parabelschluss, der aus der Geschichte folgt.

Ein sehr krasses Buch ist ‘Nichts’ auf jeden Fall. Ich hätte mir, speziell bei der Thematik und speziell, weil es ein Jugendbuch ist, eine deutlichere und positivere Auflösung gewünscht und ich bin nicht sicher, ob es tatsächlich für Jugendliche so gut geeignet ist, speziell schädlich halte ich es für solche in Phasen, wo sie ohnehin auf der Suche nach einem Sinn im Leben sind.

 

Leonie Swann – Garou

Ich wollte hier eigentlich etwas über Leonie Swanns Fortsetzung ihres grandiosen Schafskrimis Glennkill schreiben, den ich im Januar schon gelesen hatte (hier mehr darüber), aber dann fiel mir ein, dass Cloud, das wolligste Schaf der Herde, sicher blöken würde, dass vielleicht ein Schaf wollt(e), aber doch keine Katja.

Also schreibe ich nur, dass alles, was ich Anfang des Jahres über Glennkill geschrieben habe, auch auf Garou zutrifft, nur dass mir Garou noch ein bisschen besser gefallen hat als Glennkill und dass das Winterlamm im Laufe der Jagd auf den Garou – den Werwolf – endlich einen Namen bekommen und dass Moppel den Mond gefressen hat.

Ein großes Lesevergnügen! Ich hoffe, es wird irgendwann noch weitere Teile geben.

 

Chris Carter – Der Kruzifix-Killer

Robert Hunter ist Detective bei der Morddezernat der LAPD und ist dort zuständig für besonders gewalttätige Verbrechen und Serienkiller. Just als er einen neuen Partner – Grünschnabel Garcia – bekommt, wird eine grausam zugerichtete Frauenleiche gefunden. Hunter verliert die Fassung, denn die Leiche trägt zudem das ‘Erkennungszeichen’ eines Serienkillers, gegen den er vor Jahren ermittelt hat und der zum Tode verurteilt und längst hingerichtet wurde.

Hunter holt die alten Akten aus dem Keller und die Jagd auf den Mörder, der ihm immer einen Schritt voraus zu sein scheint, beginnt von neuem.

Spannend! Und das durchgängig und ohne irgendwelche Längen mittendrin bei fast 500 Seiten. Beim Fund der ersten Leiche war ich skeptisch, ob es mir die Gewaltbeschreibungen nicht zu explizit wären. Ich kann da nicht viel ab und da ich oft abends vorm Schlafen lese, meide ich lieber Thriller mit zu viel Gewalt. Ich weiss nicht so genau, ob es hinterher tatsächlich ein wenig besser geworden ist und nur der Anfang so ein Paukenschlag, aber der Gedanke, das Buch wegzulegen kam mir später gar nicht mehr. Ganz im Gegenteil fiel es mir schwer, es aus der Hand zu legen.

Bei der Figur des Robert Hunter hatte ich manchmal den Eindruck, das sei alles ein bisschen zu arg dick aufgetragen. Als Kind schon mehrere Schulklassen übersprungen, hochintelligent, belesen, gut aussehend, sportlich, ein Doktortitel in Kriminalpsychologie, wobei die Doktorarbeit als Lehrbuch bei der Ausbildung von FBI-Agents verwendet wird.

Dann habe ich aber gelesen, dass der Autor, Chris Carter selber forensische Psychologie studiert und für die Staatsanwaltschaft gearbeitet hat (das Fachwissen fließt auch erfreulicherweise häufiger ins Buch ein, zB wenn Hunter den Unterschied zwischen Schizophrenie und einer multiplen Persönlichkeitsstörung erklärt), danach hat er alles hingeworfen und hat Karriere als Gitarrist gemacht und war da mit etlichen bekannten Künstlern unterwegs, um dann nochmal alles hinzuwerfen und Bücher zu schreiben. Wer selber so umfassend talentiert ist, darf auch bei seinen erfundenen Charakteren ein bisschen dicker auftragen, finde ich.

Und ich bin ganz froh, dass der nächste Hunter-Band – insgesamt gibt es mittlerweie 6 Teile – schon auf mich wartet.

 

José Saramago – Die Stadt der Blinden (abgebrochen auf Seite 107 von 316)

Da mag das Thema noch so interessant sein, ich finde das Buch unlesbar. Und jenes Drittel, das ich gelesen habe, war mehr ein Durchquälen als dass ich irgendetwas davon gehabt hätte. Das liegt einzig und allein am – in meinen Augen – ganz furchtbaren Stil des Autors. Als gäbe es einen Mangel an Satzzeichen, reiht er wörtliche Rede einfach so, mitten in den Text mit ein, höchstens durch Kommata abgetrennt und auch ansonsten sind die Sätze lang und wahrlich nicht schön zu lesen. Im ganzen Buch gibt es so gut wie keine Absätze, man findet also zu allem Ärger auch keine guten Punkte an denen man aussteigen und Pause machen kann – auch das trägt für mich nicht zur Lesbarkeit bei.

Ich zitiere hier mal nur einen einzigen Satz, ganz vom Anfang, damit man sich ein Bild davon machen kann. Inhaltlich tue ich dem Buch sicher großes Unrecht, es geht nur vom Stil für mich überhaupt nicht.

Die Ampel hatte schon wieder die Farbe gewechselt, einige neugierige Passanten näherten sich der Gruppe, und die Fahrer von hinten, die nicht wussten, was los war, protestierten gegen das, was sie für einen üblichen Verkehrsunfall hielten, eine kaputte Ampel, eine verbeulte Stoßstange, nichts, was dieses Durcheinander rechtfertigte, Ruft die Polizei, riefen sie, schafft die Trümmer beiseite.

(José Saramago, Die Stadt der Blinden, Seite 4)

 

Zoë Beck – Wenn es dämmert

Ganz anders ging es mir mit ‘Wenn es dämmert’ von Zoë Beck. Das war insgesamt schon das dritte ihrer Bücher, das ich gelesen habe und bisher haben mir alle wirklich gut gefallen.

Ich lese ja Bücher aus ganz unterschiedlichen Gründen sehr gerne, manche wegen ihrer Geschichte, manche einfach nur wegen der Spannung, die sie erzeugen, auch wenn die Geschichte gar nicht so überzeugt, manche wegen ihrer Sprache.

Bei Zoë Beck kommen mindestens zwei der Punkte zusammen. Ich finde ihre Bücher stets so spannend, dass es mir ab einem gewissen Punkt wirklich schwer fällt, sie überhaupt wieder aus der Hand zu legen, ich mag aber ausserdem auch ihre Sprache unheimlich gerne.

Sie öffnete vorsichtig die Augen. Ihre Lider waren so schwer wie der Samtvorhang einer alten Theaterbühne.

(und etwas später im Text:)

Sie wischte den beschlagenen Spiegel nicht frei, wozu auch, es war zu dunkel. Sie wusste nicht, wo hier ein Lichtschalter war. Wo hier überhaupt irgendetwas war. Wo hier war.

(Zoë Beck, Wenn es dämmert, Seite 8 bzw. 9)

Sehr lesenswert! Ich glaube, das hat mir von ihren Büchern bisher am besten gefallen.

Katja

Rezeptesammlung für ein herbstliches Menü von Apfelwein bis äh Apfelwein!

Letzten Sonntag hatten wir Gäste und ich durfte mich endlich wieder mal richtig in der Küche austoben. Und auch wenn ich nach solchen Wochenenden hinterher echt geschafft bin, macht es doch immensen Spaß und ich finde es schade, dass ich nur so selten Gelegenheit habe, mich so umfangreich ins Kochen zu stürzen. Nur für den Mitdings und mich mache ich sowas ja doch nur äusserst selten.

Weil ich es irgendwie witzig fand, ging das Menü von Apfelwein bis Apfelwein – das hat aber ausser mir, glaube ich, niemand gemerkt.

Los ging es mit einer ‘Hessischen Caipi’, die habe ich natürlich vergessen zu fotografieren und auch beim Häppchen dazu hätte ich das Foto vergessen, wenn mich die Freundin nicht daran erinnert hätte. :D (Die beiden sind eigentlich ein bisschen älter als die Generation ‘Essen fotografieren’, sie finden’s aber nicht komisch, dass ich knipse und wollen auch immer die Bilder haben. :) )

Auch ohne Bild, für eine Hessische Caipi braucht man:

1 – 1,5 Limetten
ca. 1 EL brauner Zucker
2 Eiswürfel
Apfelwein

Und so geht’s:

Die Limettenschale gründlich unter heissem Wasser schrubben, die Limetten achteln und mit einem Caipistößel in einem Cocktailglas zerstoßen. Zucker dazu, Eiswürfel dazu, mit Apfelwein auffüllen, kräftig umrühren, fertig.

Das war diesen Sommer neben dem grandiosen Gösser Naturradler mein Lieblingsgetränk zum Grillen und es ist herrlich frisch. Weil Äpfel aber auch herbstlich sind und der Apfelwein ganz am Ende nochmal auftaucht, wollte ich damit auch gerne anfangen.

Dazu gab’s:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA(Man sieht dem Bild an, dass ich erst mal vergessen hatte, zu fotografieren.)

Selleriemus mit Parmesanchip

Dafür braucht man:

ca. 1/4 – 1/2 Sellerieknolle
wenig Sahne
Salz, schwarzer Pfeffer, Muskatnuss

pro Person einen, ca. 1 cm dicken, Ring von einer Paprikaschote (bei roten ist der Kontrast schöner)

pro Person 1 EL frisch geriebenen Parmesan

Und so geht’s:

Den Parmesan mit einem EL auf ein Backblech häufeln und ein bisschen platt drücken. Bei 200°C Ober-/Unterhitze so lange backen, bis der Käse geschmolzen ist und leicht braun wird. (Bei meinem Ofen sind das ca. 7 min, man sollte das aber auf jeden Fall im Auge behalten.) Auf Küchenpapier entfetten.

Die kann man 1 bis 1,5 Stunden bevor die Gäste eintreffen vorbereiten. Länger sollte man sie aber nicht liegen lassen, weil sie sonst nicht mehr knusprig sind, sondern zäh werden. (Latschig nennt man das in der Gegend, wo ich aufgewachsen bin. Kennt den Begriff jemand?)

Für das Selleriemus den Sellerie schälen und in kleine Würfel schneiden. In wenig (!) Sahne weich kochen, dabei immer mal rühren, damit nichts anbrennt. (Für die Hälfte einer etwa handballgroßen Sellerie nehme ich etwas weniger als 1/2 Becher Schlagsahne.)
Die weichegekochte Knolle pürieren und falls die Konsistenz zu fest ist, kann man jetzt noch einen Schluck Sahne dazu geben, damit es cremiger wird. So herum ist aber viel einfacher als das Mus hinterher fester zu bekommen. Mit Salz und Pfeffer aus der Mühle und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.

Das kann man entweder heiss als Gemüsebeilage zu wasauchimmer essen, es schmeckt aber auch in dieser Zusammenstellung abgekühlt sehr gut, dann lässt es sich morgens oder am Vortag schon vorbereiten (dann über Nacht im Kühlschrank aufbewahren).

Die Paprikaringe von den Trennwänden und Kernen befreien, waschen, auf Teller legen und mit dem Selleriemus füllen. Kurz vorm Servieren einen Parmesanchip reinstecken.

Danach gab es

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Feldsalat mit Kartoffeldressing, Granatapfelkernen und Brotchips

Dafür braucht man:

pro Person eine große Handvoll Feldsalat
pro Person einen Schwung Granatapfelkerne (darüber wie man Granatapfel am besten zerlegt, ohne hinterher die Küche renovieren zu müssen, hatte ich hier gebloggt)
Baguette
gutes Olivenöl

für das Kartoffeldressing:

(das Rezept stammt aus einem meiner meistverwendeten Kochbücher, dem tollen ‘Deutschland Vegetarisch’ von Katharina Seiser und Stevan Paul, ich habe nur den Weissweinessig durch Balsamico ersetzt)

100 g gekochte Kartoffeln vom Vortag
150 ml Gemüsebrühe
4-5 EL heller Balsamico-Essig
1 EL scharfer Senf
Salz, weisser Pfeffer
eine große Prise Zucker
50 ml Rapsöl

Und so geht’s:

Den Granatapfel am besten schon am Vortag zerlegen und die Kerne in einer luftdichten Schüssel im Kühlschrank aufbewahren. Den Salat waschen, trockenschleudern und putzen, sodass die Blätter zusammenbleiben.

Für das Dressing die Zutaten bis auf das Öl mit dem Pürierstab fein pürieren und dann das Öl einfließen lassen und weiterpürieren, sodass ein sämiges Dressing entsteht. (Lässt sich auch gut vorbereiten. Hält in einem gut verschlossenen Gefäß im Kühlschrank mehrere Tage.)

Für die Brotchips vom Baguette hauchdünne Scheiben schneiden. Ich weiss nicht, ob man die mit der Hand so fein bekommt, ich habe so eine Alleschneidemaschine und habe das Brot 2 mm dünn geschnitten.
Die Brotscheiben mit einem Backpinsel ganz dünn mit gutem Olivenöl bepinseln und im, auf 200°C Ober-/Unterhitze vorgeizten Ofen, ca. 10 Minuten backen bis sie mittelbraun sind. Auch hier bleibt man sinnvollerweise in der Nähe, denn von braun nach schwarz geht bei den dünnen Scheiben sehr schnell.

Während das Baguette im Ofen ist, den Salat auf Tellern anrichten, mit dem Dressing beträufeln und die Granatapfelkerne darüber streuen. Dann die Brotchips dazulegen und ab auf den Tisch damit.

 

Weiter ging es mit

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Schweinefilet im Baconmantel, gefüllt mit Feigen, dazu Semmelknödel und Rahmlauch

Für das Filet braucht man:

1-2 Schweinefilets (Ich hatte 2 besorgt, weil ich nur das Mittelstück gefüllt und die Enden direkt eingefroren hatte, aber davon war auch noch eine Menge übrig. Ich wollte nur gerne, der Gäste wegen, hübsch gefüllte Scheiben und keine Endstücke anrichten. Ein großes Filet hätte sicher auch gereicht.)
Baconscheiben zum Umwickeln, je nach Größe des Filets, ich hatte pro Filet so ca. 130 g; lange Scheiben sind hier besser als kurze
ca. 100 g Soft-Trockenfeigen
250 ml trockener Weisswein
1 Zimtstange
3 Nelken
1 EL Zucker
100 – 200 ml Braten- oder Gemüsefond (besser Fond als Brühe, Brühe geht aber auch)
1 Schuss Sahne oder 1 Klecks Creme Fraiche
2 EL Rum
Salz und schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
Butterschmalz (oder Olivenöl) zum Anbraten

Und so geht’s:

Den Weisswein mit den Nelken, der Zimtstange, dem Zucker und den Feigen aufkochen, dann vom Herd nehmen und noch mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen. Die Feigen rausnehmen (für die Füllung), Zimtstange und Nelken können weg, den Sud für die Soße aufheben.

Das Filet, nicht ganz vom Rand ab, da bleibt ein Stück geschlossen, der Länge nach mit einem scharfen Messer einschneiden, aber nicht durchschneiden. (Man schneidet also so eine Art Tasche zum Füllen rein.) Salzen, Pfeffern (innen und aussen) und mit den Feigen füllen. Mit Bacon so umwickeln, dass die “Naht” auf einer Seite verläuft. Am einfachsten geht das, wenn man sich erst einen “Baconteppich” bastelt, bei den die Scheiben immer ein kleines bisschen überlappen. Das kann man, wenn man möchte, am Abend vorher schon soweit vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahren.

Dann ca. 45 Min bevor man das Filet servieren möchte, eine große Pfanne (oder einen Bräter – man braucht ein Gefäß für das man einen Deckel hat) mit dem Butterschmalz erhitzen und das Filet von allen Seiten (mit der Nahtseite zuerst) scharf anbraten. Mit dem Weinsud ablöschen, den Fond dazugeben und mit Pfeffer und Salz würzen. Mit geschlossenem Deckel 25-30 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln, dabei das Filet nach der Hälfte der Zeit einmal wenden. Dann das Fleisch aus der Pfanne nehmen und im Backofen bei 100 Grad warm stellen, die Soße kräftig aufkochen, den Rum und die Sahne bzw. Creme Fraiche dazugeben und kräftig kochend auf die gewünschte Konsistenz einköcheln lassen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Zum Anrichten dann das Filet aus dem Ofen nehmen und in Scheiben schneiden.

 

Für die Semmelknödel braucht man:

250 g Knödelbrot (das gibt es hier dankenswerterweise fertig getrocknet und geschnitten beim Edeka im Brotregal, man kann natürlich auch selber Brötchen trocken werden lassen und sehr fein schneiden)
375 ml lauwarme Milch
1 kleine Zwiebel
1/2 Bund glatte Petersilie
2 EL Butter
2 EL Paniermehl
2 Eier
Salz, Muskatnuss

So geht’s:

Die Zwiebel schälen und sehr fein schneiden, die Petersilie ebenfalls sehr fein schneiden (wiegen). Die Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen und die Zwiebel und die Petersilie so lange darin anschwitzen bis die Zwiebel glasig ist.

Alle Zutaten (Gewürze darf man ruhig großzügig verwenden) gründlich (!) miteinander verkneten, die Brotwürfel müssen dabei richtig aufweichen, und die Masse 30 min stehen lassen. Dann am besten mit feuchten Händen (dann klebt der Knödelteig nicht so) gleichmäßige Knödel formen. Meine oben im Bild waren etwa so groß wie Golfbälle und die Menge ergibt dann etwa 12. Wenn man auf der sicheren Seite sein will, nimmt man für 4 Personen im Menü die 1,5 fache Menge und freut sich, wenn’s am nächsten Tag gebratene Klöße gibt.

Wenn man die Pfanne für’s Filet einschaltet, kann man kurz darauf auch einen großen Topf mit Salzwasser aufsetzen. Wenn das Wasser kocht, die Hitze so reduzieren, dass es gerade nicht mehr kocht, die Knödel mit einem Schaumlöffel ins Wasser geben und ca. 20 Min ziehen lassen. Dabei darf das Wasser nicht mehr kochen, sonst zerfallen die Knödel! Und glaubt nicht den Anleitungen, wenn da steht, die Knödel seien fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen. Das tun meine schon nach etwa 5 min, 20 sollten sie aber schon im Topf bleiben. Wenn man den Teig gründlich geknetet hat und durchziehen lassen, dann zerfallen die nicht, keine Bange.

Die Knödel kann man auch morgens schon vorbereiten und ein paar Stunden stehen lassen ohne Qualitätseinbuße. Man kann die fertig geformten Knödel sogar einfrieren und bei Bedarf auftauen und kochen – das hatte ich zu einem früheren Zeitpunkt schon einmal ausprobiert.

 

Für das Rahmlauchgemüse braucht man:

3-4 Stangen Lauch
250 ml trockenen Weisswein
2 EL Schmand oder Creme Fraiche
Salz, schwarzen Pfeffer aus der Mühle
Muskatnuss
wenig Olivenöl

So geht’s:

Den Lauch in feine Ringe schneiden und waschen. Gut abtropfen lassen oder besser in der Salatschleuder trocken schleudern. Das Olivenöl entweder in einer Pfanne (wenn man eine passend große mit Deckel hat) oder einem Topf erhitzen, den Lauch ganz hellgelb anbraten (nicht zu stark, sonst wird er bitter), dabei würzen. Mit dem Weisswein ablöschen, Schmand dazu und erst 15 min mit Deckel bei mittlerer Hitze köcheln, dann nochmal 15 min offen, sodass der Großteil der Flüssigkeit verkocht.

Dann alles zusammen auf Tellern anrichten, fotografieren und sich über lobende Gäste freuen. :)

Zeit für einen Espresso!

Und danach aber noch ein Dessert!

Bei uns gab es

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Holunderbirnen mit Vanilleeis und Keksicrunch

Die Holunderbirnen sind eine leichte Abwandlung eines Rezepts von Maximilian Buddenbohm und sind eines meiner liebsten Desserts zu dieser Jahreszeit. Wenn ich die für Gäste vorbereite, mache ich immer direkt eine größere Portion und wir freuen uns tagelang über grandiosen Nachtisch. Kann man auch einfach so ohne Eis und Gedöns essen, die Birnen alleine sind ein Kracher.

Für 4 braucht man:

3-4 Birnen (braucht man für die 4 Personen, in diese Sudmenge passen aber sicher 6-8)
100 g Zucker
350 ml Holunderbeerensaft (ich hab es früher auch schon mit Holunderbeerensirup gemacht als ich keinen Saft bekommen habe, da habe ich 150 ml und entsprechend mehr Wein genommen)
350 ml trockener Rotwein
1-2 Vanilleschoten
2 Zimtstangen
3-4 Nelken

Vanilleeis (nach Belieben selbst gemacht, zB nach diesem Rezept, für das man ziemlich weit runterscrollen)

für den Keksicrunch: 1 EL Butter, 1 EL Zucker, ein paar Butterkekse

Und so geht’s:

Den Zucker in einem Topf hellbraun karamellisieren, dann mit Rotwein ablöschen (vorsicht, das zischt und spritzt und das Karamell erstarrt sofort zu einer festen Masse), den Saft dazugeben und bei niedriger Hitze so lange köcheln lassen bis das Karamell sich wieder komplett gelöst hat. Dabei gelegentlich mal rühren. Das dauert eine Weile, in der Zwischenzeit kann man die Vanilleschoten auskratzen und die Birnen schälen und vierteln.

Wenn das Karamell gelöst ist, die Gewürze mit in den Topf geben (die ausgekratzten Vanilleschoten kommen auch mit dazu, nicht nur das Mark) und die Birnen und alles ca. 15 min bei schwacher Hitze kochen.

Abkühlen lassen, Deckel drauf und gut mit Gummiringen verschließen. Zur Sicherheit auch noch ‘ne Tüte drum wickeln und dann für 2 Tage in die Novemberkälte auf der Terrasse damit. Es sei denn man verfügt über luxoriös viel Kühlschrankplatz, dann kann man den Topf auch ohne den Verpackungsvoodoo einfach dort lagern.

Wenn’s schneller gehen muss, genügen wohl auch 2 Stunden Durchziehen, meinte Herr Buddenbohm im Rezept. Ich schwöre aber auf die 2 Tage mindestens.

Dann am großen Tag morgens einen Teil der Flüssigkeit in einem kleinen Topf erhitzen und stark einkochen, damit das Volumen deutlich reduziert und die Konsistenz sirupartig wird. Man muss das nicht dringend machen, es schmeckt auch mit dem sehr flüssigen Sud, aber man kann es mit den Sirup viel hübscher anrichten. :)

Den Sirup kalt stellen.

Für den Keksicrunch kurz vorm Servieren Butter und Zucker zusammen in einer kleinen Pfanne schmelzen und karamellisieren und dann vom Herd nehmen und mit den Kekskrümeln vermischen.

Alles zusammen auf Tellern anrichten.

Und dann, wenn sich nach ein paar Stunden, alle wieder ein bisschen bewegen können, kann man auch noch Kuchen servieren.

Zum Beispiel jenen

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Spekulatius-Apfelkuchen

dessen grandioses Rezept ich hier aber nur verlinke. Noemi hatte den letztens gebloggt und ich musste ihn justamente testbackenzubereiten (er wird gar nicht gebacken) und den Gästen hat er so gut geschmeckt, dass ich das Rezept auch direkt weitergeben musste. Er ist durch die vielen Schritte, bei denen zwischendurch immer etwas trocknen muss, ein bisschen zeitaufwändig, aber es lohnt sich. Geschmacklich ist das ein echter Knüller und passt genau in die Jahreszeit.

Probiert den also dringend! Man kann ihn auch ohne das Menü vorher zum Sonntagskaffee machen.

Wer gut aufgepasst hat, fragt sich vermutlich jetzt, wo denn der End-Apfelwein bleibt. Der steckt auch im Kuchen – deswegen passte das ja alles so gut. :)

Katja

~misty~

Manchmal fühlt es sich in diesen grauen Tagen an, als wäre der Nebel auch in mir drin. So viel im Kopf, aber ich bekomme keinen Gedanken richtig zu fassen, alles ist hinter einem diffusen Dunst verborgen. Wobei ich mir gar nicht so sicher bin, ob ich überhaupt so genau wissen will, was es ist, was da in mir rumort. Lieber ignorieren, wenigstens bis der November vorbei ist, damit er mich mit seinem Blues nicht zusätzlich einholen kann. Und doch fühlt sich auch das nicht richtig an, weil alles dumpf bleibt, ich ein bisschen das Gefühl habe, dadurch auch irgendwie von meinen Gefühlen abgeschnitten zu sein. Beim nochmaligen Lesen macht der vorherige Satz so gar keinen Sinn – das Gefühl haben, vom Gefühl abgeschnitten zu sein und doch beschreibt es ziemlich gut, wie sich dieses Nichtrichtigfühlen gerade anfühlt.

Nach dem Einkauf bin ich heute kurz im Nebel rumgestapft, das hat zwar den inneren Nebel nicht vertrieben – vielleicht waren dafür auch die Schritte im Laub zu dumpf gedämpft – aber immerhin hat es für ein paar Schlechtwetterfotos gelangt.

(Klick macht groß)

Katja